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Die Tops und Flops der letzten National-League-Woche

Oktoberkrise, Held von Lugano und Zuger Importpower

Ein Fünftel der Eishockey-Regular-Season ist gespielt und die Titelanwärter beginnen sich vom Rest der Liga etwas abzusetzen. Die vergangene Woche bot so einiges an Spektakel.

Wer hat dabei überzeugt? Wer nicht? Wir liefern die Tops und Flops der fünften National-League-Woche. 

TOP: Hofmann trägt den HC Lugano auf seinen Schultern

Den Saisonstart verpasste Grégory Hofmann zwar noch, da er bei den Carolina Hurricanes im NHL-Trainingscamp verweilte. Diese Abwesenheit scheint ihm jedoch gut getan zu haben und der 24-Jährige versetzt momentan die Liga in Angst und Schrecken. Beim 4:0-Auswärtssieg in Genf und dem 5:2-Erfolg über Biel war Hofmann jeweils für zwei Tore höchstpersönlich verantwortlich. Mit neun Saisontore führt er die Torschützenliste vor Teamkollege Dario Bürgler an und seine 1,71 Punkte pro Spiel sind der zweitbeste Wert der National League.

TOP: Zug lebt von seinen Ausländern

Tabellenführer ist der EV Zug, welcher momentan nicht zu bremsen ist und fast ausschliesslich von seinen beiden Neo-Ausländern Viktor Stalberg und Garett Roe getragen wird. Der Schwede und der Amerikaner haben zusammen bereits 30 Punkte gesammelt und sind hinter Ebbett und Nilsson dritt- und viertbester Skorer. Am letzten Wochenende kamen hatten Stalberg und Roe bei sämtlichen Treffern den Stock im Spiel, meistens sogar beide. Die Vollerfolge gegen Ambri und Servette waren für den Leader zwar Pflicht, trotzdem haben sich andere Mannschaften schwerer getan. 

TOP: Paradelinie schickt Ambri zurück ins Tessin

Die ZSC Lions konnten am Montagabend gegen Ambri-Piotta eindrücklich zeigen, wie man am besten auf eine enttäuschende Niederlage in Davos reagiert. 6:1 lautete das deutliche Endergebnis, welches die Lions mit drei Toren im Startdrittel bereits einleiteten. Grosse Mühe bekundeten die Leventiner vor allem mit der Zürcher Paradelinie um Pius Suter, Fredrik Pettersson und Topskorer Robert Nilsson. Vier Treffer des „Z“ waren auf dem Mist der drei Offensivkräfte gewachsen und versetzten Ambri schon früh den Nackenschlag. Seit der Rückkehr von Suter aus dem Trainingscamp in Ottawa spielen die drei Stürmer gross auf und sind für einen Grossteil der Zürcher Punkte zuständig.

TOP: Gegen den SCB ist momentan kein Gras gewachsen

Dem Berner Bären fiel am Freitagabend der EHC Kloten zum Opfer und wurde von den Mutzen regelrecht zerfleischt. 8:0 führte der SCB nach zwei Dritteln und ging am Ende mit einem 9:2 als glasklarer Sieger vom Eis. Am Samstag im Zähringer Derby war zwar die Höhe des Sieges nicht mehr ganz so krass, doch die Art und Weise wie der Overtime-Erfolg zu Stande kam, lässt sich sehen. Der amtierende Meister geriet mit 0:3 ins Hintertreffen, glich bis zur 50. Minute wieder aus, um kurz vor Schluss mit sechs Spielern noch das 4:4 zu erzielen und sich in die Verlängerung zu retten. Dort brauchte Mark Arcobello nur 41 Sekunden, um dem SCB den Zusatzpunkt zu sichern und den Anschluss zum EV Zug zu gewähren.

