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Helvetia Schweizer Cup, Achtelfinale

Wie hoch stehen die Chancen für die Aussenseiter?

Die Achtelfinal-Partien des Helvetia Cups im Check

Bisher gab es in der diesjährigen Cup-Veranstaltung erst eine faustdicke Überraschung zu bestaunen. Der FC Sion, eigentlich DIE Cupmannschaft schlechtin, scheiterte gegen Lausanne-Ouchy in der Verlängerung. Welche anderen Super-League-Teams müssen im Achtelfinale die Segel streichen? Wir machen den Check, in welchen Partien David die grössten Chancen gegen Goliath hat. 

Partie: FC Stade Lausanne-Ouchy vs. FC Zürich
Liga: Promotion League vs. Super League
Sensationspotenzial: 5%

Die erste Cup-Partie findet am Dienstagabend statt. Dann fordert der Sion-Bezwinger Stade Lausanne-Ouchy den FCZ heraus. Dieses Duell gab es bisher einmal vor vier Jahren in der zweiten Cup-Runde. Damals konnte sich der FCZ nur mit viel Mühe und dank eines Treffers von Franck Etoundi in der 86. Minute mit 3:2 durchsetzen. 

In dieser Cup-Saison kassierten die Zürcher bisher keinen Gegentreffer und siegten jeweils souverän gegen den FC Chippis und den FC Bassersdorf. Auch Lausanne-Ouchy spielte bislang eine starke Cup-Saison und schaltete in der letzten Runde die Cupmannschaft schlechthin, den FC Sion, mit 2:1 nach Verlängerung aus. 

Ein erneute Cupsensation der Westschweizer gegen die Zürcher liegt durchaus im Bereich des Möglichen, ist jedoch unwahrscheinlich. Die Form in der Liga (11. Platz) ist mit vier Niederlagen aus den letzten sechs Spielen zu schwach, um den FCZ wohl ernsthaft fordern zu können, obwohl diese zuletzt im Derby gegen GC keine gute Figur abgaben. 

Partie: Stade Nyonnais vs. FC Thun
Liga: Promotion League vs. Super League
Sensationspotenzial: 15%

Diese zwei Teams trafen letztmals vor über sieben Jahren aufeinander und zwar befand man sich zu diesem Zeitpunkt in der gleichen Liga, nämlich in der Challenge League. Die Thuner gingen dabei zumeist als Sieger vom Feld. Im Cup traf man sich erst einmal und auch dort behielten die Thuner die Oberhand. 

Der Zweitplatzierte der Promotion League befindet sich in einer guten Form. Im Cup bezwang man auswärts den FC Vernier und den FC Locarno. Der FC Thun gilt als die Wunderkiste der Super League. Auf Siege folgen in der Liga meist Niederlagen. Im Cup bezwang man bisher den FC Stade-Payerne und Wil, auch wenn man nicht restlos überzeugt hat. 

Stade Nyonnais kann die Berner Oberländer mit Sicherheit ärgern, doch die Thuner haben mit Spielmann und Tosetti zwei torgefährliche Trümpfe im Ärmel, die schwierig auszuschalten sind.

Partie: FC Münsingen vs. BSC Young Boys
Liga: 1. Liga vs. Super League
Sensationspotenzial: 5%

Die Partie FC Münsingen gegen den BSC Young Boys kann als Berner Derby angesehen werden. Die Berner Young Boys mussten bisher noch nie gegen den Erstligisten antreten. Kurt Feuz, Trainer von Münsingen, ist wohl der dienstälteste Trainer in der ganzen Schweiz. Er trainiert den FC Münsingen nämlich nun schon seit 20 Jahren. 

Die Amateure des FC Münsingen konnten im Cup sowohl den SC Düdingen als auch den FC Schaffhausen aus dem Wettbewerb schmeissen. Der Leader der Super League setzte sich bis dato ohne Mühe und ohne Gegentor gegen den FC Breitenrain und gegen die Old Boys durch. 

