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Die Noten zur Partie

Von personifizierter Gefahr bis Totalausfall – unterschiedliche Leistungen der Nati-Stars

Die Schweizer Nati hat einen grossen Schritt in Richtung WM 2018 in Russland gemacht. Die Petkovic-Elf setzte sich in Nordirland mit 1:0 durch. Den einzigen Treffer erzielte Ricardo Rodriguez, der einen hart gepfiffenen Elfmeter versenkte. Das Rückspiel findet am Sonntag in Basel statt.

Doch, wie haben sich die einzelnen Natispieler geschlagen? Wir nehmen die Leistungen jedes einzelnen Akteurs unter die Lupe und bewerten dessen Auftritt in Belfast. 

Name: Yann Sommer
Position: Torwart
Note: 4.5

Yann Sommer erlebte einen relativ geruhsamen Abend. Schüsse auf seinen Kasten musste der Keeper keinen einzigen Abwehren. Die wenigen hohen Bälle, die in seinen Strafraum flogen, pflückte er dafür alle souverän runter und man hatte jederzeit das Gefühl, dass der Gladbach-Goalie alles im Griff hat.

Name: Stephan Lichtsteiner
Position: Rechter Verteidiger
Note: 4

Stephan Lichtsteiner zeigte eine für ihn typische Partie: Der Captain lief wie immer extrem viel und arbeitete sowohl defensiv als auch offensiv. Den besten Abend erwischte der Aussenverteidiger allerdings nicht: In der Offensive fehlte bei den Flanken oft ein wenig die Präzision und auch hinten war bei Lichtsteiner die eine oder andere kleine Unsicherheit zu sehen. Trotzdem: Eine genügende Note hat der Juve-Legionär allemal verdient.

Name: Fabian Schär
Position: Innenverteidiger
Note: 3.5

Das schwächste Glied in der Abwehrkette war heute Fabian Schär. Der Ostschweizer, der in der Nati in der Regel stark aufspielt, hatte nicht seinen besten Abend. Schon nach wenigen Minuten sah Schär nach einem ruppigen Einsteigen gegen Dallas die gelbe Karte und auch in der Folge war der Innenverteidiger ungewohnt unsicher. Schär beging den einen oder anderen Fehlpass und strahlte trotz einigen gewonnenen Zweikämpfen nicht die Souveränität aus, die man sich in der Nati von ihm gewohnt ist.

Name: Manuel Akanji
Position: Innenverteidiger
Note: 5

Manuel Akanji war heute Abend einer der besten Schweizer auf dem Platz. Der junge Verteidiger ist im Nati-Dress noch ziemlich unerfahren, umso erstaunlicher war die Leistung Akanjis. Der FCB-Verteidiger strahlte Ruhe aus, spielte kluge Pässe aus der Defensive heraus und konnte selbst gegen die bulligen nordirischen Stürmer eine Vielzahl der Zweikämpfe für sich entscheiden. Beeindruckend, was der erst 22 Jahre junge Mann heute Abend zeigte!

Name: Ricardo Rodriguez
Position: Linker Verteidiger
Note: 4.5

Ricardo Rodriguez spielte wie der andere Aussenverteidiger Lichtsteiner lange eine unauffällige Partie. Zwar war der Milan-Verteidiger bemüht und beackerte die linke Seite leidenschaftlich, allerdings ohne grosse Wirkung zu erzielen. Ausserdem hatte der 25-Jährige etwas Glück, dass der Schiedsrichter bei einer strittigen Szene, als Rodriguez der Ball an den Arm klatschte, sich nicht für einen Penalty entschied. Trotzdem avancierte der Zürcher am Ende zum Matchwinner: Als die Schweiz einen extrem hart gepfiffenen Elfmeter zugesprochen erhielt, schappte sich Rodriguez die Kugel und zimmerte diese auf sichere Art und Weise im Netz.

Name: Granit Xhaka
Position: Defensives Mittelfeld
Note: 4.5

Es fällt etwas schwer, Granit Xhaka eine Note zu geben. Beim Mittelfeldspieler wechselten sich heute Licht und Schatten ständig ab. So agierte der Gunner vor allem in der Startphase ungewohnt unkonzentriert und beging einige Fehlpässe, allerdings ist und bleibt Xhaka der Dirigent im Schweizer Ensemble. Der Basler zog in der Schaltzentrale die Fäden und verteilte die Bälle im Offensivspiel, ausserdem kam er zweimal gefährlich zum Abschluss. Auch ein Xhaka, der nicht auf seinem allerbesten Niveau spielt, ist für die Schweiz wertvoll.

