Halbfinal-Gegner ist Spanien

Frankreich kann für Premiere sorgen

Mit den Halbfinals Frankreich – Spanien und Dänemark – Schweden beginnt am Freitag die entscheidende Phase an der Handball-Europameisterschaft in Kroatien.

Aufgrund des bisherigen Turnierverlaufs spricht einiges für eine Neuauflage des Olympia-Finals von 2016 zwischen Weltmeister Frankreich und Olympiasieger Dänemark. Die Equipe Tricolore hat als einzige Mannschaft die ersten sechs Partien gewonnen und könnte für eine Premiere sorgen. Seitdem das Teilnehmerfeld aus 16 Nationen besteht und die Halbfinalisten in einer Hauptrunde ermittelt werden, was seit 2002 der Fall ist, gab es noch nie einen makellosen Europameister. Ausserdem gewannen die Franzosen seit dem ersten EM-Titel 2006 im Vierjahres-Rhythmus die Goldmedaille und wären somit wieder an der Reihe. Mit dem vierten EM-Triumph würden sie zu Rekordchampion Schweden aufschliessen.

Frankreich scheint über einen unerschöpflichen Pool an Talenten zu verfügen. Aus jener Mannschaft, die vor vier Jahren Europameister wurde, sind bloss noch sechs Feldspieler dabei. „Unser System ist darauf ausgerichtet, immer wieder Topspieler hervorzubringen“, so Teamleader Nikola Karabatic vor dem Turnier. „Frankreich wird die nächste Generation genauso geniessen wie unsere alte goldene Generation.“

Das bestätigt die Aussage von Trainer Didier Dinart, der erklärte, dass sie sich in einer Erneuerung befänden, die nicht unbedingt offensichtlich sei. Offensichtlich ist aber, mit welcher Überzeugung die Franzosen auftreten. Die Schusseffizienz beträgt beeindruckende 66 Prozent. „Die Spieler respektieren die Anweisungen und sind effektiv“, erklärte Dinart. „Das erweckt den Eindruck, ein Kollektiv stärker als je zuvor zu haben.“

Im zweiten Halbfinal ist Dänemark zu favorisieren, das sich nach der überraschenden Niederlage gegen die erstaunlichen Tschechen (27:28) auffing und unter anderen Spanien (25:22) sowie Deutschland (26:25) bezwang. Schweden steht erstmals seit dem letzten Titelgewinn 2002 wieder in den EM-Halbfinals, obwohl es nur drei von sechs Partien gewonnen hat. Hätten die Skandinavier im letzten Spiel gegen Norwegen (25:28) mit einem Tor höher verloren, wäre nun Kroatien weiter. Stattdessen verpasste der Gastgeber ausgerechnet vor dem fanatischen Heimpublikum zum ersten Mal seit 16 Jahren den Einzug in die Top 4 an kontinentalen Titelkämpfen.



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