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Die Nati-Noten zum finalen Kracher gegen Portugal

Eine durchschnittliche Leistung reicht gegen den Europameister eben nicht

Die Schweizer Nationalmannschaft bekommt im Estadio da Luz eine bittere Lehrstunde in Sachen Fussball und muss sich dem Europameister im ''Endspiel'' mit 2:0 geschlagen geben. Schade!

Doch, wie haben sich die einzelnen Natispieler geschlagen? Wir unterziehen die Leistung jedes einzelnen Akteurs einer eingehenden Analyse und bewerten dessen Auftritt in Lissabon. 

Name: Yann Sommer
Position: Torwart
Note: 5

Ausnahmsweise, muss man ja schon fast sagen, hatte Sommer in der Startphase bereits ziemlich viel zu tun. Gleich mehrmals musste der Schlussmann gefährliche Hereingaben entschärfen und tat dies auch sehr gut. In der 32. Minute zeigte er einen Blitzreflex gegen Bernardo Silva und hielt die Nati so in der Partie. In der 41. Minute konnte aber auch Sommer nichts mehr ausrichten, als der Ball äusserst unglücklich im Tor der Schweizer landete. Bitter wurde es für den Keeper von Borussia Mönchengladbach noch bitterer: Von seinen Vorderleuten komplett im Stich gelassen musste er zusehen, wie André Silva den Ball zum 2:0 in den Maschen versenkte. Seinen grossen Moment hatte er dann in der 79. Minute, als er CR7 im Eins-gegen-Eins aber so was von den Schneid abkaufte! Wirklich trösten wird ihn dies aber nicht. 

Name: Ricardo Rodriguez
Position: Linker Verteidiger
Note: 4

Portugal lancierte viele Angriffe über seine linke Seite. Immer wieder bekam es der Mann von der AC Milan mit Superstar Ronaldo zu tun, schaltete diesen aber weitestgehend aus. In der Offensive zeigte Rodriguez aber ungewohnt Schwächen. Seine Standards verpufften meist wirkungslos. Nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts daran, dass die linke Seite von der Seefahrernation stark beackert wurde. Beim Angriff, welcher schliesslich zum 2:0 führte, sah Rodriguez, wie alle seine Teamkollegen, nicht sonderlich gut aus. Auch wenn er in der Folge bemüht war, Entscheidendes zum Angriffsspiel beizutragen, agierte der Aussenverteidiger weiterhin glücklos. Keine schlechte aber eben auch keine überragende LEitung von ihm heute! 

Name: Johan Djourou
Position: Innenverteidiger
Note: 4,5

Ganz starke Startphase von Johan Djourou! Der Innenverteidiger sah sich von der ersten Minute an mit langen Zuspielen konfrontiert, die er aber beinahe mühelos unter Kontrolle brachte. In der 24. Minute hatte er dann eine Schrecksekunde zu überstehen, als er nach einem Foul von Silva lange blieben liess. Djourou raffte sich aber auf und bekundete unglaublich viel Pech, dass er beim Führungstreffer der Portugiesen noch leicht abfälschte. Auch nach dem Pausentee war der Genfer zu viel Arbeit gezwungen. Zumeist erledige er seinen Job gewissenhaft und sauber. Beim Tor durch André Silva sah aber auch er nicht gut aus! Schlussendlich gilt es aber festzuhalten, dass Djourou den Grossteil seiner Zweikämpfe gewinnen konnte und sich keine groben Schnitzer erlaubte. 

Name: Fabian Schär
Position: Innenverteidiger
Note: 4

Ähnlich wie Djourou musste auch Fabian Schär von Beginn an viele Zweikämpfe annehmen und lieferte sich viele Kopfballduelle mit Silva und Ronaldo. Am Verteidiger führte aber lange kein Weg vorbei und so hatte das 0:0 auch dank Schär etwas mehr als 40 Minuten Bestand. Beim Führungstor der Portugiesen kann man ihm keinen Vorwurf machen. In der zweiten Hälfte aber schien auch der Mann von Deportivo La Coruña etwas überfordert. Superstar Cristiano Ronaldo wurden nun mehr Räume zugestanden und der Ex-Basler kam oft einen Schritt zu spät. Insgesamt waren die Anforderungen an Schär heute vielleicht etwas zu hoch, auch wenn er sichtlich tapfer kämpfte.

