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EHC Biel vs. HC Davos 2:4

Der HCD schiesst sich ins Cup-Finale

Der HC Davos zieht dank eines 4:2-Siegs in Biel zum ersten Mal in den Cupfinal ein. Zwei Tore erzielen die Bündner im Powerplay, eines in Unterzahl.

Der EHC Biel verpasste gegen einen auf dem Zahnfleisch gehenden HC Davos eine gute Chance, seinerseits erstmals in den Final des vor drei Jahren neu lancierten Schweizer Cups einzuziehen. In seinem sechsten Spiel in neun Tagen zeigte sich der HCD aber effizienter. Nachdem er im ersten Drittel bereits mit einem Shorthander erfolgreich gewesen war, stoppte Robert Kousal knapp neun Minuten vor Schluss in Überzahl mit seinem zweiten Treffer des Abends die Aufholjagd der Seeländer jäh.

Die Basis zum Sieg legte Davos bereits im ersten Drittel. Allerdings verteilten die Bieler auch zu viele Geschenke. Die erste Davoser Führung durch Marc Wieser bereits in der 5. Minute fiel in Überzahl, beim 2:1 profitierten Broc Little und Robert Kousal in Unterzahl von einem Scheibenverlust Kevin Feys an der blauen Linie. Den dritten Treffer erzielte Little kurz vor Ende des Startabschnitts mit einem cleveren Ablenker.

Das Heimteam hatte mindestens gleich viele Spielanteile, agierte aber mit zu wenig Durchsetzungskraft und Präzision. Trainer Antti Törmänen versuchte sein Team in der ersten Pause mit einem Goaliewechsel aufzurütteln. Mit dem 22-jährigen Jurassier Elien Paupe anstelle von Jonas Hiller im Tor steigerten sich die Bieler in der Defensive tatsächlich. Offensiv haperte es jedoch weiter.

Selbst in gut eineinhalb Minuten mit zwei Spielern mehr gelang kein Tor. Erst fünf Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels klappte es auch im Powerplay. Topskorer Toni Rajala verkürzte mit einem millimeter-genauen Handgelenkschuss in die untere Torecke. Es war zu wenig, um im Duell der zwei aktuell formstärksten Teams in der Schweiz die Wende zu erzwingen.

Stattdessen winkt nun am 4. Februar Davos gegen den Swiss-League-Verein Rapperswil-Jona Lakers die Chance auf den ersten Cupsieg.

Biel – Davos 2:4 (1:3, 1:0, 0:1)

6003 Zuschauer. – SR Massy/Mollard, Abegglen/Kaderli. – Tore: 5. Marc Wieser (Kousal/Ausschluss Forster) 0:1. 10. Pedretti (Rajala) 1:1. 12. Kousal (Little/Ausschluss Walser!) 1:2. 18. Little (Heldner) 1:3. 35. Rajala (Kreis/Ausschluss Schneeberger) 2:3. 52. Kousal (Simion, Marc Wieser/Ausschluss Pedretti) 2:4. – Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Biel, 6mal 2 Minuten gegen Davos.

Biel: Hiller (21. Paupe); Jecker, Forster; Fey, Kreis; Maurer, Steiner; Dufner; Pedretti, Pouliot, Rajala; Micflikier, Diem, Earl; Lüthi, Neuenschwander, Schmutz; Tschantré, Sutter, Wetzel.

Davos: Van Pottelberghe; Forrer, Du Bois; Nygren, Grossniklaus; Schneeberger, Paschoud; Heldner, Jung; Sciaroni, Corvi, Ambühl; Marc Wieser, Kousal, Little; Kessler, Buck, Dino Wieser; Simion, Walser, Portmann.

Bemerkungen: Biel ohne Lofquist, Fuchs (beide verletzt), Joggi (krank) und Nussbaumer (U20-WM), Davos ohne Lindgren, Rödin, Jörg, Kindschi, Egli (alle verletzt), Johansson (überzähliger Ausländer), Barandun und Eggenberger (beide U20-WM). Pfostenschuss Diem (40.). Biel von 56:29 bis 56:55 ohne Goalie. Timeout Biel (59:20).

Third Star: Marc Wieser (HC Davos) Der dritte Star ist eine Auszeichnung, die heute sehr umkämpft ist und sich eine Vielzahl von Spielern verdient hätten. Die Wahl fiel aber auf Marc Wieser, der mit seinem Treffer zur Davoser Führung seine blendende Form unter Beweis stellte. Als bester Scorer des Cup-Wettbewerbs und zweitbester Scorer seiner Mannschaft spielt er eine extrem wichtige Rolle für sein Team. Auch die Wichtigkeit dieses ersten Treffers war nicht zu unterschätzen, da dem Gegner so von Beginn weg Paroli geboten wurde und man nie einem Rückstand hinterherlaufen musste, was im Hinblick auf die Kraftreserven und die mentale Müdigkeit sicherlich ein grosser Vorteil war.

Second Star: Broc Little (HC Davos) Auch er hatte heute definitiv seine Ambitionen zum besten Spieler der Partie angemeldet und ist nur ganz knapp gescheitert. Sein Pass bei Kousals Unterzahltor war perfekt gespielt und blitzschnell gedacht. Kurze Zeit später lenkte er einen Abschluss von Heldner unhaltbar ab und markierte so den dritten Davoser Treffer. Auch in der Folge spielte der kleine Amerikaner ganz gross auf und stellte die Bieler Defensive immer wieder vor Probleme. Dass es nicht auch noch einen dritten Scorerpunkt sammeln konnte hat auch mit Pech zu tun. Kurz vor Schluss traf er bei seinem Versuch ins leere Tor nur den Pfosten. Alles in allem aber ein äusserst kämpferischer und erfolgreicher Auftritt.

First Star: Robert Kousal (HC Davos) Mann des Spiels ist heute Robert Kousal, der das Spiel schon früh in die gewünschten Bahnen gelenkt hat. Schon früh glänzt der Tscheche im Dienste der Davoser mit einem perfekten Direktpass auf Wieser und verbuchte so einen Assist. Kurz später in einer Phase, die für den HCD ungemütlich zu drohen schien, enteilte er in Unterzahl und bezwang Jonas Hiller herrlich. Schlussendlich gelingt ihm in Überzahl die Entscheidung im dritten Drittel, als er per Direktschuss genau ins hohe Eck traf. Neben dem Prädikat „Mann des Spiels“ verdient er sich heute auch noch den Titel als „Mr. Special Teams“, sammelte er sämtliche drei Punkte in Über- oder Unterzahl.

Loser: Kevin Fey (EHC Biel) In einer temporeichen und hochstehenden Partie konnte Kevin Fey als sonst extrem wertvoller Spieler nicht ganz mithalten. Konnte er in den letzten vier Spielen immer Scorerpunkte sammeln, gelang es ihm heute nicht, an diese Leistungen anzuknüpfen. Schon früh im Spiel unterlief ihm in Überzahl ein haarsträubender Fehlpassen an der gegnerischen blauen Linie, der allerdings ohne Folgen blieb. Nur Minuten später wurde sein Puckverlust – erneut in Überzahl an der gegnerischen blauen Linie – aber hart bestraft mit dem Davoser Shorthander. Solche Unsicherheiten sollten einem Spieler seines Formats in einem solchen Spiel nicht auftreten. An dieser Stelle könnte aber genauso gut ein Noah Schneeberger stehen, der sich den Titel als Strafenkönig abgeholt hat. Seine Ungeschicklichkeit wurde aber nicht in diesem Ausmass bestraft, wie es bei Fey der Fall war.

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