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Schweiz vs. HC Davos 8:3

Schweizer Nati vom 2:3 zu 8:3 gegen Davos

Das Schweizer Nationalteam folgt dem Team Canada in den Final des Spengler Cups. Im zweiten Halbfinal setzt sich das Team von Trainer Patrick Fischer gegen Gastgeber Davos gleich mit 8:3 durch.

36 Minuten lang blieb die Überraschung für den HC Davos in greifbarer Nähe. Das Team von Arno Del Curto führte nach einem blitzsauberen Powerplay-Tor von Magnus Nygren 3:2. Davos agierte bis zu diesem Zeitpunkt. Der HCD investierte mehr ins Spiel. Die Bündner erspielten sich auch die besseren Torchancen. Dann stellten 117 Sekunden alles auf den Kopf.

48 Sekunden nach dem dritten Davoser Goal gelang den Schweizern mit einem nicht scharfen, aber abgelenkten Schuss der 3:3-Ausgleich. Fabrice Herzog wurde das Tor gutgeschrieben. Und nur weitere 29 Sekunden später brachte Verteidiger Dominik Schlumpf per Slapshot aus der Halbdistanz die Schweizer zum dritten Mal im Spiel in Führung.

Dem HC Davos ging im letzten Drittel die Puste aus 

Dieser Schweizer Doppelschlag war die letzte und entscheidende Wendung in diesem Spiel, welches fürs Schweizer Hockey primär beste Werbung bot. Das mehr als vorentscheidende 5:3 markierte mit Eric Blum wieder ein Verteidiger nach nur 48 Sekunden im Schlussabschnitt – es war das erste Schweizer Powerplay-Tor in Davos bei der zwölften Überzahlchance. Davos resignierte. Nur drei Minuten später stand es schon 7:3.

Das am Ende krasse Skore von 8:3 widerspiegelte die Kräfteverhältnisse nicht gut. Am Ende war es wie so oft im Eishockey: Primär der bessere Goalie entschied die Partie. Gilles Senn hatte gegen Leonardo Genoni keine Chance. Genoni hexte in der ersten Spielhälfte und sorgte dafür, dass die Schweiz nur während 48 Sekunden zurücklag. Senn dagegen sah bei mehr als einem Gegentor nicht gut aus. Bei Vincent Praplans 2:1 nach elf Minuten fälschte er einen Schuss von hinter dem Goal ins eigene Netz ab. Senn vermochte seinen HCD nicht im Spiel zu halten. Zwei Gegentore weniger in den ersten 41 Minuten – und die Beine hätten die Davoser noch weit getragen.

Lange Verletzungsliste und viele angeschlagene Spieler

So aber bedeutete Eric Blums 5:3 Lichterlöschen. Und deshalb fehlte am Ende das „Finale Furioso“ – der einzige Makel bei dieser spektakulären „Hockey Night in Switzerland“. Der Abend – oder besser: Die Show – begann mit der Verabschiedung und Würdigung des diesen Herbst zurückgetretenen Mark Streit. Es folgte ein äusserst spektakulärer erster Abschnitt, in dem das Spiel für die Schweizer Nationalmannschaft lief, Davos aber zweimal weniger als eine Minute nach einem Gegentor wieder ausgleichen konnte.

Am Ende lamentierte Davos. Natürlich hatte die brutalste Niederlage am Spengler Cup seit Dezember 1989 (3:9 gegen die USA Selects) – der Saison, als der HC Davos in die NLB abstieg – logische Gründe. Die Liste der Verletzten im Bündnerland ist lang. Einige Akteure spielten angeschlagen, weil sie das Spiel der Spiele nicht verpassen wollten – beispielsweise Félicien Du Bois, der am Freitag vier Zähne verlor, die wieder eingesetzt wurden, wobei zwei aber von neuem gezogen werden müssen. Auf Gregory Sciaroni verzichtete Arno Del Curto aus freien Stücken, weil sich Sciaroni in den letzten beiden Jahren jeweils am 30. Dezember im Spengler-Cup-Halbfinal schwer verletzt hatte (an der Hand 2015 und Hirnerschütterung 2016). Ausserdem bestritt Davos gegen die Schweiz bereits das vierte Spiel innerhalb von 72 Stunden.

