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Nach dem siebten Meistertitel in Folge

Campione Lichtsteiner sagt Juventus Addio

Juventus verlängert den Serie-A-Monolog um eine siebte Saison. Stephan Lichtsteiner schildert, was sich hinter der historischen Serie verbirgt und wie er die letzte Trophäe vor seinem Addio einstuft.

Am Tag nach dem entscheidenden Punktgewinn in Rom (0:0) reflektiert Lichtsteiner gegenüber der Nachrichtenagentur sda den siebten Titel-Triumph in Serie: „Hinter diesem Meilenstein stehen extrem viel Qualität, Arbeit und Aufopferung. Zu jenen fünf Spielern von Juve zu gehören, welche die ganze Geschichte geschrieben haben, ist etwas Riesiges.“ Sie hätten Nerven gebraucht, gestand er ein: „Napoli war ein starker und konstanter Herausforderer.“

Für die „Gazzetta dello Sport“ sind die Helden der beispiellosen Liga-Dominanz schlicht „I magnifici 5“, die magischen Fünf: Lichtsteiner, Captain und Keeper Gigi Buffon, Andrea Barzagli, Giorgio Chiellini und Claudio Marchisio. Das Quintett ist der harte Defensiv-Kern, der ein monströses Meisterwerk geschaffen hat – mit einer Reihe von imposanten Zahlen: sieben Meistertrophäen, vier Cupsiege, drei Supercoppa-Erfolge; aufgebaut auf einem Abwehrfundament der Sonderklasse mit 23 Gegentoren pro Serie-A-Saison. 361 Punkte hat Juve innerhalb von vier Spielzeiten gewonnen, 42 mehr als der erste Verfolger Napoli und 128 mehr als der frühere Primus AC Milan.

Es braucht eine immense Bereitschaft, um zu verzichten, um alles in den Hintergrund zu rücken, um alles für den Klub zu machen.

Im Telefonat mit der Nachrichtenagentur sda spricht der Schweizer Verteidiger von der Mentalität, die nötig gewesen sei, um ein Teil dieser „unfassbar grossen Story“ zu sein: „Es braucht eine immense Bereitschaft, um zu verzichten, um alles in den Hintergrund zu rücken, um alles für den Klub zu machen.“ Angesichts der gigantischen Erwartungshaltung der Tifosi wertet der 34-Jährige den ausgedehnten Zeitraum der Überlegenheit als besonders wertvoll: „Die Fans erwarten nach jedem Sieg noch mehr. Damit kommen nur wenige klar.“

Zur absoluten Traumbilanz fehlte wenig. „Ein Sieg in einem der beiden Champions-League-Finals fehlt. Alles andere haben wir gewonnen“, sagt Lichtsteiner. „Ich verlasse Turin nach sieben fast perfekten Jahren. Mehr war fast nicht möglich.“ Vor seiner Derniere gegen Hellas Verona kommt der Luzerner auf 300 Serie-A-Spiele – 200-mal trug er im Campionato das Shirt der Juve, in weiteren 60 Knock-out-Partien und europäischen Begegnungen der Turiner stand er ebenfalls auf dem Rasen. In den letzten sieben goldenen Kampagnen erreichte er eine Einsatzquote von 70 Prozent.

Seine Zukunft ist noch offen – „Komfortzone noch einmal verlassen“

Am kommenden Samstag betritt er die italienische Bühne ein letztes Mal. Vergessen wird „Il Treno Svizzero“ nichts, die zehnjährige Reise durch den Süden Europas bleibt in bester Erinnerung: „Ich habe hier Freundschaften geschlossen, ein tolles, fussballverrücktes Land. Italien werde ich immer wieder besuchen, für mich war die Zeit eine wichtige Lebenserfahrung.“

Wo er seine Karriere fortsetzt, ist weiterhin offen. Die Details sind noch nicht geregelt. Er freue sich auf eine neue Herausforderung und darauf, „die Komfortzone noch einmal zu verlassen“, so Lichtsteiner.

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