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Fast identisches Schlussprogramm für Sion und Lausanne

Thun und der FCSG als Richter im Abstiegskampf

Zwei Runden vor Schluss sind in der Super League schon die meisten Fragen geklärt. Eine äusserst spannende ist hingegen noch offen: Wer muss den Gang in die Challenge League antreten? Nachdem vor einigen Wochen noch die halbe Liga im Abstiegskampf involviert war, kommen nun nur noch zwei Teams in Frage: Der FC Sion und der FC Lausanne-Sport. Auch die Grasshoppers sind zwar mathematisch noch nicht gerettet, doch mit sechs Punkten Vorsprung und einer viel besseren Tordifferenz als Lausanne werden die Hoppers den Klassenerhalt schaffen.

Die Ausgangslage ist klar: Der FC Sion hat die viel besseren Karten, um in der kommenden Saison nach wie vor erstklassig zu sein. Das Team von Maurizio Jacobacci hat vier Punkte Vorsprung und mit -7 die viel bessere (oder, anders gesagt, klar weniger schlechte) Tordifferenz im Vergleich mit Lausanne (-21). Dies bedeutet also, dass für Lausanne, wenn es in den letzten Runden keinen historischen Kantersieg geben wird, auch ein Sieg und ein Remis im Falle von zwei Sittener Niederlagen nicht reichen würden. Gleiches gilt auch für das Szenario, in dem Sion zweimal unentschieden spielt, während Lausanne zweimal gewinnt. Zusammengefasst heisst das also: Das Team von Ilija Borenovic muss zwingend zwei Siege feiern, während Sion nicht mehr als einen Punkt in zwei Partien holen darf.

Entscheidende Partien gegen St. Gallen und Thun

Und wie es der Zufall so will, haben es zwei Teams in der Hand, wer aus der Super League absteigt: Der FC St. Gallen und der FC Thun. Denn in den letzten beiden Runden treffen sowohl Sion als auch Lausanne auf die Teams aus der Ostschweiz und aus dem Berner Oberland: Am 35. Spieltag empfangen die Walliser den FCSG, während der FCLS zuhause auf Thun trifft, in der letzten Runde reist dann Sion in die Stockhorn Arena, während die Waadtländer im Kybunpark antreten müssen.

Was die sportliche Fairness angeht, ist es sicherlich von Vorteil, dass die beiden Abstiegs-Kontrahenten das (fast) gleiche Schlussprogramm haben. So treffen beide Mannschaften nämlich auf ein Team, für das es noch um etwas geht – der FCSG befindet sich mitten im Kampf um einen Europa-League-Platz – und auf Thun, welches mit dem Klassenerhalt sein Saisonziel bereits erreicht hat.

Gibt es nun aber doch ein Team. welches etwas mehr vom verbliebenen Schlussprogramm profitieren kann? Praktisch nicht. Sowohl in der Heim- als auch in der Ausswärtstabelle hat der FC St. Gallen in dieser Saison bisher genau drei Punkte mehr gesammelt als der FC Thun, weshalb es keine Rolle spielt, dass Sion zuhause gegen St. Gallen und auswärts gegen Thun spielen muss, während Lausanne die Berner Oberländer zuhause empfangen wird und auswärts gegen den FCSG antreten muss. Wenn man die bisherigen Saisonduelle der Abstiegskandidaten mit St. Gallen und Thun anschaut, kann man hingegen einen leichten Vorteil für Sion erkennen. Die Walliser konnten in den bisherigen sechs Duellen mit den bevorstehenden Gegnern sechs Punkte gewinnen (zwei Siege gegen Thun), während Lausanne nur deren fünf holen konnte (Sieg und Remis gegen den FCSG, Remis gegen Thun).

Lausanne braucht ein Fussballwunder

Was spricht also noch für Lausanne? Einen Strohhalm, an dem sich die Lausannois noch festhalten können, gibt es: Sion muss zuerst gegen seinen Angstgegner St. Gallen ran. Gegen die Espen gab es für das Team von Maurizio Jacobacci in dieser Saison noch keinen einzigen Punkt. Sollte dies auch nach dem Sonntag der Fall sein und sollte Lausanne währenddessen tatsächlich gegen Thun gewinnen, dürften die Waadtländer darauf hoffen, dass die Walliser am letzten Spieltag zusätzlichen Druck verspüren würden und nochmals etwas nervöser wären. Doch bis dahin ist es für das Team von Ilija Borenovic noch ein weiter Weg, wenn man bedenkt, dass der LSFC seinerseits in dieser Saison gegen Thun noch ohne Sieg geblieben ist und der letzte Vollerfolg zuhause über die Berner Oberländer über fünf Jahre zurückliegt.

Die Ausgangslage ist also klar: Will der FC Lausanne-Sport den Klassenerhalt doch noch schaffen, braucht er ein Fussballwunder. Da nützt auch die ganze Fairness und Ausgeglichenheit, welche der Spielplan mit sich bringt, nur wenig.

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