Davos. – 6300 Zuschauer (ausverkauft). – SR Salonen/Stricker (FIN/SUI), Borga/Kaderli (SUI). – Tore: 9. (8:05) Hollenstein (Cunti) 1:0. 9. (8:40) Kousal (Sallinen) 1:1. 12. (11:08) Praplan 2:1. 13. (12:03) Buck (Dino Wieser, Kessler) 2:2. 36. (35:20) Nygren (Kousal, Sallinen/Ausschluss Richard) 2:3. 37. (36:08) Fora (Herzog, Vermin) 3:3. 37. (36:37) Schlumpf (Cunti, Hollenstein) 4:3. 41. (40:48) Blum (Praplan, Hollenstein/Ausschluss Kousal) 5:3. 44. (43:27) Schäppi (Scherwey, Fora) 6:3. 44. (43:46) Richard (Martschini, Hofmann) 7:3. 49. Hofmann (Martschini, Richard) 8:3. – 2mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 3mal 2 Minuten gegen Davos.

Schweiz: Genoni; Geering, Diaz; Schlumpf, Blum; Fora, Genazzi; Sutter, Kreis; Praplan, Cunti, Hollenstein; Hofmann, Richard, Martschini; Suter, Herzog, Vermin; Schäppi, Bodenmann, Scherwey.

Davos: Senn; Lofquist, Nygren; Schneeberger, Paschoud; Heldner, Jung; Aeschlimann, Du Bois; Kousal, Morin, Sallinen; Kessler, Dino Wieser, Buck; Little, Marc Wieser, Johansson; Ambühl, Simion, Corvi.

Bemerkungen: Schweiz ohne Boltshauser (Ersatztorhüter), Fazzini, Rathgeb, Rod, Brunner. Davos ohne Senn (Ersatztorhüter), Lindgren, Rödin, Jörg, Walser (alle verletzt), Sciaroni, Walser, Grossniklaus, Kindschi und Egli (alle überzählig). – 21. Pfostenschuss Diaz. 49. Timeout Davos.

Third Star: Robert Kousal (HCD): Nach dem 1:0 der Nati sorgte er postwendend für den Ausgleich und im Mitteldrittel läutete er das 3:2 des Heimteams ein. Man merkte den Davosern die Strapazen der vergangenen Tage an, trotzdem kämpften sie bis ans bittere Ende. Kousal hatte noch einige wenige Chancen, musste sich aber jeweils gegen Genoni geschlagen geben.

Second Star: Eric Blum (SWI): Blum erzielte den ersten Treffer in einem Powerplay der Schweizer Nationalmannschaft am Spengler Cup. Zu Beginn vernachlässigte die Nati die Defensivarbeit noch ein wenig. Nach einer klaren Ansage von Coach Fischer war es damit aber vorbei. Allen voran ackerte Blum viel und eroberte diverse Scheiben zurück.

First Star: Vincent Praplan (SWI): Der Offensivakteur der Schweizer Nationalmannschaft brillierte mit einem Assist und einem Treffer gegen den HC Davos. Bei seinem Tor in der 12. Minute hilft Senn gewaltig mit, trotzdem ein ansehnlicher des Schweizers. Danach war er in der Offensive immer wieder ein Gefahrenherd und wäre kurz vor Ende des letzten Drittels beinahe noch zu seinem zweiten Treffer gekommen.

Loser: Gilles Senn (HCD): Lange sah es nach einem ehre normalen Abend für den Torhüter aus, bis die Schweizer zum Schaulaufen im Schlussdrittel ansetzten. Acht Gegentreffer entsprechen nicht der gezeigten Leistung, dennoch musste Senn acht Mal hinter sich greifen und sah bei Treffer von Praplan eher unglücklich aus.

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