Der FC Münsingen wird sicherlich top motiviert gegen den haushohen Favoriten ins Rennen steigern. Doch um für eine regelrechte Sensation zu sorgen, muss für die Amateure alles passen und die Young Boys dürften bei weitem nicht an ihre Leistungsgrenze gelangen. Ein Tor liegt für die Mannen von Kurt Feuz mit Sicherheit drin, für mehr wird es jedoch wohl kaum reichen.  

Partie: FC Rapperswil-Jona vs. FC Basel
Liga: Challenge League vs. Super League
Sensationspotenzial: 10%

Die von Urs Meier trainierten Rapperswiler empfingen schon letztes Jahr den FC Basel im Cup. Damals verlor Rapperswil äusserst knapp mit 0:1. Einziger Basler Torschütze war Boetius, welcher mittlerweile die Bebbi in Richtung Rotterdam verlassen hat. 

Der FC Rapperswil-Jona bezwang im Cup bisher den FC Kreuzlingen und Kosova Zürich. Die Basler mussten sich bis hierhin mit Wettswil und dem FC Chiasso auseinandersetzen. Zwar blieben sie dabei stets ohne Gegentor, so richtig überzeugend agierten sie im Cup bisher aber noch nicht. 

Wenn man die derzeitige Form der beiden Mannschaften vergleicht, dann spricht diese ganz klar für den FCB. Rapperswil verlor nämlich das letzte Meisterschaftsspiel gegen Servette, während die Basler in den letzten sechs Pflichtspielen (inklusive Champions League) fünfmal als Sieger vom Platz gingen. Der Cup hat jedoch meistens seine eigenen Gesetze und im Fussball ist bekanntlich vieles möglich, weswegen die Rapperswiler sicherlich eine klitzekleine Chance auf das Viertelfinale haben. 

Partie: FC Lausanne-Sport vs. Grasshopper Club Zürich
Liga: Super League vs. Super League
Sensationspotenzial: 50/50-Chance

Das einzige Duell zweier Vereine aus der selben Stärkeklasse findet auf der Pontaise in Lausanne statt. Dort empfangen die Westschweizer nämlich den Grasshopper Club Zürich. Die beiden Mannschaften sind sich im Cup bisher dreimal (in den 1930er Jahren gab es noch Hin- und Rückspiel) begegnet. Lausanne konnte sich dabei zweimal durchsetzen. Das letzte Duell ging jedoch vor 15 Jahren klar und deutlich an die Hoppers.

Im bisherigen Cup-Bewerb machten die Hoppers die deutlich bessere Figur. Sie fegten nämlich Romontois und Biel mit dem Gesamtskore von 15:0 vom Platz. Die Westschweizer derweil gegen NK Pajde und YF Juventus jeweils mit 3:1. 

Die Form der beiden Mannschaften ist ähnlich beeindruckend. In der Super League konnten zuletzt sowohl Lausanne (gegen St.Gallen) und GC (im Derby gegen den FCZ) mit 4:0 auswärts gewinnen. Die Hoppers sind unter Murat Yakin noch ungeschlagen und haben die letzten zehn Pflichtspiele (inklusive Cup) nicht mehr verloren. Lausanne seinerseits ist auch schon seit acht Pflichtspielen (inklusive Cup) ungeschlagen. In der Super League sind die beiden Mannschaften nur durch einen Punkt getrennt. Es kann somit von einem Duell auf Augenhöhe gesprochen werden, wobei sich der Heimvorteil als entscheidender Faktor für Lausanne auswirken könnte. Auf diese Partie zweier der formstärksten Schweizer Mannschaften überhaupt dürfen wir sehr gespannt sein und ein Favorit ist nicht auszumachen. 

Partie: FC Schötz vs. FC Lugano
Liga: 1. Liga vs. Super League
Sensationspotenzial: 15%

Der FC Schötz und Lugano sind sich in ihrer Vereinshistorie bislang noch nie begegnet. Schötz-Trainer René Erlachner hat jedoch bereits gute Erfahrung mit den Tessinern gemacht, blieb er damals als Wohlen-Trainer in drei Direktbegegnungen bislang noch ohne Niederlage (ein Sieg, zwei Unentschieden).

