Der 31-jährige Bündner sorgte für eine weitere Sternstunde im Schweizer Langlauf. Drei Schweizer Weltcupsiege an drei aufeinander folgenden Tagen gab es noch nie. Zum Auftakt der Tour de Ski hatte bereits Laurien van der Graaff ein Ausrufezeichen gesetzt. Der dreifache Olympiasieger Cologna feierte seinen 23. Weltcupsieg – exakt gleich viele wie der vierfache Olympiasieger Simon Ammann.

 Cologna nimmt nun die Favoritenrolle im Kampf um den Gesamtsieg ein. Es wäre der vierte Overall-Titel für den Ausnahmekönner nach 2009, 2011 und 2012. Der Vorsprung auf den ersten Verfolger und Titelverteidiger Sergej Ustjugow beträgt 23 Sekunden. Auch die Statistik untermauert Colognas Ambitionen auf den Sieg. Der Läufer, der nach der ersten Verfolgung im Rahmen der Tour de Ski geführt hatte, holte später auf der Alpe Cermis immer auch den Gesamtsieg.

Die gemeinsam gestarteten Cologna und Ustjugow harmonierten von Beginn an perfekt. Das Duo liess Alexander Bolschunow nicht aufschliessen, obwohl der Russe am Start nur 11 Sekunden im Hintertreffen gelegen hatte. Bereits in der ersten Schlaufe griff Cologna an und setzte zu einem beeindruckenden Sololauf auf.

Ich war dann selber etwas überrascht, dass ich ihn so früh abhängen konnte.

„Die Taktik hat super funktioniert“, freute sich der Schweizer im TV-Interview. „Ich war dann selber etwas überrascht, dass ich ihn so früh abhängen konnte.“ Das sei natürlich ein gutes Zeichen.

Auch Ustjugow und Bolschunow waren in der Folge alleine unterwegs. Erst ab dem 4. Rang fanden sich diverse Gruppen. Bolschunow, der 50-km-Weltmeister Alex Harvey aus Kanada oder der langjährige norwegische Dominator Martin Johnsrud Sundby liegen nun rund eine Minute hinter dem Schweizer.

Nächste Etappe der Tour de Ski wird am Mittwoch in Oberstorf ausgetragen

„Momentan sieht es gut aus“, weiss Cologna. „Das Ziel muss jetzt natürlich der Gesamtsieg sein.“ Die Gegner seien aber noch nicht so weit zurück. So oder so stellt der Münstertaler fest: „So ist es super. Die Form ist gut, das Publikum war fantastisch, so macht es extrem Spass!“

Die 4. Etappe der Tour de Ski wird in Oberstdorf am Mittwoch als Sprint in klassischer Technik ausgetragen. Die Konkurrenz macht wohl wieder etwas an Boden gut. Cologna muss dies nicht weiter beunruhigen. Wenn er kommenden Sonntag den Anstieg zur Alpe Cermis so meistert wie den happigen Parcours in Lenzerheide, hält er alle Vorteile in seinen Händen.

Cologna war der einzige Schweizer in den Weltcup-Punkteränge. Toni Livers als Nächstbester wurde 31., Jonas Baumann 35. Curdin Perl gab die Tour de Ski auf. Er fühlt sich nicht fit.