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Das Kader der U20-Nati an der WM

Breite statt Superstar als Trumpf

Die U20-Nationalmannschaft 2017 hat keinen Superstar wie Nico Hischier in ihren Reihen. An der heute für die Schweiz beginnenden Weltmeisterschaft in Buffalo (USA) soll diesmal die Kaderbreite der Trumpf sein.

Die Auftaktpartie vom 27. Dezember gegen Weissrussland wird gleich wegweisend sein. Schlägt man diesen Gegner, so sind die Chancen aufs Viertelfinale bestens. Andererseits wird das Unterfangen sehr schwer. Gegen Tschechien, Schweden und Russland zu punkten ist zwar immer möglich, aber nicht selbstverständlich. Wie gross zum Beispiel die Lücke zu Spitzenteam Kanada ist, hat das letzte Testspiel mit einer 1:8-Niederlage gezeigt.

Die Schweizer werden in Buffalo mit zahlreichen Underager, also Spielern die jünger als Jahrgang 1998 sind, antreten. Gemäss Raeto Raffainer, Director National Teams beim Verband, soll dies aber nichts an der Zielsetzung ändern und dürfte gleichzeitig für die kommenden Jahre als Erfahrungsschatz wertvoll sein.

Torhüter:
Es steht kein Joren van Pottelberghe mehr zwischen den Pfosten mit Erfahrung aus der National League. Dafür hat Trainer Christian Wohlwend die Qual der Wahl, drängen sich doch gleich alle drei Kandidaten auf. Würde Matteo Ritz den Vorzug erhalten, so hätte dies eine gewisse Logik. Er hat ein Spiel für den Lausanne HC bestritten, bringt die Erfahrung von einer U20-WM mit und steht sonst in der Regio League für den HC Sion im Einsatz. Akira Schmid hingegen ist noch sehr jung mit Jahrgang 2000, gilt aber als Riesentalent. Seine Einsätze beschränken sich bis auf eine Ausnahme auf Spiele bei den Elite A Junioren der SCL Tigers, genauso wie Philip Wüthrich beim SC Bern.

Verteidiger:
Die sieben nominierten Verteidiger stammen aus sieben verschiedenen Klubs. Es ist also eine Kunst, die richtigen Paare zu finden. Ein überragender Mann ist keiner dabei, doch Leute wie Dominik Egli oder Tobias Geisser haben bereits eine gute Rolle in der National League, ein Elia Riva kommt in Lugano auch oft zu Einsätzen. Was Nico Gross und Simon Le Coultre können, ist hier zu Lande weniger klar, spielt das Duo doch in den nordamerikanischen Ligen.

Stürmer:
Hier fehlt der grosse Name mit Nico Hischier, doch dafür ist ein anderer talentierter Mann dabei. Philipp Kurashev ist ein Kandidat für einen hohen Draftpick und gilt als Ausnahmetalent. Spannend ist auch die Personalie Valentin Nussbaumer. Der 17-jährige Center durfte im Vorjahr als Underager nicht an die U18-WM, nun ist er plötzlich gleich bei der U20 dabei. Er hat beim EHC Biel einen riesigen Leistungssprung hingelegt und ist teils sogar an der Seite der Ausländer eingesetzt worden. Ein anderer Vollblutstürmer ist Marco Miranda aus der Talentschmiede der GCK und ZSC Lions, genauso wie André Heim vom SC Bern, der vor dem Einrücken ins U20-Camp regelmässig die vierte Sturmlinie des Meisters als Center angeführt hat. Weil der Superstar aber fehlt, hat Trainer Wohlwend seine Ausrichtung geändert und kürzlich in einem Fachmagazin gesagt, dass er von allen vier Linien Tore erwarte.

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