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Wer konnte am Wochenende überzeugen, wer enttäuschte?

Söldnercheck: Zwei Italien-Legionäre brillieren, Debakel in der Bundesliga

An diesem Wochenende wurde in der Super League Fussball gespielt – aber natürlich nicht nur! Denn auch in den Topligen Europas rollte der Ball wieder.

Zeit also, um wieder einen Blick auf die Schweizer Söldner zu blicken. Wer konnte an diesem Wochenende überzeugen? Wem lief es überhaupt nicht nach Wunsch? Wir machen den Check und liefern die drei besten und die drei schwächsten Schweizer Akteure des vergangenen Wochenendes.

FLOP: „Schweizer“ Fohlen von Bayern zerlegt

Am Samstag Abend demontierte der FC Bayern München Borussia Mönchengladbach gleich mit 5:1. Dies ist auch eine kleine Niederlage für den Schweizer Fussball. Warum? Weil bei den „Fohlen“ gleich vier Schweizer in der Startaufstellung standen: Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria und Josip Drmic. Dabei konnte keiner vollends überzeugen: Drmic traf zwar zur frühen Führung für Gladbach, tauchte danach allerdings ab. Immer wieder wurden technische Mängel beim 25-Jährigen sichtbar, was verhinderte, dass er den Ball halten und somit seinem Team etwas Luft verschaffen konnte. Yann Sommer zeigte über weite Strecken ein gutes Spiel, das entscheidende 1:2 muss der Nati-Goalie allerdings zu einem Grossteil auf seine Kappe nehmen. Und auch die jungen Elvedi und Zakaria, welche in dieser Saison sonst zu überzeugen wussten, mussten gegen den grossen FCB Lehrgeld bezahlen. Alles in allem also sicher kein Abend, den die Schweizer mit Freude in Erinnerung behalten werden.

FLOP: Oddo verbannt Widmer auf die Bank und kassiert trotzdem die nächste Pleite

Die Trainerkarriere von Massimo Oddo bei Udinese Calcio hat einen äusserst kuriosen Lauf genommen. Als der Jungtrainer Ende November bei den Friaulern anheuerte, setzte Udinese zu einer beeindruckenden Serie an und blieb zwischenzeitlich neun Partien lang ohne Niederlage. Dann folgte allerdings der Einbruch – und was für einer: In den letzten neun Partien gab es keinen einzigen Punkt, so auch am Samstag in Cagliari. Um der Mannschaft neue Impusle zu geben entschied sich Oddo für einige Personalrochaden. Ein Opfer davon war auch Silvan Widmer: Der Aarauer, der wenn er fit ist eigentlich immer mindestens zu einem Teileinsatz kommt, musste erstmals seit Ende Oktober 90 Minuten lang auf der Bank Platz nehmen. Wie wir wissen, brachte dieser Wechsel nichts, Udinese verlor auf Sardinien mit 1:2. Wars das für Oddo? Und muss Widmer nun plötzlich öfters mit der Ersatzbank Vorlieb nehmen?

FLOP: Schwegler für einmal nicht ganz überzeugend

Pirmin Schwegler ist im Mittelfeld von Bundesligist Hannover gesetzt. Grund dafür ist, dass der defensive Mittelfeldspieler normalerweise konstant starke Leistungen zeigt und im Mittelfeld sowohl offensiv als auch defensiv die Fäden zieht. Beim 1:1 in Stuttgart zog der Routinier für einmal einen etwas schwächeren Arbeitstag ein. Beim Gegentreffer kam er gegen Torschütze Thommy einen Schritt zu spät und auch im Spiel nach vorne konnte Schwegler nicht wie gewohnt für Impulse sorgen. Wirklich schlecht war die Leistung des 31-Jährigen nicht, und doch sind wir uns vom 14-fachen Nationalspieler anderes gewohnt.

TOP: Dzemaili fällt einmal mehr positiv auf

Es ist schon beeindruckend, wie schnell sich Blerim Dzemaili nach dem Intermezzo in der MLS wieder an das Niveau der Serie A angepasst hat. Auch an diesem Wochenende gegen Hellas Verona zeigte der Nationalspieler seine ganze Qualität und lieferte eine starke Partie ab. Ein Tor oder ein Assist blieben dem Routinier zwar verwehrt, dennoch wurde er von verschiedenen italienischen Medien gelobt. Im Offensivspiel Bolognas nimmt Dzemaili eine wichtige Rolle ein, er spielt kluge Pässe und geht auch selbst in den Abschluss. Dass es gegen Verona nicht für ein Tor gereicht hat, liegt vor allem an der starken Leistung des gegnerischen Keepers Nicoas.

TOP: Schär bei La Coruña zurück in der Startelf

Fabian Schär durchlebte bei Deportivo La Coruña zuletzt eine schwierige Zeit. Nach einer langen Durststrecke ohne Sieg wurde der Ostschweizer von Trainer Seedort auf die Bank verbannt, zuletzt musste der Ex-Basler fünf Mal in Serie von der Seitenlinie aus zuschauen. Am Samstag kehrte Schär dann endlich wieder in die Mannschaft zurück – und wie: Bei Athletic Bilbao gab es einen eminent wichtigen 3:2-Sieg. Dabei konnte der Nationalverteidiger nicht nur defensiv überzeugen, sondern bereitete mit einem Kopfball noch das 1:0 vor. Dank diesem Sieg fehlen La Coruña noch fünf Punkte auf einen rettenden Platz und es ist gut möglich, dass Schär auch in den nächsten Spielen mithelfen wird, um diesen noch zu erreichen.

TOP: Rodriguez hält die Napoli-Stars in Schach

Wenn man einen Linksverteidiger der Serie A fragt, wer sein liebster Gegenspieler ist, wird mit ziemlicher Sicherheit kein einziger José Callejon nennen. Der Spanier ist mit seinem Tempo und seiner Technik ein äusserst unbequemer Gegner, der vielen Verteidiger Kopfzerbrechen bereitet. Nicht aber Ricardo Rodriguez: Im Kracherspiel zwischen Milan und Napoli zeigte der Nati-Verteidiger eine starke Leistung und meldete den wirbligen Stürmer 90 Minuten lang praktisch ab. Der zuletzt auch kritisierte Rodriguez spielte äusserst konzentriert und harmonierte ausserdem ausgezeichnet mit Hakan Calhanoglu auf der linken Seite. Die Partie endete 0:0, erst zum sechsten Mal in dieser Saison gelang Napoli kein Treffer. Und dies ist auch Ricardo Rodriguez zu verdanken.

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