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Die Grasshoppers nach katastrophaler Saison zu Höherem berufen

Nach dem Yakin’schen Umbruch dürfte der Fink’sche folgen

Der Liga-Erhalt ist gesichert. Die katastrophale Saison kann bald beendet und abgehakt werden. Doch beim Grasshopper Club Zürich muss im Sommer etwas gehen, es wird etwas gehen. Da wieder ein neuer Trainer da ist, wird es unweigerlich zu einem erneuten Umbruch kommen. Die Frage ist: Mit welchen Mitteln?

Es ist schon länger nicht mehr schöne Ware, die der GCZ anbietet. Alles wirkt enorm behäbig, unsicher und ohne Selbstbewusstsein. Auch unter dem neuen Einfluss des ehemaligen Basler Meistertrainers Thorsten Fink gab es noch keinen ersichtlichen Umschwung. Das einzige Highlight zuletzt war der 4:3-Charaktersieg gegen den FC Lugano vom 21. April unter Interimscoach Mathias Walther.

Davor und danach gab es zumeist keine Punkte, dazu noch mehr als überschaubare Darbietungen wie am letzten Wochenende gegen den FC Sion. Wie man in einem so wichtigen Spiel, vor heimischem Publikum praktisch ohne Leistungsaufschwung und Spielwitz auftreten kann, liegt im Unerklärbaren. Es ist den Hoppers anzusehen, dass sie diese Spielzeit mit wenigen Höhen und ganz vielen Tiefen, auf und neben dem Platz wohlgemerkt, abhaken und vergessen möchten.

Nach dem Umbruch ist vor dem Umruch

Und was passiert im Sommer im Hinblick auf die Saison 2018/2019? Beim Grasshopper Club steht ganz sicher der nächste Umbruch bevor. Es muss mal wieder neu angefangen werden – unweigerlich. Denn eine solch desaströse Spielzeit will der Rekordmeister nicht noch einmal durchmachen.

GC-Trainer Thorsten Fink sprach bei seinem Amtsantritt von kurzfristigen und langfristigen Zielen. Was der Deutsche mit dem Rekordmeister langfristig vor hat, ist klar: Er will oben hinaus. Aber nicht nur er. Schon eine gefühlte Ewigkeit träumt man in Niederhasli von der Rückkehr zurück in die oberen Tabellenregionen. SPORTAL-HD-Experte Thomas Renggli sagte einst in unserer Sendung „The Soccer Lounge“, dass „ein Verein wie GC um Titel mitspielen muss“. Die Fans wären dem natürlich nicht abgeneigt.

Eigentlich hätte dieses ganze Vorhaben bereits mit dem als Heilsbringer geholten Murat Yakin in die Wege geleitet werden sollen. Das Projekt schlug bekanntlich ganz heftig fehl. Nun ist aber wieder ein neuer Chefcoach da, der seine eigenen Vorstellungen hat. Betreffend der taktischen Spielweise und dem dazu benötigten Spielermaterial.

Ablösefreie Spieler wieder im GC-Beutespektrum?

Es ist zwar erst Anfangs Mai und es dauert noch etwas zum Beginn der Transferperiode. Bereits aber kursieren die ersten Gerüchte. Seit Donnerstag macht besonders ein Name die Runde: Jener von Raphael Holzhauser. Anscheinend will Thorsten Fink seinen ehemaligen Schützling von Austria Wien nach Zürich holen. Es wäre ein Transfercoup: Der 25-Jährige spielte schon in der Bundesliga und war in der abgelaufenen Spielzeit als zentraler Mittelfeldspieler Topscorer seiner Austria. Sein Abgang steht bereits fest. Das aber wohl wichtigste Argument für GC: Holzhauser wäre ablösefrei!

Denn es macht alles den Anschein, als müsse Sportchef Mathias Walther, wie bereits im letzten Sommer, eine Mannschaft zusammenstellen, die praktisch „nichts“ kostet. Ob er wieder mit einem ablösefreien Ösi ein glückliches Händchen beweist? Bereits Torhüter Heinz Lindner, eine der wenigen Konstanten in dieser Saison, kam ohne Ablöse.

Das Geld wird beim GCZ auch in diesem Sommer nicht wie auf Bäumen wachsen. Denn: Die Mehrheitsaktionäre Anliker, Spross und Stüber decken mit ihren Millionen gerade mal 40 Prozent des Defizits. Für den anderen Teil wären die Einnahmen durch Transfers verantwortlich. Wer nach dieser Spielzeit jedoch für gutes Geld verkauft werden könnte, steht in den Sternen. Wenn, dann vielleicht die Eigengewächse namens Rhyner, Bajrami oder Pusic.

Thorsten Fink kann nächste Saison zeigen, was er draufhat

Selbst ob es mit den bislang ausgeliehenen Akteuren Doumbia, Sainsbury, Bergström, Djuricin und Kodro weitergehen wird, ist ungewiss. Laut Sportchef Walther ist mit dem Australier Sainsbury eine längere Zukunft geplant, dasselbe hat man wohl gerne mit Bergsröm und Kodro vor. Klar ist aber auch, dass Fink, wie Yakin, vor dem Ausmisten keinen Halt machen wird. Und wer weiss, vielleicht kommen ja die ausgeliehenen Spieler Sigurjonsson und Kamberi zurück.

Auf jeden Fall wird es diesen Umbruch geben. Wie es dies in der Vergangenheit immer mal wieder gab. Zu hoffen bleibt dieses Mal aus der Sicht der Zürcher, dass es gut ausgeht. Die Hoffnung ist zurecht vorhanden. Mit Fink ist Qualität an der Seitenlinie. Seine Fähigkeiten wird er ab der neuen Saison mit seiner Mannschaft so richtig zum Ausdruck bringen können.

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