Name: Stephan Lichtsteiner
Position: Rechter Verteidiger
Note: 4

Auch der Mann von Juventus Turin hatte in den ersten Minuten defensiv alles im Griff. trotz grossem Druck des Heimteams agierte Lichtsteiner mit kühlem Kopf und fand auch immer wieder Zeit, sich ins Angriffsspiel mit einzuschalten. Allerdings waren seine Flanken und weiten Zuspiele alles andere, als das Gelbe vom Ei! Kein einziges Mal fanden seine Zuspiele den Kollegen in der Sturmspitze. Ein ähnliches, wenn nicht identisches, Bild zeigte sich bei ihm auch in Durchgang Zwei: Lichtsteiner kämpfte wie ein Löwe, lief, was das Zeug hielt und versuchte auch immer wieder die Emotionen neu zu entfachen – Leider vergeblich! 

Name: Granit Xhaka
Position: Defensives Mittelfeld
Note: 4,5

Bester Schweizer in den Anfangsminuten! Trotz immensem Druck orchestrierte Xhaka das Schweizer Mittelfeld mit grosser Ruhe und ordnete das Stellungsspiel seiner Kollegen auf dem Platz. Auch wenn der Mittelfeldmann von Arsenal London offensiv kaum in Erscheinung trat, das Mittelfeldzentrum war durch sein Engagement zusgestellt und Portugal blieben nur die Angriffe über die Flügel. Dass die Ordnung nach dem Seitenwechsel etwas verloren ging, hing sicherlich auch mit einem leichten Leistungsabfall beim Strategen zusammen. Xhaka agierte nicht mehr so bestimmend, so dominant und fand auch kein Mittel, mit einem entscheidenden Pass für Gefahr vor dem portugiesischen Tor zu sorgen. Er hat sicher schon bessere Spiele gezeigt im Dress der Nati! 

Name: Blerim Dzemaili
Position: Offensives Mittelfeld
Note: 3

Es war eine undankbare Aufgabe, welche dem MLS-Söldner zu Teil wurde am heutigen Abend. Eigentlich wäre Dzemaili als Spielmacher vorgesehen gewesen, der im richtigen Moment dann den tödlichen Pass lancieren soll. Da die Schweiz offensiv aber kaum stattfand, hatte man im ersten Durchgang immer wieder das Gefühl, Dzemaili sei ein Fremdkörper im Kollektiv. Diesen Eindruck teilte wohl auch Nati-Trainer “Vlädu National“, als er derden 31-jährigen kurz nach dem zweiten Treffer vom Feld nahm. Steven Zuber ersetzte ihn. 

Name: Remo Freuler
Position: Defensives Mittelfeld
Note: 3,5

Ayayay! Das hat sich Remo Freuler bestimmt anders vorgestellt. In der 27. Minute missglückt ihm eine Ballannahme komplett, springt ihm an den Arm und führt so zur ersten gelben Karte der Partie. Der Mann von Atalanta kämpfte und rackerte aber unbeirrt weiter und riskierte gar, mit gelb-rot vom Platz gestellt zu werden. Vladimir Petkovic reagierte auf die mahnenden Worte von Schiedsrichter Cüneyt Cakir und liess den Serie-A-Söldner zur Pause auf der Bank. Für ihn kam Denis Zakaria. 

Name: Admir Mehmedi
Position: Linksaussen
Note: 3,5

Viel und lange wurde im Vorfeld der Partie diskutiert, ob vielleicht nicht doch Ungarn-Held Zuber auf dem linken Flügel auflaufen soll. Und Admir Mehmedi lieferte seinen Kritikern in der Startphase weitere Argumente! Der 26-jährige gab, auch in der Defensive, viele Bälle preis und brachte auch kaum ein Zuspiel an den Mann. Danach steigerte er sich aber und liess sich in den ersten 45 Minuten keine weiteren Fehler mehr ankreiden. Dennoch hatte die Darbietung aus dem ersten Durchgang Spuren hinterlassen. Nachdem Mehmedi beim 2:0 seine Defensivpflichten vernachlässigt hatte, musste er das Feld in der 65. Minute für Breel Embolo verlassen. 

