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Bewertung FC Basel vs. Manchester City

Die einsame Spitze überzeugte, das Abwehr- und Mittelfeldzentrum nicht

Der FC Basel hatte keine Chance gegen die millionenschwere Mannschaft von Manchester City. Ein Dreierpack innert neun Minuten zwischen der 14. und der 23. Minute sorgte bereits für die Entscheidung. Die Enttäuschung ist zwar gross, war aber auch etwas zu erwarten.

Wie haben sich die Basler Akteure heute Abend persönlich geschlagen? Die sport.ch-Redaktion liefert wie immer die Noten zum Spiel.

Tomas Vaclik (Tor) – Note: 4

Es war vor allem eine sehr bittere, erstere Halbzeit für den tschechischen Keeper. Von Vaclik brauchte es praktisch keine Intervention und trotzdem lag der FC Basel mit 0:3 im Hintertreffen. Bei allen vier Toren schaute der FCB-Goalie regungslos den Schüssen hinterher und so wirkte es, als wäre er immer machtlos gewesen. Ist das die Wahrheit? Nun, die Tore waren einerseits sehr schön geschossen, andererseits hätte ein Tomas Vaclik in Top-Form den ein oder anderen Schuss gehalten. In Hälfte zwei konnte er sich etwas mehr auszeichnen, wie zum Beispiel beim fast sicheren 0:5 von Gündogan in der 74. Minute. Eine tolle Parade von ihm verhinderte den Hattrick des Deutschen. Fazit: Ein nicht schlechter und zumeist chancenloser Vaclik, den wir aber schon besser gesehen haben!

Michael Lang (Verteidigung) – Note: 3.5

Vom Starverteidiger des FC Basel war für einmal nicht viel zu sehen. In der ersten Halbzeit war Michael Lang nonstop mit Defensivarbeit beschäftigt, wobei die Abstimmung mit seinen Abwehrpartnern nicht immer prächtig stimmte. In den zweiten 45 Minuten traute er sich dann an der Seite von Stocker und Elyounoussi ein bisschen mehr nach vorne – auch weil Manchester City das Tempo drosselte und die Basler kommen liess. Viel wollte Lang, dem Held vom Manchester-United-Spiel, dennoch nicht gelingen.

Marek Suchy (Verteidigung) – Note: 3

Klar, wenn du als Teil der Innenverteidigung vier Buden einstecken musst, kann die Leistung nicht überzeugend gewesen sein. Auch Marek Suchy, der Patron in der Basler Abwehr, wirkte alles andere als stilsicher. Zu oft liess er zusammen mit seinen Kollegen die Gegenspieler gewähren und schaffte unnötig grosse Freiräume. Die Entschuldigung, dass diese Gegenspieler Namen wie Agüero, Bernardo Silva oder De Bruyne hiessen, lassen wir dabei aber zumindest etwas gelten. Gegen diese Startspieler kann man nicht alles verhindern.

Taulant Xhaka (Verteidigung) – Note: 3.5

Taulant Xhaka kann sich nicht mit einer gelungenen Leistung auszeichnen lassen. In der Innenverteidigung neben Lacroix und Suchy aufgestellt, bezog auch der Aggressiv-Leader der Basler eine Lehrstunde. Gegen die Stars der „Skyblues“ hatte er ordentlich Mühe hinten, was sich vor allem bei den Gegentreffern zeigte. Anstatt die Gegner gezielt zu attackieren, liessen die Basler ihnen viel zu viele Freiräume. Ein Gegner wie Manchester City nutzt diese natürlich kaltblütig aus. Die Defensiv-Ordnung hat also nicht wirklich gestimmt. In Halbzeit zwei steigerte sich auch Xhaka, wobei dieser Dank auch ManCity gebührt, die sich vermehrt aufs verwalten konzentrierten.

Léo Lacroix (Verteidigung) – Note: 3

Neben seinem Kollegen Suchy konnte der neuverpflichtete Akanji-Ersatz Léo Lacroix ebenfalls nicht vollends überzeugen. Nach vorne trat der 25-jährige Hüne nie in Erscheinung und hinten hatte er allerliebste Mühe mit den wirbligen Agüero, Gündogan und Bernardo Silva. Beim 0:2 des portugiesischen Superstars Bernardo Silva verlängerte er zudem unglücklich eine Sterling-Flanke genau in dessen Füsse. 

Blas Riveros (Verteidigung) – Note: 3

Wie bei seinem Pendant auf der anderen Spielseite, Michael Lang, war auch vom jungen Paraguayer gar nicht viel zu sehen. Zeigte er beim grandiosen Benfica-Spiel noch eine starke Leistung, war Blas Riveros heute offensiv komplett abgemeldet. Die „Citizens“ merkten schnell, dass auf Riveros‘ Abwehrseite wohl eine Schwäche vorzufinden ist. Tatsächlich war diese Defensiv-Seite eine Schwachstelle der Basler und mal für mal kam ManCity mit Sterling zu Vorstössen. Dass Riveros überhaupt von Anfang an spielte, dürfte den einen oder anderen überrascht haben – sein letztes Pflichtspiel absolvierte er am 9. Dezember 2017.

