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Wer konnte am Wochenende überzeugen, wer enttäuschte?

Söldnercheck: Ein sich öffnender Knoten, eine gelungene Abwehrschlacht und der Benfica-Horror

Nicht nur in der Super League wurde an diesem Wochenende Fussball gespielt, auch in den besten Ligen Europas rollte der Ball über den Rasen.

Mit dabei waren auch wieder einige Schweizer. Wer konnte brillieren? Und wo sind Tiefpunkte auszumachen? Wir machen den Check!

TOP: Embolo mit starkem Startelf-Debüt gegen die Bayern

“Endlich!“, versucht man sich zu sagen! Und tatsächlich scheint sich der Knoten bei Breel Embolo zumindest etwas zu lösen. Erst zum dritten Mal in dieser Saison und das erste Mal im Jahr 2018 stand Embolo bei den Königsblauen in der Startelf. Nicht nur dies: Es war gleich beim Auswärtsspiel gegen die unantastbaren Bayern der Fall, wobei der 20-jährige Rekordeinkauf der Schalker über die vollen 90 Minuten ran durfte. Im Vorfeld meinten viele, dass ein Spiel in der Allianz Arena gegen Bayern München für einen Stürmer eigentlich gar keine Chance sei, sich zu beweisen. Der unangefochtene Tabellenführer ging dann letztendlich auch verdient als Sieger vom Platz. Doch Embolo machte seine Sache richtig gut – der Grund, warum er hier erscheint. Mit seinen Sturmkollegen Burgstaller und Di Santo (Torschütze zum 1:1) brachte er die Münchner Defensive, immerhin die Weltmeister Boateng und Hummels, mal und mal in Verlegenheit. Angetrieben von Meyer und Goretzka boten sich immer wieder gute Kontergelegenheiten. 20 Minuten vor Schluss gelang Embolo beinahe der Ausgleich, doch wiederum sah er seinen Schuss von Ulreich pariert. Aber: Die Leistungskurve zeigt nach oben, weiter so Embolo!

TOP: Shaqiri egalisiert persönlichen Ausland-Tore-Rekord

Dieser Mann ist heiss! Mit seinem 1:1-Ausgleichstreffer am Samstag gegen Brighton zieht Xherdan Shaqiri mit einem alten, persönlichen Ausland-Tor-Rekord gleich. In der Saison 2013/2014 schoss der 26-Jährige für den FC Bayern München in der Bundesliga ebenfalls sechs Tore – in immerhin nur 17 Spielen. Nun gelang ihm mit einem prächtigen Linksschuss sein sechster Treffer in der Premier League, persönlich läuft es also weiterhin allemal. Sportlich ist sein Team Stoke City nach wie vor aber nicht auf Rosen gebettet. Nach der tristen 1:2-Niederlage gegen Bournemouth, gelang den „Potters“ auch an diesem Wochenende kein Befreiungsschlag aus dem Tabellenkeller. Gegen Aufsteiger Brighton dürften und müssten daheim mehr als nur ein Punkt herausschauen. Am 24. Februar geht es dann auswärts zu Leicester City.

TOP: Lustenberger mit starker Abwehrschlacht zum Sieg über Bayer

Ein wichtiger Sieg für die Hauptstädter im Kampf um die europäischen Plätze! Seit dem Rückrundenstart gab es für die Hertha noch keinen Sieg bei einer Niederlage und drei Unentschieden in Folge. Ausgerechnet gegen die starke Leverkusener Mannschaft gelang Fabian Lustenberger und seinen Teamkollegen der Exploit, der sie zwar nach wie vor auf dem elften Zwischenrang sitzen lässt, jedoch ganz nah an die Top Ten heranbringt. Nachdem der 29-jährige Luzerner zuletzt gegen Hoffenheim nicht zum Einsatz kam, stand er gegen Bayer Leverkusen über die volle Distanz auf dem Platz. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Torunarigha musste er gar ab der 54. Minute die Rolle des Abwehrchefs übernehmen. Und dies machte er bravourös mit seiner gewohnten Härte (gelbe Karte nach einer Viertelstunde). Das Highlight folgte in der 72. Minute, als es einen indirekten Freistoss für Bayer innerhalb des Strafraums gab. Gleich mehrfach kamen die Gastgeber zum Abschluss – Volland scheiterte unter anderem am Querbalken. Mittendrin Fabian Lustenberger, der einen Schuss von Bailey gerade noch auf der Linie klären konnte. Der Zu-Null-Sieg geht also auch auf die Kappe des Schweizers. Einen solchen Lustenberger könnten wir auch in der Nati gebrauchen!