Name: Haris Seferovic
Position: Mittelstürmer
Note: 4

Der kampfstarke Mittelstürmer konnte im ersten Durchgang (leider) nur gerade einmal in Szene gesetzt werden. Sein Schuss mit dem Rücken zum Tor geriet allerdings komplett harmlos. Ansonsten wollen wir den Mann aus Sursee nicht weiter tadeln. Er lief viel und kämpfte, wie man es sich von ihm gewohnt ist. Nach einem herrlichen Zuspiel von Shaqiri bot sich ihm dann doch noch die Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Der Volley landete aber knapp neben dem Tor von Rui Patricio. Gerne hätte Seferovic wohl in “seinem“ Stadion getroffen. Der Stürmer von Benfica Lissabon blieb aber glücklos! 

Name: Xherdan Shaqiri
Position: Linksaussen
Note: 3,5

Der Zauberwürfel war äusserst bemüht, dem Gegner sogleich mit Spielwitz und schnellen Antritten den Wind aus den Seglen zu nehmen. Allerdings agierte der Ex-Basler, für unseren Geschmack, etwas zu offensiv. Gegen schwungvoll gestartete Portugiesen wäre es vielleicht nicht schlecht gewesen, wenn Shaqiri auch etwas Defensivarbeit erledigt hätte. So auch beim Treffer der Gastgeber zum 1:0, als der Flügelflitzer viel zu zögerlich in den Zweikampf ging. In die zweite Spielhälfte startete “Shaq“ dann überhaupt nicht gut und verlor viele Bälle. Erst als die Portugiesen vorentscheidend davon zogen, wachte er wieder auf und suchte vehement den Abschluss. An der Niederlage konnte aber auch Xherdan Shaqiri nichts mehr ändern! 

Name: Denis Zakaria
Position: Defensives Mittelfeld
Note: 4

Zur Halbzeit wurde das Kraftpaket von Gladbach für Remo Freuler ins Spiel gebracht. Es mag nicht nur an seiner Einwechslung gelegen haben, dass die Zuordnung im Schweizer Mittelfeld verloren ging. Zakaria war anzumerken, dass er noch etwas bewegen wollte. Immer wieder ging er mit in den Strafraum. Ein verwertbares Zuspiel bekam er allerdings nicht. Es war eine undankbare Aufgabe, welche der Youngster heute erhielt. Dass er die Probleme der Nati nicht beheben konnte, soll kein Vorwurf an ihn sein! 

Name: Breel Embolo
Position: Rechtsaussen
Note: 4

Wie schon gegen Ungarn erhielt Embolo auch heute Einsatzminuten. Das Sturmjuwel wurde in der 65. Minute für den blassen Admir Mehmedi. Beim Stand von 2:0 wäre die Idee wohl gewesen, dass er die Schweizer Offensive wiederbeleben soll. Es kann nicht nur am Mann vom FC Schalke 04 gelegen haben, dass die Nati nicht weiter Torgefahr erzeugen konnte, wenn man den Namen “Embolo“ hört, erhofft man sich aus Schweizer Sicht aber doch mehr. 

Name: Steven Zuber
Position: Linksaussen
Note: 4

Der Held aus dem Ungarn-Spiel, den viele Schweizer Fans heute wohl gerne von Beginn weg gesehen hätten, wurde von Petkovic “erst“ in der 65. Minute eingewechselt. Gegen brutal starke Portugiesen fehlte es den Schweizern aber weiterhin an den zündenden Ideen in der Offensive. Auch Steven Zuber trat kaum in Erscheinung. Das eine oder andere Tempodribbling, so wie einen Schussversuch aus der Distanz hätte man sich aber dennoch erhofft. 

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