Mohamed Elyounoussi (Mittelfeld) – Note: 4

Der norwegische Internationale Mohamed Elyounoussi war neben Stocker und Oberlin der dritte Aktivposten. Obwohl er in der ersten Halbzeit, wie eigentlich der gesamte FC Basel, untertaucht, gebührt im für seine Steigerung nach dem Pausentee Lob. Nach 49 Minuten war es nämlich Basels Nummer 24, der den brasilianischen Schlussmann Ederson erstmals zu einer Parade zwang. Die Schussgelegenheit erarbeitete er sich mit einer gelungenen Einzelleistung. Diese Aktion schien ihn motiviert zu haben und so wirbelte er auf seiner Seite, wie man es von ihm eigentlich kennt.

Fabian Frei (Mittelfeld) – Note: 3

Es war nicht das Spiel des Fabian Frei! Zuletzt gegen den FC Thun kam die Nummer sechs des FC Basel nur von der Bank – wurde er geschont? Auf jeden Fall hatte sich dies nicht ausgezahlt. Man spürte deutlich: Frei ist noch nicht die gewünschte Verstärkung und braucht Anpassungszeit! Beim 0:1 durch den wahrlich nicht als Kopfballmonster bekannten Gündogan, verlor der Rückkehrer das Luftduell kläglich. Auch beim vierten City-Treffer, wieder durch den deutschen Nationalspieler, sah er alles andere als gut aus. Wie ein Junior liess er sich schnell umspielen. Ansonsten hatte er vor allem in der ersten Halbzeit des öfteren das Nachsehen bei Duellen mit Sterling oder De Bruyne. In Hälfte zwei besserte er sich etwas, wie die gesamte Mannschaft. Aber: Da ist noch viel Luft nach oben!

Geoffroy Serey Die (Mittelfeld) – Note: 3.5

Genau wie seine Teamkollegen Xhaka und Frei, die Serey Die im Zentrum zur Seite standen, lief es auch dem Ivorer nicht gut. Dass es gegen die Ballbesitz-starken Engländer nicht einfach werden würde, war klar. Trotzdem hatten die Basler zu oft und in entscheidenden Momenten das Nachsehen. Gegen Gündogan, Agüero und selbst einen nicht sehr starken De Bruyne bekundete Serey Die Mühe und konnte so auch nicht die Gegentreffer verhindern. Gegen Ende des Spiels musste Serey Die gar noch froh sein, dass er nach einem harten Einsteigen gegen Gündogan nicht vom Platz flog.

Valentin Stocker (Mittelfeld) – Note: 4

Guter, mutiger Auftritt von Valentin Stocker, dem anderen Rückkehrer! Der 28-jährige Ex-Hertha-Spieler versuchte, wenn möglich, in der Offensive Akzente zu setzen. Sei dies mittels Konterchancen oder nach Standards. Zusammen mit Oberlin und Elyounoussi sorgte er in den ersten paar Minuten des Spiel und dann besonders im zweiten Durchgang für Dampf bei den Bebbi. Nach einem Eckball kam er dabei gar zu einer guten Kopfballmöglichkeit. Auch bei ihm wird immer wieder gesagt, dass er noch Angewöhnungszeit braucht. Heute hat Stocker gezeigt, dass er auf einem guten Weg ist!

Dimitri Oberlin (Angriff) – Note: 4.5

Der absolut beste Basler! Dimitri Oberlin, die Rakete. Spätestens seit dem Benfica-Spiel kennen ihn auch die internationalen Beobachter. Gegen Manchester City wollte ihm zwar kein Treffer gelingen, Chancen hatte er aber allemal, die er sich teils auch selber erarbeitete. Nach 12 Minuten fällt Oberlin gegen Otamendi im Strafraum. Obwohl er selber gerne einen Elfer gehabt hätte, wäre es doch ein strenger Pfiff gewesen – immerhin handelt es sich um die Königsklasse. In der 56. Minute tauchte er nach einem schönen Stocker-Pass plötzlich alleine vor Ederson auf, doch sein überhasteter Abschluss landete klar neben dem Kasten. Etwas später verzeichnete er auch noch eine gute Kopfball-Gelegenheit und einen mehr als ordentlichen Freistoss, bei welchem Ederson durchaus sein Können zeigen muss. Also: Ein sehr couragierter Auftritt von Oberlin gegen einen Weltklasse-Gegner mit Top-Verteidigern!

Albian Ajeti (Angriff) – Note: –

Der Stürmer kam in der 71. Spielminute für Valentin Stocker in die Partie. Obwohl zwanzig Minuten eigentlich reichen würden für zumindest eine kleine Bewertung, ist dies hier nicht der Fall. Der Grund: Beim Stand von 0:4 reingekommen blieb Albian Ajeti vollkommen blass und konnte nicht in Erscheinung treten.

Kevin Bua (Mittelfeld) – Note: –

Wie bei Ajeti gilt auch hier: Keine Bewertung möglich. Der 24-jährige Genfer in Basler Diensten kam allerdings erst in der 85. Minute für Mohamed Elyounoussi ins Spiel.

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