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FC Lugano vs. Grasshopper Club Zürich 1:3 n.P.

Sieg nach Penaltyschiessen – GC stoppt Lugano im Viertelfinal

Die Grasshoppers komplettieren im Schweizer Cup das Feld der Halbfinal-Teilnehmer. Dank einem 1:0-Sieg nach Penaltyschiessen auswärts in Lugano steht der Rekordsieger in der Runde der letzten vier.

Passender hätte das 23. Cup-Aufeinandertreffen zwischen Lugano und GC nicht enden können. Selbst im Penaltyschiessen fiel es den Teams nach davor nur wenigen aufregenden Szenen schwer, Tore zu erzielen. Lugano scheiterte in drei von vier Versuchen, entweder an der Torumrandung oder wie als Letzter der Routinier Cristian Ledesma an GC-Keeper Heinz Lindner. Von den vier GC-Spielern traf einzig Marko Basic nicht.

Die reguläre Spielzeit inklusive Verlängerung und besonders die ersten 45 Minuten hatten ein Mindestmass an Unterhaltung geboten. Die triste Atmosphäre mit 1590 Zuschauern passte ideal zum Geschehen auf dem Platz. Kein Team wollte die Initiative übernehmen und dadurch zu viel riskieren. Entsprechend spielten sich die allermeisten Aktionen zwischen den beiden Strafräumen ab.

Gute Möglichkeiten waren eher Mangelware

Den Namen „Chance“ verdiente bei den Grasshoppers nur eine Aktion, vor der Pause durch Petar Pusic. Der rasch aufgerückte linke Aussenverteidiger kam nach einem Querpass einen Schritt zu spät. Luganos beste Möglichkeiten vergab Davide Mariani jeweils per Kopf. Mit zehn Zentimetern mehr Körpergrösse hätte der 176 cm grosse Zürcher die zweite in der 90. Minute vermutlich verwertet.

GC-Trainer Murat Yakin („ich hatte nicht genug Spieler dabei, um alle elf auszuwechseln“) hatte von seinem Team eine Reaktion auf das 0:3 in Sitten vom letzten Sonntag erwartet. In Sachen Aggressivität und Organisation, die er besonders bemängelt hatte, trat diese wohl ein, nicht aber in Bezug auf den Mut in der Offensive. Das Wissen, mit (danach noch) zwei Siegen im Cup einen Europacup-Platz auf sicher zu haben, schien die Grasshoppers eher zu hemmen als Lugano mit Ex-GC-Trainer Pierluigi Tami.

Lugano – Grasshoppers 0:0 n.V.; Grasshoppers 3:1-Sieger im Penaltyschiessen.

1590 Zuschauer. – SR Bieri. – Penaltyschiessen: Basic (Latte), Sabbatini (Latte); Vilotic 0:1, Mariani (verschiesst); Andersen 0:2, Culina 1:2; Bergström 1:3, Ledesma (Lindner hält).

Lugano: Da Costa; Rouiller, Sulmoni, Golemic, Daprelà (81. Culina); Sabbatini, Ledesma, Piccinocchi (46. Mihajlovic); Carlinhos, Gerndt (66. Bottani), Mariani.

Grasshoppers: Lindner; Qollaku, Vilotic, Bergström, Pusic; Lavanchy (81. Pickel), Basic, Bajrami, Brahimi (73. Doumbia); Andersen, Avdijaj (106. Bahoui).

Bemerkungen: Lugano ohne Crnigoj, Jozinovic, Guidotti (alle verletzt) Marzouk und Vecsei (beide gesperrt), GC ohne Djuricin, Jeffren, Pnishi und Sigurjonsson (alle verletzt). Verwarnungen: 41. Gerndt. 51. Sabbatini. 55. Ledesma (alle wegen Fouls). 100. Avdijaj (Reklamieren). 112. Bottani (Foul).

First Star: Lucas Andersen (GC) In der heutigen Partie ist es nicht leicht, drei Topspieler auszumachen. Einer, der aber überzeugt hat ist Lucas Andersen. Er war einer der wenigen, der überhaupt zu Offensivaktionen kam für seine Farben. Ausserdem hat er einmal mehr unter Beweis gestellt, dass er technisch ganz klar zu den Besten gehört in seinem Team. Auf diese Art hat er immer wieder den Ball halten können und so wenigstens zaghafte Akzente setzen können in den Angriffsbemühungen der Zürcher. Zuletzt verwandelte er seinen Elfmeter souverän.

Second Star: Mattia Bottani (FCL) Bottani, ein Kämpfer aus Fleisch und Blut, wurde heute seinem Namen einmal mehr gerecht. Nach etwas mehr als 60 Minuten kommt er für einen blassen Alexander Gerndt ins Spiel und bringt „mächtig“ Schwung in die Partie. Hat bei Lugano zuvor überhaupt nichts funktioniert, hat er endlich etwas bewirkt in der Tessiner Offensive, hat Bälle erobert und geackert. Die Krönung in Form eines Tores blieb ihm verwehrt, dennoch gehört er bei Lugano klar zu den Besten heute.

Third Star: Heinz Lindner (GC) Der GC-Rückhalt hatte während 120 Minuten nicht wahnsinnig viel zu halten. Zu harmlos waren auch die Tessiner Bemühungen im Angriff und hatte sich endlich einmal ein Luganesi zu einem Schuss überwunden, so wurde dieser stets von einem Verteidiger geblockt oder verfehlte das Tor. Im Elfmeterschiessen war der Österreicher im Dienste der Zürcher dann aber zur Stelle und parierte den Elfmeter von Ledesma stark. Mit dieser Aktion und der Tatsache, dass er heute ohne Gegentreffer blieb, verdient er sich den Platz als dritter Star.

Loser: Davide Mariani (FCL) Er kann zurzeit nicht die Leistung abrufen, die man von ihm erwartet. Auch heute bleibt er eher unauffällig, ist zwischenzeitlich bemüht, scheitert aber in seinen Aktionen jeweils deutlich. Sein unglücklicher Auftritt als Leader dieser Mannschaft gipfelt im Elfmeterschiessen, wo er als zweiter Schütze seines Teams anläuft. Er setzt seinen Penalty meterweise über den Kasten verpasst so die Chance, Lugano im Spiel zu halten. Will er seine Rolle als Teamstütze nicht verlieren, muss in den nächsten Spielen wieder mehr kommen von ihm.

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