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Spengler Cup: Schweiz vs. Hämeenlinna PK 4:0

Schweizer Nati gewinnt auch zweites Spiel

Das Eishockey-Nationalteam gewinnt am Spengler Cup in Davos auch das zweite Spiel. Die Schweizer sichern sich mit dem 4:0-Sieg über die Finnen aus Hämeenlinna den Gruppensieg.

Damit profitiert das Team von Nationalcoach Patrick Fischer am Davoser Traditionsturnier von einem weiteren Ruhetag. Die nächste Partie bestreitet die Schweiz am Samstagabend – und dabei handelt es sich bereits um den Halbfinal. Dort treffen die Schweizer entweder auf den Zweiten der Gruppe Cattini (Davos) oder nochmals auf Hämeenlinna.

Die Schweizer Leistung löste nicht mehr die grossen Emotionen aus wie am Dienstag das 6:1 gegen Dinamo Riga. Insbesondere im ersten Abschnitt liessen die Schweizer viel zu. HPK Hämeenlinna kam zu elf Torschüssen. In den übrigen fünf Dritteln an diesem Spengler Cup kamen die Schweizer Gegner nur zu einem (Hämeenlinna im zweiten Abschnitt) bis fünf Torschüssen (Dinamo Riga 3x). Auch in der Offensive zündeten die Schweizer nicht mehr ein Feuerwerk wie 48 Stunden vorher.

Die wichtigen Tore, die das Geschehen für das Team Suisse beruhigten, entsprangen gravierenden finnischen Fehlern. Nach 14 Minuten sorgte ein finnischer Verteidiger mit einem viel zu euphorischen Entscheid in der Offensivzone dafür, dass Tristan Scherwey alleins aufs finnische Tor losziehen konnte. Und beim 2:0 nach 23 Minuten durch Captain Reto Schäppi schaffte es Verteidiger Matias Porseland gleich zweimal nicht, den Puck aus der Gefahrenzone zu spedieren. Schäppi fälschte anschliessend den Slapshot von Yannick Rathgeb unhaltbar ins Netz ab.

Danach dauerte es bis zur 51. Minute, ehe die Schweizer aus ihrer pausenlosen Überlegenheit weiter Kapital schlugen. Noah Rod gelang nach Vorarbeit von Damien Brunner und neuerlichen finnischen Puckverlusten in der eigenen Zone das 3:0. Das 4:0 erzielte Joel Vermin in der 54. Minute mit einem Schuss ins leere Tor.

Trotz zehn Toren aus zwei Spielen und zehn verschiedenen Torschützen: Im Schweizer Spiel gab es auch Schatten. Antti Karjalainen, der Goalie Hämeenlinnas, wehrte 37 Schüsse ab und hielt sein Team bis zur 51. Minute im Spiel. Karjalainen ist bei HPK klar nur der Nummer-2-Torhüter. Die Effizienz beim Toreschiessen – am Dienstag noch eine Schweizer Stärke – liess diesmal Wünsche offen. Auch beim Spiel in Über- und Unterzahl machte Coach Patrick Fischer Defizite aus. Aus fünf Powerplay-Chancen resultierte erneut kein Tor. In vier von fünf Partien in dieser Saison gelang dem Schweizer Nationalteam kein Überzahltor. In Davos versuchten sich die Schweizer schon zehn Mal erfolglos im Powerplay. Dabei erachten die Schweizer ein starkes Powerplay als zwingend für alle Olympia-Erfolgsmeldungen im Februar.

Schweiz – HPK Hämeenlinna 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)

Davos. – 6300 Zuschauer (ausverkauft). – SR Eichmann/Wehrli (SUI), Borga/Kovacs (SUI/HUN). – Tore: 14. Scherwey (Schlumpf, Geering) 1:0. 23. Schäppi (Rathgeb, Genazzi) 2:0. 51. Rod (Brunner) 3:0. 54. Vermin (Ausschluss Hollenstein!) 4:0 (ins leere Tor). – Strafen: 6mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 8mal 2 Minuten gegen HPK Hämeenlinna.

Schweiz: Boltshauser; Untersander, Blum; Geering, Schlumpf; Rathgeb, Genazzi; Sutter, Kreis; Praplan, Cunti, Hollenstein; Hofmann, Fazzini, Suter; Schäppi, Bodenmann, Scherwey; Rod, Vermin, Brunner.

HPK Hämeenlinna: Karjalainen; Lindgren, Porseland; Laavainen, Nikkila; Almari, Karjalainen; Latvala, Niemelanden; Viitaluoma, Lahti, Vincour; Lehtonen, Palve, Ruokonen; Paajanen, Kainulainen, Kuusisto; Turtiainen, Maansaari, Sillanpaa.

Bemerkungen: Schweiz ohne Genoni (Ersatztorhüter), Diaz, Fora, Herzog, Richard und Martschini (alle überzählig) – 31. Lattenschuss Praplan.

Loser: Oula Palve (HPK). Gegen Ende des dritten Drittels wirft Hämeenlinna in Überzahl noch einmal alles nach vorne und nimmt Goalie Antti Karjalainen vom Eis, um noch irgendwie zurück ins Spiel zu kommen. Oberste Regel in diesem Fall wäre es, nicht die Scheibe zu verlieren. Doch Oula Palve kurvt hoch in der Schweizer Zone herum und verliert den Puck leichtfertig an Vermin, der nun freie Bahn zum Tor hat und mit dem 4:0 ins leere Tor die Hoffnungen von HPK beerdigt.

Third Star: Damien Brunner (Schweiz). Der Flügel enttäuschte im ersten Spiel gegen Dinamo Riga mit einem Spiel, das klar unter seinen Möglichkeiten lag. Heute zeigt er jedoch, warum er von Patrick Fischer nach wie vor regelmässig aufgeboten wird, auch wenn er diese Saison kaum je gespielt hat. Brunner ist sehr engagiert und kreiert viele Chancen – als Highlight den Assist zu Noah Rods 3:0, bei dem er grossartige Übersicht beweist.

Second Star: Luca Boltshauser (Schweiz). Der Goalie der Schweizer ist eigentlich nur wegen der Verletzung von Zugs Tobias Stephan nachgerückt, aber Klotens Nummer 1 zeigt eine hervorragende Partie und kann einen Shutout feiern. Im ersten Drittel spielt er grossartig und ist der Rückhalt der Schweizer Nati, im zweiten und dritten Drittel wird er nicht mehr allzu oft gebraucht – steht bei Bedarf jedoch solide wie eine Wand im Schweizer Tor.

First Star: Tristan Scherwey (Schweiz). Der Stürmer des SC Bern markiert beim ersten Einsatz bereits seine Ambitionen, als er mit einem wuchtigen Check auf offenem Eis Miro Karjalainen umhaut. Mit dem HPK-Verteidiger wird er das Spiel über noch einige Male zusammenstossen. Noch wirkungsvoller ist sein Einsatz jedoch bei den ersten beiden Toren. Beim 1:0 versenkt er den Puck selbst mit einem wunderbar präzisen Schuss, beim 2:0 steht er mit der Scheibeneroberung in der offensiven Zone am Anfang des Treffers.

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