TOP: Buli-Startdebüt mit Sieg und ohne Gegentor

Letzte Woche tauchte der Ex-Basler noch als Flop auf, an diesem Wochenende machte es der Nationalspieler besser. Manuel Akanji feierte am Samstag im Signal Iduna Park sein Bundesliga-Startelf-Debüt, konnte mit seiner Mannschaft einen 2:0-Sieg einfahren und blieb, wie ersichtlich, dabei auch ohne Gegentreffer. Der 22-Jährige kam insgesamt auf eine Passquote von 93% und gewann drei Viertel seiner Zweikämpfe. Das ein oder andere Mal wirkte der Verteidiger zwar noch etwas verunsichert, doch dies ist dem jungen Mann bei seinem Bundesliga-Startelfdebüt vor 81’360 Zuschauern auch zu entschuldigen. Klar sind die Erwartungen hoch, aber beim 2:0-Sieg über den HSV erledigte Akanji seine Aufgabe ziemlich ordentlich.

FLOP: Haris Seferovic bei Benfica konstant auf der Bank

Es hat alles so gut ausgesehen am Anfang, doch mittlerweile herrscht für Haris Seferovic bei Benfica Lissabon ziemlich trübes Wetter. Bei den ersten drei Spielen für seinen neuen Klub darf er von Beginn an ran und zahlt dieses Vertrauen seinem Trainer Rui Vitoria prompt zurück: drei Treffer nach drei Partien! Viele sind sich sicher, Seferovic hat seinen Neuanfang gefunden und alles wird wieder besser. Auch in den weiteren Spielen bis zur Runde 10 kommt er konstant zum Einsatz. Doch dann ändert sich alles: Aus einem Zweimann-Sturm mit Jonas und Seferovic wird ein Einmann-Sturm nur mit dem Brasilianer. Ist ein Trainerwechsel der Grund? Nein, der Portugiese Rui Vitoria ist nach wie vor der Chef. Und Benfica spielt gut, auch ohne Seferovic. Nur eine Niederlage in 22 Spielen, zusammen mit Rivale Sporting knapp hinter Leader Porto klassiert. Und einer stiehlt dem Schweizer Stürmer besonders die Show: „Benfica-Bomber“ Jonas. Der 33-jährige Brasilianer blüht im Herbst seiner Karriere nochmals so richtig auf! Die Nummer 10 trifft in 22 Spielen sagenhafte 25 Mal – ein Wert, von welchem Seferovic nur zu träumen vermag. Seit dem 27. Oktober kommt der 25-Jährige auf gerade mal 26 Spielminuten, Wahnsinn! Beim letzten Spiel auswärts gegen Portimonense trifft Jonas zwar für einmal nicht, Seferovic schmort aber 90 Minuten auf der Bank. Dies wird sich wohl nicht so schnell ändern und ihn in der Schweizer Sturm-Hierarchie sehr wahrscheinlich nach hinten befördern!

FLOP: Was ist los bei Steven Zuber?

Das ist mal ein Umschwung! Die ersten drei Partien der Rückrunde bestreitet Flügelläufer Steven Zuber für Hoffenheim noch über die volle Länge. Doch dann sitzt er erst gegen Hertha Berlin und schliesslich zuletzt gegen Mainz 05 über 90 Minuten auf der Bank! Die Frage, die sich unweigerlich stellt: Was ist da los? Möglich ist und das wäre ein Horrorszenario, dass ausgerechnet Zuber die schwache Hoffenheim-Phase zu Beginn der Rückrunde zum Verhängnis wird. Die ersten drei Spiele resultierten nämlich in einem Remis und zwei deutlichen Niederlagen. Gegen Berlin gab es zwar auch nur einen Punkt, jedoch zeigt jetzt nach dem Sieg gegen Mainz die Formkurve von der TSG wieder nach oben – ohne Zuber. Dass der Zürcher in den erstarkten Gnabry und Nico Schulz zudem zwei heisse Konkurrenten weiss, macht sein Leben nicht einfacher. Für die kommende WM also alles andere als optimale Vorzeichen. Im Fussball geht es manchmal jedoch schnell und vielleicht, so hoffen wir, kommt er nächsten Samstag zu Gast bei Embolo’s Schalke wieder zum Zug.

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