TOP: Der HCD ist dem Spitzentrio auf den Fersen

Hinter dem starken Spitzentrio EV Zug, SC Bern und HC Lugano folgt etwas unauffälliger der HC Davos. Die Bündner können zufrieden auf das letzte Wochenende zurückschauen, denn man holte gegen Biel und die ZSC Lions jeweils die volle Punktzahl. Der Sieg in der Heimat über die ZSC Lions war in der Entstehung aber etwas kurios, da der HCD in der Schussstatistik mit 13:31 klar unterlegen war und die Löwen trotzdem mit 4:1 besiegte. Nun ist das Team von Arno Del Curto am HC Fribourg-Gottéron vorbeigezogen und hat sich Platz vier gesichert.

FLOP: Flughafenstädter werden zweimal vorgeführt

Just als man in Kloten denken konnte, dass es langsam wieder etwas aufwärts ginge, folgen zwei derartige Abschlachtung in Bern und gegen Ambri. Über das 2:9 gegen den SCB muss man gar nicht allzu viele Worte verlieren, dieser Auftritt war definitiv mehr als ungenügend und auch beim 1:5 zuhause gegen Ambri waren der EHC Kloten definitiv nicht zu beneiden. Der Playoffzug ist war noch lange nicht abgefahren, aber irgendwann müssen die Zürcher dann schon einmal aufsteigen, falls sie die anderen Teams von ihrem letzten Tabellenplatz aus nicht ganz aus den Augen verlieren wollen.

FLOP: Die Lage wird für Genève-Servette immer ernster

Nur drei Zähler und somit einen Rang besser als Kloten steht der Genève-Servette HC da. Das Team von Craig Woodcroft erwischte zwar mit dem HC Lugano, Lausanne HC und dem EV Zug einen schwierigen Spielplan, trotzdem hätte man nicht gleich dreimal klar verlieren müssen. Gegen Zug und Lugano reichte es den Westschweizern nicht einmal zu einem Tor. Die Krisensitzung bei Servette dürfte schon einberufen worden sein und die Tage von Woodcroft sind so bald einmal gezählt.

FLOP: Schlechter Zeitpunkt für eine Trainer-Entlassung

Seit Mittwochmorgen ist nun definitiv klar, welcher Trainer in der aktuellen Saison der erste ist, der entlassen wird. Dan Ratushny vom Lausanne HC musste dranglauben und scheiterte nach einer überraschend starken Saison am etwas enttäuschenderen Start in die diesjährige Kampagne. Besiegelt war die Entlassung des Kanadiers wahrscheinlich schon länger, so ist auch der Zeitpunkt etwas zu erklären. Nach einem 8:4-Sieg im Romand-Derby kündet man normalerweise nämlich keine Zusammenarbeit mit einem Trainer, doch für Lausanne-Sportchef Jan Alston ist dieser Zeitpunkt nun gekommen. 

FLOP: Gottéron kassiert zwei schmerzhafte Pleiten

Zwischenzeitlich konnte sich Fribourg-Gottéron einmal Leader der National League nennen, doch von dieser Bezeichnung mussten sie sich zuletzt ein wenig entfernen. Gegen die SCL Tigers gab es am Freitag nämlich überhaupt keine Punkte und das Zähringer Derby verlor man, wie bereits erwähnt, auf eine bittere Art und Weise. Die drei Punkte Rückstand auf Leader Zug sind zwar noch nicht alle Welt, aber aus den letzten fünf Spielen gab es ganze vier Pleiten. Grösster Lichtblick für die Drachen ist die Rückkehr des langzeitverletzten Roman Červenka, der am Samstag immerhin zwei Assists beisteuern zu vermochte.

FLOP: Oktober-Angst ist berechtigt

Beim EHC Biel hatte es sich in den beiden vergangenen Jahren abgespielt, dass der EHC Biel einen regelrechten Absturz während dem Monat Oktober erlebt. Zweimal fiel die Punktequote drastisch zusammen und die Seeländer verloren deutlich an Boden. Nach zwei Spielen im aktuellen Oktober scheint sich diese Tendenz erneut zu entwickeln, denn momentan steht man im zehnten Monat des Jahres noch ohne einen einzigen Zähler da. Die Pleiten gegen den HC Davos und den HC Lugano sind grundsätzlich keine riesige Ernüchterung, aber auf die Dauer kann sich dies noch drastisch auf die Tabelle auswirken.

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