cae971348073b098507958f787a9f31d.jpg
Vorschau für die Spengler-Cup-Gruppe Torriani

Marschiert die Schweizer Nati durch ihre Gruppe durch?

Die Gruppe Torriani, die ihre Spiele jeweils am Nachmittag um 15:10 bestreiten wird, ist seit 2010 stets die Gruppe des zweiten Schweizer Vertreters neben dem HC Davos. Dieses Jahr ist die zweite Schweizer Mannschaft aber kein Clubteam aus der National League, wie es zuletzt stets der Fall war, sondern die Nationalmannschaft, die sich in Davos den letzten Schliff für das Olympiaturnier in Pyeongchang holen will.

Nebst der Schweizer Nati treten in der Gruppe Torriani der mittlerweile bereits traditionsgemässe KHL-Vertreter an – heuer ist es Dinamo Riga aus Lettland – sowie der finnische Club Hämeenlinna PK, der erstmals am Spengler Cup dabei ist.

Team Suisse: Das Team

Die Schweizer Nationalmannschaft, die am Spengler Cup unter dem Namen „Team Suisse“ antreten wird, stattet dem Davoser Traditionsturnier zum ersten Mal seit 1979 einen Besuch ab. Damals vertraten die Schweizer den HC Davos, der erst gerade wieder aus der Nationalliga B aufgestiegen war. Im Jahr 2017 ist die Nati nicht etwa ein „Ersatzteam“, sondern will sich auf die olympischen Spiele im Februar vorbereiten. Der erste Schritt zur Olympia-Vorbereitung, der Karjala-Cup in Helsinki, stimmte die Schweizer nicht allzu optimistisch: gegen Kanada, Tschechien und Russland verlor man jeweils. Nun soll die Wende zum Besseren in Davos eingeleitet werden. Besonders reizvoll wäre hier natürlich ein Duell mit den Kanadiern, die in Südkorea der erste Gegner der Schweizer Nati sein werden – dazu könnte es in Davos aber frühestens im Viertelfinal kommen.

Team Suisse: Die Mannschaft

Patrick Fischer hat im Vergleich mit dem Karjala-Cup auf einigen Positionen nochmal rotiert. Die aktuelle Mannschaft sieht, abgesehen von den fehlenden Davosern, bereits nach einem möglichen Olympiateam aus. Im Tor hat er sich gegen den NHL-Veteranen Jonas Hiller und für Tobias Stephan sowie den wohl gesetzten Leonardo Genoni entschieden. Die Nati vertraut auf die Routiniers: In der Defensive dürften Eric Blum und Raphael Diaz führende Rollen übernehmen, und auch im Sturm hat Patrick Fischer auf viele bekannte Gesichter zurückgegriffen. Im Spengler-Cup- Aufgebot der Schweiz steht kein einziger Nati-Neuling. Es spricht für die Schweizer Liga, dass acht der elf verfügbaren NL- Clubs Spieler stellen. Lediglich von Ambri, Langnau und Biel hat es niemand ins Team geschafft, vom HC Davos dürften wohl noch ein oder zwei Mann zum Olympiakader stossen.

Dinamo Riga: Das Team

Dinamo Riga ist eine Mannschaft mit wechselhafter Geschichte: Gegründet wurde der Club bereits 1940 und wurde einmal sowjetischer Vizemeister, wurde allerdings 1995 aufgelöst. Nach mehreren Nachfolgevereinen unter anderen Namen wurde 2008 das „neue“ Dinamo als KHL-Club gegründet, bei dem es seit der Gründung zum Konzept gehört, dass vor allem lettische Spitzenspieler verpflichtet werden sollen. Der Erfolg der Letten in der KHL ist allerdings beschränkt: Seit 2014 konnte man sich nicht mehr für die Playoffs qualifizieren, das beste Resultat der Clubgeschichte sind die beiden Viertelfinals 2010 und 2011. Mehr Erfolg hatte Riga beim letzten Gastspiel in Davos: An der bisher einzigen Spengler-Cup- Teilnahme 2011 stürmten die Letten in den Final und unterlagen dort dem Gastgeber knapp mit 3:2.

Dinamo Riga: Die Mannschaft

Getreu dem Konzept von Dinamo besteht die Mannschaft vor allem aus lettischen Spielern. Die Konsequenz daraus ist, dass Dinamo Riga rund die Hälfte der lettischen Nationalmannschaft stellt. Das sollte bereits einen Hinweis auf die Stärke des KHL-Vertreters geben, nachdem Lettland an der letzten WM erst am letzten Spieltag im Direktduell gegen Deutschland die Viertelfinals verpasste. Der mit Abstand gefährlichste Spieler von Dinamo ist Stürmer Miks Indrasis. Der 27-jährige Flügel holte in 42 Spielen bereits 33 Punkte und ist damit klar Topscorer der Mannschaft. Mit Krisjanis Redlihs hat einer der Verteidiger von Dinamo übrigens auch eine Schweizer Vergangenheit: Der Routinier spielte in der Saison 2006-07 fünfzehn Partien für den HC Fribourg-Gottéron.

HPK: Das Team

Hämeenlinnan Pallokerho, wie das Team mit vollem Namen heisst, ist in diesem Jahr der einzige Spengler-Cup- Debütant. Der Club aus der finnischen Stadt Hämeenlinna, knapp 100 Kilometer nördlich von Helsinki gelegen, besteht schon seit 1929 als Bandy-Club und spielt seit dem zweiten Weltkrieg auch Eishockey. HPK spielt seit 1988 ununterbrochen in der SM-Liiga, der höchsten finnischen Spielklasse, und wurde 2006 finnischer Meister. Der finnische Vertreter am diesjährigen Spengler Cup liegt momentan nur auf dem 12. Rang der heimischen Meisterschaft. Davon sollten sich die Gegner aber nicht täuschen lassen: HPK bewies letztes Jahr sein Können mit dem vierten Platz in der Regular Season und einer knappen Playoff-Niederlage gegen den späteren Dritten JYP Jyväskylä.

HPK: Die Mannschaft

HPK musste auf diese Saison hin zwei finnische Legenden ersetzen: Niklas Hagman und Niko Kapanen, beides Ex-NHL- Stars, die während dem Lockout 2004/05 auch in der Schweiz gespielt hatten, hatten beide im Sommer ihre Karriere bei HPK beendet. Der Ersatz kommt bei den Finnen aus dem eigenen Nachwuchs: HPK ist heute die jüngste Mannschaft der finnischen Liiga. Einer der Bekanntesten aus dem Kader der Finnen ist Janne Lahti. Der 30-jährige, der bei HPK ausgebildet wurde und lange bei Jokerit Helsinki spielte, wurde 2011 Weltmeister mit Finnland. In der Schweiz bekannt ist auch Mikko Lehtonen, der auf diese Saison zu HPK stiess und von 2013 bis 2014 beim ZSC, Bern und Lugano spielte. Verstärkt wird die Mannschaft während dem Spengler Cup ausserdem von Klotens Tommi Santala, der die Offensive der Finnen verstärken soll.

· ·


Related Articles & Comments

×