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Ein Kommentar zum Schweizer Einzug in den WM-Viertelfinal

Jetzt haben die Finnen ausgefischt!

Das angestrebte WM-Ziel ist mit der Qualifikation für den Viertelfinal geglückt, doch die Nationalmannschaft darf sich damit nicht zufrieden geben. Das Schweizer Team ist in diesem Jahr zu mehr als nur Leder bestimmt.

Es ist ohne Frage die talentierteste Nationalmannschaft der letzten Jahre, wahrscheinlich sogar ever. Patrick Fischer hat es geschafft die besten Schweizer Eishockeyspieler – mit Ausnahme von Nico Hischier und Denis Malgin – zu vereinen und eine absolut konkurrenzfähige Mannschaft zu formen. Zugegeben vielleicht hätten Vincent Praplan, Denis Hollenstein oder Luca Fazzini mehr Talent, als Reto Schäppi oder Noah Rod, doch der Mix aus Technikern, Kämpfern, Scharfschützen und brillanten Individualisten passt.

Der Auftakt ins Turnier war harzig, doch im Vergleich zu anderen Jahren konnte sich die Schweiz am Ende den Sieg sichern. Gegen die Weissrussen und Franzosen liess man standesgemäss nichts anbrennen und der Sieg gegen die zähe Slowakei war im Kampf um den Viertelfinal wohl das Zünglein an der Waage. Gut, Tschechien hätte die Schweiz auch schlagen können, vielleicht sogar müssen, doch am Ende müsste das alles gleichgültig sein. Die Siege gegen die „Grossen“ hat sich die Mannschaft nun für die K.O.-Phase gegen Finnland und die weiteren Gegner aufgespart.

Vor einem Jahr in Paris gelangen der Nati nur im Startspiel mehr als drei Tore, ansonsten blieb die Offensive immer bei deren drei Treffern stehen. Die Spiele gegen Frankreich und Weissrussland haben nun gezeigt, dass es auch anders geht, obwohl dafür defensiv ein paar wenige Abstriche gemacht werden mussten. Obwohl die Gruppenphase des Vorjahres mit Rang 2 am Ende besser scheint, als es heuer der vierte Rang tut, hatten die Eisgenossen nur drei Punkte mehr auf dem Konto. Ob im Viertelfinal wie im Vorjahr als Gruppenzweiter nun Schweden oder als diesjähriger Gruppenvierter Finnland wartet, macht da den Braten auch nicht feiss. 

Doch das Schweizer Team hat Blut geleckt und gezeigt, dass die Top 6 nicht ausser Reichweite sind.

Der Turnierverlauf der Finnen war beachtlich. Sie haben sich gewisse Spiele herausgefischt, also ausgewählt, in welchen sie ihr Potenzial nicht nur abgerufen sondern gleich noch übertroffen haben. Lettland, Südkorea und Norwegen fertigte „Suomi“ eiskalt ab, gegen Deutschland und Dänemark reichten am Ende gar Niederlagen und Kanada und die USA wurden dann wieder diskussionslos abgefertigt. Der Viertelfinal ist nun das nächste Highlight, in welchem Finnland brillieren könnte. Doch das Schweizer Team hat Blut geleckt und gezeigt, dass die Top 6 nicht ausser Reichweite sind. Es braucht zwar einen geschlossenen und tadellosen Effort des Teams, doch unsere Jungs werden das packen. In Dänemark liegt fünf Jahre nach Silber die nächste Medaille bereit.

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