Name: Denis Zakaria
Position: Defensives Mittelfeld
Note: 5

Eine der grossen Fragen im Vorfeld dieser Partie lautete: Wen soll Vladimir Petkovic anstelle von Valon Behrami aufstellen – Denis Zakaria oder Remo Freuler? Der Coach entschied sich für ersteren und Zakaria gab ihm vollkommen recht. Der Gladbach-Söldner zeigte eine Partie auf hohem Niveau, ging weite Wege, scheute keinen Zweikampf, forderte den Ball und schaltete sich so auch immer wieder ins Offensivspiel ein. Einziges kleines Manko: Zakaria beging noch das eine oder andere Foulspiel zu viel. Trotzdem: Starke Leistung des Ex-Berners!

Name: Xherdan Shaqiri
Position: Linksaussen
Note: 4.5

Wie bei Xhaka fällt es auch bei Xherdan Shaqiri schwer, eine gerechte Note zu verteilen, denn wie der Arsenal-Spieler erlebte auch der Zauberwürfel Höhen und Tiefen. Lange Zeit war von Shaqiri nicht viel zu sehen, der Basler blieb auf der rechten Aussenbahn oft blass und hatte nicht den erhofften Einfluss. Wenn er aber mal den Ball hatte, zeigte Shaqiri seine Klasse: So spielte er in der ersten Halbzeit einen tollen Ball auf Seferovic, der beinahe zum 1:0 führte, in der zweiten Hälfte kam „Shaq“ dann mit einem gefühlvollen Schlenzer dem Treffer selbst nahe. Was ebenfalls auffiel, war, wie aktiv Shaqiri kommunizierte. Immer wieder suchte er das Gespräch mit seinen Mitspielern und dem Trainer und feuerte das Team an.

Name: Blerim Dzemaili
Position: Offensives Mittelfeld
Note: 3

Keinen guten Abend erlebte Blerim Dzemaili. Die MLS-Saison ist bereits vorüber, der Mittelfeldspieler reiste also ohne Spielpraxis an und das war ihm von Anfang bis Ende anzusehen. Zwar war Dzemaili bemüht, doch das Spiel lief bis zu seiner Einwechslung an ihm vorbei. Die erhofften Impulse von der wichtigen Zehner-Position blieben weitgehend aus, nur einmal konnte Dzemaili mit einem guten Pass auf Seferovic auf sich aufmerksam machen. Es wäre keine Überraschung, sollte sich Vladimir Petkovic im Rückspiel dazu entscheiden, den MLS-Söldner aus der Startaufstellung zu nehmen.

Name: Steven Zuber
Position: Linksaussen
Note: 5.5

„Man of the Match“ war am Donnerstag Abend Steven Zuber. Der Flügelspieler konnte zwar weder ein Tor erzielen noch einen Assist verbuchen, trotzdem war der Hoffenheim-Spieler heute Abend der Beste. Auf der linken Seite sorgte Zuber immer wieder für Gefahr, er kämpfte, zog immer wieder zur Mitte, lief unheimlich viel und spielte kluge Pässe. Einen davon konnte Xhaka beinahe zum 1:0 verwerten. Völlig ausgepumpt wurde Zuber in der Schlussphase dann ausgewechselt, von den Schweizer Fans erhielt er verdienten Applaus.

Name: Haris Seferovic
Position: Mittelstürmer
Note: 4.5

Haris Seferovic erlebte ein für ihn typisches Spiel. Der Benfica-Stürmer rackerte unermüdlich und ging gewohnt weite Wege, ein Torerfolg blieb ihm aber leider verwehrt. Einmal kam er nach einem Dzemaili-Pass einen Schritt zu spät und nach einem Traumpass von Xherdan Shaqiri war der Keeper der Nordiren, Michael McGovern, mit einem starken Reflex zur Stelle. Doch auch wenn ein Stürmer an den Toren gemessen wird, muss man bei Seferovic doch wieder seine starke Mannschaftsdienlichkeit hervorheben.

Name: Breel Embolo
Position: Mittelstürmer
Note: 4

Das Sturmjuwel kam nach 77 Minuten für Seferovic ins Spiel. Der Stürmer zeigte sich zwar gewohnt engagiert und frech, allerdings konnte er bei seiner Einwechslung trotz den bei den Nordiren entstandenen Lücken nicht für die erhoffte Torgefahr sorgen.

Name: Blerim Dzemaili
Position: Offensives Mittelfeld
Note: –

Fabian Frei kam erst nach 83 Minuten für Blerim Dzemaili ins Spiel und absolvierte nur etwas zehn Minuten, was nicht für eine Bewertung reicht.

Name: Admir Mehmedi
Position: Linksaussen
Note: –

Der Leverkusen-Söldner kam erst nach 87 Minuten für Steven Zuber ins Spiel – auch das reicht nicht für eine Bewertung.

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