Im Helvetia Cup 2017/18 konnte sich Schötz bis jetzt gegen den CS Interstar und Hergiswil behaupten. Der FC Lugano gewann gegen Bassecourt und Köniz jeweils ohne Gegentreffer. Gegen Köniz taten sich die Tessiner aber sehr schwer und wurden erst in der 93. Minute von Alexander Gerndt erlöst. 

Der FC Schötz kam im letzten Meisterschaftsspiel enorm unter die Räder und wurde gleich mit 6:0 von den Black Stars deklassiert. Davor blieb man aber vier Ligaspiele in Folge ungeschlagen. Die Tessiner haben in den letzten zwei Pflichtspielen (Meisterschaft und Europa League) enorm an Selbstvertrauen gewonnen. Sie zieren zwar immer noch das Tabellenende der Super League, doch der erkämpfte Punkt in Sion (in Unterzahl) hat der Tessiner Seele sehr gut getan. Sollte der FC Lugano jedoch in alte Muster verfallen, dann könnte der Aussenseiter aus Schötz profitieren. 

Partie: FC Echallens Région vs. FC Luzern
Liga: 1. Liga vs. Super League
Sensationspotenzial: 20%

Der FC Echallens und der FC Luzern sind sich bisher noch nie begegnet. Diese Cup-Partie wird somit eine Premiere für beide Mannschaften sein. 

Im bisherigen Cup-Wettbewerb hat Echallens schon beachtliche Resultat erzielt. Man konnte immerhin den FC Aarau und, noch bemerkenswerter, den momentanen Leader der Challenge Leauge, Neuchâtel Xamax, aus dem Wettbewerb befördern. Luzern hingegen tat sich enorm schwer und feierte zwar zwei zu-Null-Siege, schoss aber auch nur zwei magere Törchen gegen Kriens und gegen Servette. 

Die Form der beiden Teams ist nicht gerade überragend, wenn man sich die letzten Resultate zu Rate zieht. Der FCL steckt in einer regelrechten Krise und konnte keines der letzten acht Super-League-Partien für sich entscheiden. Auch der FC Echallens konnte keine der letzten beiden Ligapartien gewinnen. Trotz der momentan Formkrise ist der FCL natürlich haushoher Favorit, doch sollte Echallens einen perfekten Tag erwischen, wären die Leuchten sicherlich zu packen. 

Partie: SR Delémont vs. FC St.Gallen
Liga: 1. Liga vs. Super League
Sensationspotenzial: 15%

Das Duell SR Delémont gegen St.Gallen war um die Jahrtausendwende einmal sogar ein Super-League-Duell. Von bisher sieben Direktbegegnungen fanden deren vier in der Super League (3:1-Siege für St.Gallen), zwei in der Challenge League (beide Duelle konnten die Espen ohne Gegentor gewinnen) und nur eines im Cup statt. Vor elf Jahren mussten die St.Galler ebenfalls im Achtelfinale nach Delémont reisen und konnten die Partie mit 3:1 gewinnen. 

Im bisherigen Wettbewerb schlugen die Welschschweizer bisher Wängi und Winterthur. Der FCSG musste bis sich bis dato mit Baden und Linth auseinandersetzen. Vor allem gegen Linth bekundeten die Espen grosse Mühe und konnten erst im Elfmeterschießen jubeln. 

Die Gemütslage nach dem letzten Meisterschaftsspiel könnte nicht unterschiedlicher sein. Während Delémont einen 5:0-Kantersieg feiern durften, mussten die Espen vor eigenem Publikum eine bittere 0:4-Schlappe einstecken. St.Gallen wird mit Sicherheit mit einer Menge Wut im Bauch im Cup auftreten, was die Aufgabe für den Aussenseiter nicht unbedingt leichter macht. Sollte Delémont aber in Führung gehen können, wäre eine Cup-Sensation möglich. 

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