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Das Schweden-Spiel gegen die Slowakei und die letzten Duelle machen Mut

Die Schweiz will Revanche für die Final-Pleite und das Viertelfinal-Out

Nach Russland trifft die Schweiz auf die nächste Eishockeymacht. Die Schweden fordern uns! Die letzten Aufeinandertreffen dürften den Eisgenossen Mut machen. Nicht nur das: Es wird die wohl qualitativ stärkste Schweizer Mannschaft auf dem Eis bereitstehen. Folgt endlich die Revanche für das verlorene Finale der WM 2013?

Es sind wunderbare Neuigkeiten: Roman Josi und Kevin Fiala, Superstars der ausgeschiedenen Nashville Predators verstärken das Schweizer Nationalteam an der Weltmeisterschaft in Dänemark! Es sind die Übersee-Spieler Nummern sieben und acht – noch nie waren es so viele. Ab Sonntag werden die zwei „Preds“ ins Turnier eingreifen, rechtzeitig für das zweite Knallerspiel gegen die Schweden.

Seit der bitteren 1:5-Pleite im WM-Finale 2013 gab es in vier Duellen keinen Sieg für die Schweiz gegen die „Tre Kronor“. Allerdings waren es nie klare Niederlagen – 0:1, 1:2 n.V., 2:3 n.P. und letztes Jahr an der Weltmeisterschaft im Viertelfinale ein 1:3. Gaetan Haas, der auch heuer wieder dabei ist, schoss damals nach dreizehn Spielminuten den 1:1-Ausgleich.

Die „zu lockere Abgebrühtheit“ als Schwachstelle der Schweden?

Bis gestern Mittag waren die Schweden ohne Verlustpunkte. Weissrussland mit 5:0, Frankreich mit 4:0 und Österreich mit 7:0 wurden pflichtgemäss und solid abgefertigt. Das zweite Spiel gegen Tschechien endete mit 3:2. Doch gestern lief es für einmal nicht wirklich nach Wunsch der Gelbblauen. Gegen die deutlich schlechter eingeschätzten Slowaken gab es nur einen 4:3-Sieg nach Verlängerung. Und dies trotz einer 3:1-Führung.

Genau da könnte eine der ganz wenigen Schwachstellen liegen, wie dies in unserer Sendung ''The Hockey Week'' vom 9. Mai erklärt wurde. Anders als beispielsweise die US-Amerikaner oder die Kanadier schalten die Schweden bei einem beruhigenden Vorsprung eher einen Gang runter als noch weiter Gas zu geben, meinte SPORTAL-HD-Experte Andreas Hänni. NHL-Scout Thomas Roost fügte an: ''Die Schweden wirken immer extrem ruhig und kontrolliert. Aber in gewissen Spielen denke ich manchmal: 'Jetzt nehmt mal den Finger heraus!'''.

Dieses Szenario hat sich wohl auch gegen die Slowakei abgespielt. Zu Spielmitte stand es scheinbar beruhigend 3:1. Aber die Slowaken gaben sich gegen den haushohen Favoriten nicht auf, spornten sich gegenseitig an und kamen erst mit dem Anschlusstreffer näher, um wenig später im Schlussdrittel auszugleichen. In der Verlängerung war es dann 40 Sekunden vor Schluss Superstar Rickard Rakell, der den Nordländern immerhin den Zusatzpunkt sicherte. Ein Mutmacher für die Schweiz, gegen Schweden mindestens einen Punkt mitzunehmen!

Schweden-Stars von hinten bis vorne – 19 NHL-Spieler

Rickard Rakell ist einer der grossen Stars in Team der Schweden. Der 25-jährige Flügelstürmer ist einer von insgesamt 19 (!) NHL-Spielern im Kader der Schweden. Die Frage nach dem Favoriten in der Partie von Sonntagabend erübrigt sich also alleine schon deswegen. Rakell von den Anaheim Ducks war bislang an diesem Turnier der absolut torgefährlichste Akteur der „Tre Kronor“. Fünf Tore und sechs Vorlagen lieferte er bis anhin in fünf Spielen. Eine unglaubliche Quote, die ihn auf den dritten Platz der WM-Scorerliste hievte. Auf ihn, Goalie Reto Berra wird ihn nach gemeinsamer Zeit bei Anaheim kennen, müssen die Schweizer besonders achten!

Aber es gibt noch ganz viele weitere Spieler, deren Namen auf der Eishockey-Zunge wahrlich zerschmilzt. Erwähnt werden soll hierbei ein gewisser Filip Forsberg. Der 23-jährige Stürmer ist Teamkollege von Roman Josi und Kevin Fiala bei den Nashville Predators und wird ebenfalls ab Sonntag ins Turniergeschehen eingreifen. Er kommt mit der unglaublichen Empfehlung von 64 Scorerpunkten in 67 Regular-Season-Spielen und 16 Punkten in 13 Playoff-Spielen. An ihm lag es nicht, dass die „Preds“ nicht mehr um den Stanley Cup mitspielen.

Der zweitbeste Scorer der Schweden heisst Mattias Janmark, ist 25 Jahre alt und steht bei den Dallas Stars unter Vertrag. An der WM sammelte er in fünf Spielen acht Scorerpunkte (3 Tore/5 Vorlagen). In der besten Liga der Welt war seine Quote etwas weniger torgefährlich: 34 Scorerpunkte in 81 Spielen. In allen Spielen bildeten Janmark und Rakell jeweils die Flügelzange der ersten Linie mit Mika Zibanejad von den New York Rangers als Center.

Dank Nashville: Schweiz verstärkt, aber auch Schweden

Mit dem Ausscheiden der Nashville Predators stossen neben Forsberg auch Verteidiger Mattias Ekholm und Flügelstürmer Viktor Arvidsson zur Mannschaft – ebenfalls natürlich Spieler von Weltklasse-Format.

Der Captain und Leitwolf dieses jungen Nationalteams, das Durchschnittsalter beträgt 24 Jahre, ist Mikael Backlund. Der 29-jährige Center der Calgary Flames trumpfte rein scorermässig noch nicht gross auf, ist jedoch stets ein zuverlässiger Wert und enorm wertvoll für die Mannschaft.

Trotz all diesen Vorschusslorbeeren für die Schweden, kann die Schweiz ein positives Resultat durchaus erzielen. Heisst: Mindestens einen Punkt mitnehmen. Das Rezept dafür haben die Slowaken am Samstag eindeutig offenbart. Den Schweizern ist dies, wenn nicht noch mehr, absolut zuzutrauen, zumal sie deutlich mehr Potenzial als die Slowaken besitzen. Wer weiss, vielleicht machen Corvi, Niederreiter & Co. mit dem Zuzug von Josi und Fiala gar noch einen Schritt nach vorne? Dann ist alles möglich!

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