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Nordirland regt sich vor allem über den Unparteiischen auf

Unterschiedliche Wahrnehmungen in Belfast

Vladimir Petkovic spricht nach dem 1:0-Erfolg im Playoff in Nordirland von einem „deutlichen Zeichen“, sein Amtskollege Michael O'Neill ärgert sich erheblich über umstrittene Pfiffe des Referees.

Die Spieler, ich, wir alle waren überrascht, dass er Penalty gab

In der Regel sind die Nordiren nicht bekannt dafür, unmittelbar nach Spielschluss den Schiedsrichter zum Hauptthema zu erklären – im Fall der 0:1-Heimniederlage gegen die Schweiz wich ihr Coach Michael O'Neill von den üblichen Grundsätzen ab: „Die Spieler, ich, wir alle waren überrascht, dass er Penalty gab.“ Kein Kriterium sei erfüllt gewesen, um diesen Entscheid zu fällen, ärgerte sich O'Neill.

Offenbar habe sich der Referee nicht mit seinen Assistenten abgesprochen. „Für meinen Geschmack ist das nicht zu erklären. Corrys Arm war nicht weg vom Körper.“ Von einem der schlimmsten Fehler würde er zwar nicht sprechen, aber es war ein „Game-Changer“. Seine Spieler seien „down, schwer enttäuscht und wütend“.

Kann man pfeifen, muss man aber nicht

Auf die deutlichen Aussagen reagierte Petkovic mit der Diplomatie des generösen Siegers: „Kann man pfeifen, muss man aber nicht.“ Die Diskussionen hätten sie aber selber verringern können: „Wir dominierten während 70, 80 Minuten. Leider machten wir nicht mehrere Tore, um mit einem beruhigenderen Vorsprung nach Hause zu reisen.“

Schär hätte Rot sehen müssen!

Und auch eine zweite umstrittene Szene fiel dem nordirischen Trainer ein: „Schär hätte Rot sehen müssen! Kein Penalty und Rot!“ Das Tackling des Schweizer Abwehrchefs in der 5. Minute war in der Tat hart an der Grenze des Tolerierbaren. Der La-Coruña-Professional wurde vom rumänischen Spielleiter Ovidiu Hategan nur verwarnt.

Irgendwie fühlte sich das Nachspiel nach dem intensiven Playoff-Hinspiel schon fast etwas surreal an: Die Einheimischen, bekannt für ihre unerbittlichen Methoden auf dem Rasen, für ihre Kampfkraft, beklagten sich über die Härte der Schweizer, die sie selber im Vorfeld als eher soft eingeschätzt hatten.

Wir fanden über den Kampf und unsere läuferische Leistung ins Spiel

Petkovic kam der Verlauf selbstredend zupass: „Wir fanden über den Kampf und unsere läuferische Leistung ins Spiel.“ Sie hätten der typischen irischen Gangart auf gleicher Ebene geantwortet und „Signale gesetzt, dass wir anwesend sind. Bei den Kopfbällen, im Zweikampf, mit Tacklings.“

Mit Blick auf das kommende Heimspiel am Sonntag in Basel erwartet der Schweizer Selektionär eine noch „konkretere und erneut souveräne Leistung. Wir wollen die WM-Qualifikation noch weniger spannend machen.“ Nach zehn Siegen in elf Partien der bisherigen Kampagne ist die Zuversicht im SFV-Lager spürbar.

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