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Der Spieler der Anaheim Ducks ist in Topform

Rickard Rakell – der (noch) heimliche Superstar der “Tre Kronor“

Dass Schweden eine richtige Eishockey-Nation ist, weiss jeder Fan schon lange. Die Breite an Weltklasse-Eishockeyspieler im nordeuropäischen Land ist riesig, so auch an der diesjährigen WM. Mit Spielern wie John Klingberg, Mikael Backlung und Gustav Nyquist, um nur ein paar zu nennen, haben die “Tre Kronor” einige Namen im Team, welches das Herz der Fans höher schlagen lässt.

Doch ein besonderer Name ist den Fans ausserhalb von Schweden und Nordamerika noch nicht ganz so geläufig: Derjenige von Rickard Rakell. Dies aber zu Unrecht: Der Stürmer der Anaheim Ducks ist mit fünf Treffern und sechs Assists nämlich nicht nur Topskorer der Schweden, sondern auch viertbester Skorer im ganzen Turnier. Zeit also, um den 25-Jährigen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Dass Rickard Rakell ein äusserst talentierter Mann ist, blieb den zahlreichen Scouts schon in seinen jungen Jahren nicht verborgen. Der Mann aus Sollentuna wurde bei AIK ausgebildet und wechselte 2010 in die OHL, um auch in Nordamerika Erfahrungen zu sammeln. Mit 45 Punkten aus 49 Partien – einer respektablen Ausbeute – drängte sich Rakell für den Draft auf. Und tatsächlich wurde er im Jahr 2011 von dem Amaheim Ducks an 30. Stelle in der ersten Runde gezogen.

Schritt für Schritt an die Spitze

Von da an wurde der damals 18-Jährige behutsam an die beste Liga der Welt herangeführt. Die Ducks parkierten Rakell nach dem Draft nochmals für fast zwei Saisons in der OHL bei Plymouth, wo er weiterhin etwa einen Punkt pro Spiel skorte. 2013 wurde der Schwede dann erstmals ins NHL-Team berufen, wo er mit den Ducks erste Erfahrungen auf höchstem Niveau sammeln konnte.

Nachdem Rakell in der Saison danach noch öfters im Farmteam bei den Nordfolk Admirals eingesetzt wurde, bestritt er in der Saison 14/15 ganze 87 Partien für die Ducks. In diesen kam er auf 32 Punkte. Ein beachtlicher Wert, aber nicht einer, der den Durchschnitts-Fan durchdrehen lässt. Doch dies wurde auch nicht erwartet: Rickard Rakell gilt nämlich als Zwei-Weg-Stürmer, also als Spieler, der nach vorne so seine Qualitäten hat, der sich aber vor allem durch sein ausgeglichenes Spiel auch in der Defensive auszeichnet. Dies ist ein Spielertyp, welcher für seine Mannschaft von enormer Wichtigkeit ist, welcher bei den Fans aber weniger auffällt. Aus diesem Grund blieb der Stürmer für den “NHL-Laien” lange im Schatten seiner Landsmänner und Spektakelmacher und Schillerfalter wie beispielsweise Filip Forsberg, Henrik Zetterberg, Erik Karlsson oder den beiden Sedins.

Ab 2015 kontinuierlich besser

In der Folge begann Rakell aber, sein immenses Offensivpotential immer mehr auszuschöpfen. In der Regular Season 15/16 gelangen dem Schweden 43 Punkte, im Jahr darauf 51. Und so richtig in Fahrt kam Rickard Rakell in dieser Saison: An der Seite der beiden Ducks-Legenden Getzlaf und Perry blühte der 25-Jährige so richtig auf und erzielte 69 Punkte, so viele wie kein anderer in seinem Team. Belohnt wurde diese Leistung nicht nur mit einer Nominierung für das All-Star-Game, sondern auch mit dem Aufgebot für die WM. Für Rakell ist es die erste auf A-Niveau – ein weiterer Grund dafür, warum er vielen europäischen Fans bis dahin noch kein Begriff war.

Wollen die Schweizer am Sonntag den Schweden also ein Bein stellen, müssen sie es irgendwie schaffen, die Linie um Rakell und seine Kollegen Mattias Janmark und Mika Zebanejad zu stoppen. Einer, der wissen könnte, wie das geht, ist Goalie Reto Berra. Der Keeper spielte in der vergangenen Saison wie Rakell in der Organisation der Anaheim Ducks, er wird also wissen, wo die Stärken und womöglich die Schwächen des schwedischen Stars liegen. Aber ganz egal, ob er sie kennt oder nicht – ein Sieg gegen die Superstar-Equipe der “Tre Kronor” wäre ein veritabler Coup.

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