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Stocker und Frei liefern im ''Schweizer Classico'' eine mehr als dürftige Leistung ab

Blickpunkt Rückkehrer – die Basler Schattenbilder ihrer selbst

Was war die Euphorie gross, als die Rückholaktionen von Valentin Stocker und Fabian Frei bekannt wurden. „Jetzt werden wir die Young Boys sicher noch einholen“, hofften nicht nur viele, sondern dachten wohl auch viele. Bislang wurden sie enttäuscht. Im so wichtigen Spitzenduell gegen die Young Boys ein Mal mehr.

Ablösefrei konnte Sportchef Streller im Januar den verlorenen Sohn Valentin Stocker aus der Bundesliga zurück in die Schweiz holen. Den sechsmaligen Schweizer Meister, dreimaligen Cupsieger und 36-fachen Nationalspieler. Zudem holte der FCB von Mainz den anderen verlorenen Bebbi, Fabian Frei, zurück. Auch der zentrale Mittelfeldspieler steht für Basler Erfolg, wurde mit den Rotblauen vier Mal Schweizer Meister und zwei Mal Cupsieger.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Ernüchternd stehen sie da, die Basler. Während YB mit dem 2:2-Remis einen weiteren Schritt Richtung Meistertitel vollbracht hat. Sinnbildlich für die Niedergeschlagenen: Frei und Stocker, die nicht mehr jene Spieler sind, welche sie einst waren.

Die entscheidenden FCB-Fehler mit Frei und Stocker im Mittelpunkt

Das erste Tor für das Heimteam ging indirekt auf die Kappe von Fabian Frei, der zuerst mit einem schlechten Stellungsspiel hervorsticht, um dann Assalé seelenruhig flanken zu lassen. Die Folge: 1:0-YB durch den in der Mitte postierten Hoarau.

Beim zweiten Tor der Berner, standen dann gleich beide Rückkehrer im Mittelpunkt oder besser gesagt im Schilf! Nach einem YB-Einwurf (!) bekam Assalé das Spielgerät und weder Stocker, noch Frei konnten den Ivorer irgendwie bändigen. Der wirblige Flügelspieler konnte sein Vorhaben wieder in die Tat umsetzen und Fassnacht bedienen.

Nur fünf Minuten nach diesem Ausgleich die perfekte Chance für Basel! Elyounoussi glänzte wieder mal mit einem herrlichen, öffnenden Pass und schickte Stocker auf die Reise. Der ehemalige Hertha-Spieler nahm den Ball gut mit und hat nur noch Wölfli vor sich. Doch statt das fast sichere 2:3 zu erzielen, wollte der 28-Jährige den mitgerannten Ajeti bedienen. Der Plan scheiterte kläglich.

Aber Valentin Stocker bekam, weil Gott wohl so gnädig war und es nochmals spannend haben will in der Meisterschaft, erneut eine ausgezeichnete Möglichkeit. Nach schöner Vorarbeit von Dimitri Oberlin hiess es wieder Eins-gegen-Eins mit Wölfli. Nun folgte der absolute Höhe-, sorry, Tiefpunkt! Statt wiederum das normalerweise sichere Netz zappeln zu lassen, verstolperte Stocker das Leder, welches anschliessend glücklich noch den Weg an den Pfosten findet – immerhin, versucht man sich zu sagen. Aber das hätte das 2:3 sein MÜSSEN.

Alles verspielt, alles vergeben: Wohin des Weges, FC Basel?

Es wären eminent wichtige drei Punkte für den FC Basel gewesen. Wicky und Steller dürften sich bei diesen Aktionen die Haare gerauft haben. Die Ursachen für diese eigentlich unentschuldbaren Fehler dürften schnell gefunden werden: Es ist nicht mehr jener Frei und jener Stocker von anno damals.

Das mangelnde Selbstvertrauen dürfte beiden fehlen. Von Sommer bis Winter kam Frei auf immerhin 800 Bundesliga-Minuten, war bei Mainz in den zweieinhalb Jahren aber nie Stammkraft. Aber besonders bei Valentin Stocker zeugen diese zwei vergebenen Chancen von einer nicht einfachen Zeit bei Hertha Berlin. Von der Hinrunde kann er gerade mal 50 Bundesliga-Minuten aufweisen.

Quo vadis FC Basel? Die beste Chance hat die Mannschaft von Raphael Wicky nun definitiv vertan und damit wohl alles verspielt, was es zu verspielen gibt. Es kann nur besser werden am Rheinknie – ob mit oder ohne die Rückkehrer, steht in den Sternen. Aber die Angewöhnungszeit ist langsam aber sicher abgelaufen.

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