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Genf-Servette HC vs. SC Bern 2:3 n.V.

Genf verspielt Zweitore-Führung gegen den Leader

Genève-Servette führt bis zur 47. Minute mit 2:0, gibt danach aber die zuvor dominierte Partie gegen Bern mit 2:3 nach Verlängerung noch aus der Hand. 

47 Minuten lang deutete wenig auf den Berner Erfolg hin. Der von Geldsorgen geplagte Genève-Servette Hockey Club schien nach der Finanzspritze (1,2 Mio. Franken der drei Verwaltungsräte) auch eine Moralspritze zu tanken. Servette dominierte die Partie 40 Minuten lang mit 29:12 Schüssen. So gesehen war die 2:0-Führung durch Tore des erst 19-jährigen Guillaume Maillard (31.) und von Juraj Simek (38.) ein äusserst bescheidener Ertrag.

Der Meister enttäuschte nach den Niederlagen gegen die ZSC Lions (2:4) und Biel (3:4) ein drittes Mal hintereinander – zumindest 40 Minuten lang. Im Schlussabschnitt verhalf Servette aber mit einer viel zu passiven Spielweise dem SC Bern ins Spiel zurück. Andrew Ebbett fälschte einen Weitschuss von Jérémie Kamerzin mit dem Schlittschuh ins Netz ab. Nach 55 Minuten gelang Mason Raymond der Ausgleich. Und Raymond besorgte in der Verlängerung mit einem Solo und anschliessend energischem Nachsetzen auch die Entscheidung.

Enttäuschend war in Genf die Zuschauerzahl: Trotz zuvor fünf Siegen aus den letzten sieben Heimspielen und einem Spektakel-Erfolg gegen Davos (6:5 nach Penaltyschiessen) kamen nur 5133 Fans – mehr als Tausend weniger als im Schnitt letzte Saison.

Genève-Servette – Bern 2:3 (0:0, 2:0, 0:2, 0:1) n.V.

5133 Zuschauer. – SR Koch/Wiegand, Kaderli/Progin. – Tore: 31. Maillard 1:0. 38. Simek (Da Costa, Fransson) 2:0. 47. Ebbett (Kamerzin, Bodenmann) 2:1. 55. Raymond (Scherwey, Haas) 2:2. 64. (63:09) Raymond (Untersander) 2:3. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 5mal 2 Minuten gegen Bern. – PostFinance-Topskorer: Richard; Ebbett.

Genève-Servette: Mayer; Petschenig, Tömmernes; Wick, Fransson; Antonietti, Loeffel; Traber, Guebey; Da Costa, Richard, Simek; Riat, Almond, Rod; Gerbe, Romy, Rubin; Douay, Maillard, Heinimann.

Bern: Genoni; Untersander, Blum; Andersson, Gerber; Kamerzin, Krueger; Burren; Bodenmann, Arcobello, Pyörälä; Raymond, Haas, Scherwey; Berger, Ebbett, Hischier; Kämpf, Heim, Randegger; Meyer.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Bays, Bezina, Descloux, Jacquemet, Mercier, Schweri, Spaling und Vukovic, Bern ohne Moser, Noreau und Ruefenacht (alle verletzt). – 38. Lattenschuss Traber.

Rangliste: 1. Bern 40/84. 2. Zug 40/71. 3. Biel 40/69. 4. Lugano 40/68. 5. Davos 40/64. 6. ZSC Lions 40/62. 7. Fribourg-Gottéron 40/60. 8. Genève-Servette 41/60. 9. Lausanne 39/53. 10. SCL Tigers 40/52. 11. Ambri-Piotta 40/41. 12. Kloten 40/36.

Fird Star: Stéphane Da Costa (Genf-Servette HC). Aus einem über weite Strecken starken Kollektiv ragte er über 40 Minuten lang heraus, bevor auch er im letzten Drittel völlig abtauchte. Immer wieder kurbelte er die Angriffe an, kam mit viel Zug und sorgte für Unordnung im Berner Defensivverbund. Belohnt wurde er mit einem Assist, als Simek nach 38 Minuten seinen Schuss ins Tor lenkte.

Second Star: Leonardo Genoni (SC Bern). Die unumstrittene Nummer 1 des SCB konnte in den letzten Spielen ebenfalls nicht restlos überzeugen. Umso wohltuender dürfte es für ihn sein, dass er seinem Team heute den Sieg „stehlen“ konnte. Im Eishockey spricht man von einem gestohlenen Sieg, wenn der Keeper der Sieger-Mannschaft mehr Schüsse auf sein Tor abwehren musste, als jener der Verlierer-Mannschaft. Heute waren das ganze 40, 38 davon wusste Genoni abzuwehren – ein beeindruckender Wert.

First Star: Mason Raymond (SC Bern). Wie eigentlich alle seine Teamkollegen tat er sich in letzter Zeit und auch heute über 40 Minuten sehr schwer. Doch trotz diesem über lange Zeit blassen Auftritt führte der Stürmer seine Mannschaft im letzten Drittel zum Sieg und avancierte zum Matchwinner. Mit einem satten Slapshot glich er die Partie aus, bevor er die Scheibe in der Verlängerung im Eins-gegen-Eins gegen Torhüter Robert Mayer zur Entscheidung über die Linie stocherte.

Loser: Henrik Tömmernes (Genf-Servette HC). Die Erwartungen waren gross an den Schwedischen Verteidiger und Olympia-Fahrer. Doch gerecht konnte er diesen noch zu selten werden. Auch heute konnte er seine zweifellos vorhandenen Fähigkeiten zu selten abrufen. Er wurde als Leader geholt, konnte seine Mannschaft im letzten Drittel aber auch nicht aus ihrer Passivität reissen. Bei zwei Gegentoren stand er auf dem Eis, was zu einer -2 Bilanz führt. Das ist für einen Spieler seiner Möglichkeiten zu wenig.

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