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Die Noten zum Auftritt der Schweizer Nationalmannschaft gegen Ungarn

Drei Schweizer mit Bestnote – Nur der Keeper patzt

Die Schweiz zeigt gegen Ungarn eine überragende Leistung und ballert die Magyaren mit 5:2 aus dem ''Joggeli''. Im Rennen um die direkte Qualifikation für die WM 2018 in Russland bleibt die Nati somit auf der Pole Position.

Wir liefern nach diesem spektakulären Fussballabend Noten für jeden Spieler und beurteilen die gezeigten Leistungen.

Name: Yann Sommer
Position: Torwart
Note: 4

In den ersten 45 Minuten wurde der Schlussmann von Borussia Mönchengladbach nur selten geprüft. So überrascht es auch nicht, dass er in seiner ersten Szene eine leichte Unsicherheit zeigte, welche von Xhaka aber ausgebügelt wurde. Kurz vor dem Pausenpfiff parierte Sommer zudem einen direkten Freistoss von Varga – Dieses Mal ohne Fehl und Tadel! Beim Gegentreffer im Anschluss an einen Corner reagierte die Nummer 1 erst stark, war dann aber gegen den Nachschuss von Guzmics chancenlos. In der 75. Minute hätten die Ungaren dann ihren zweiten Treffer erzielen müssen, Sommer stand aber goldrichtig und pflückte den (schwachen) Schuss aus der Luft. Seinen Auftritt schmälerte dann einzig der Patzer, welcher zum 2:5 führte. Schade, schade! 

Name: Stephan Lichtsteiner
Position: Rechter Aussenverteidiger
Note: 5,5

Der Kapitän brillierte auf rechts, wie eigentlich immer, im Zusammenspiel mit Xherdan Shaqiri. Die beiden verstehen sich wirklich ausgezeichnet! In der Rückwärtsbewegung stand Lichtsteiner aber doch einige Male zu hoch, was gegen offensiv harmlose Ungaren zum Glück nicht bestraft wurde. Auch im zweiten Durchgang spulte der Mann von Juventus Turin ein unglaubliches Pensum ab. Seinen sackstarken Auftritt krönte “Lichti“ dann mit dem Treffer zum 5:1. Es war ein wunderbar satter Schuss, welchen Gulacsi nie und nimmer hätte parieren können. Es war der dritte Treffer in der WM-Qualifikation für Stephan Lichtsteiner. Was für eine Ausbeute für einen Aussenverteidiger! 

Name: Fabian Schär
Position: Innenverteidiger
Note: 5,5

Lieferte sich in der ersten Halbzeit einige harte Zweikämpfe mit Roland Ungrai. Der Schweizer musste dabei einiges einstecken, hatte den ungarischen Stürmer aber weitgehend im Griff. Vor nicht allzu langer Zeit war Schär noch einer der torgefährlichsten Natispieler. Diesen Status holte er sich in der 52. Minute beinahe zurück, als er aus kurzer Distanz an Gulacsi scheiterte. Eine Viertelstunde vor Schluss entwischte ihm sein Gegenspieler dann doch noch, die Unachtsamkeit blieb glücklicherweise aber ohne Folgen. Bei beiden Gegentoren kann man dem Ex-Basler übrigens keine Vorwürfe machen. Dieser Auftritt wird ihm Selbstvertrauen geben! 

Name: Johan Djourou
Position: Innenverteidiger
Note: 5

Nicht immer war der Verteidiger über alle Zweifel erhaben. Gegen die knallharten Gegner aus Ungarn waren seine Künste im Zweikampf dann aber gebracht und Djourou liess so einige Kritiker verstummen. Der 30-jährige Routinier warf sich in jedes Duell und liess die ungarischen Stürmer kaum einmal passieren. Beim Gegentor muss man ihm dann allerdings ankreiden, dass die Zustimmung im Strafraum nicht ganz gestimmt hatte. Als Abwehrchef wäre dies ja eigentlich seine Aufgabe. Dennoch muss man heute auch Johan Djourou ein Kränzchen binden. Gegen Portugal wird er unverzichtbar sein! 

Name: François Moubandje
Position: Linker Aussenverteidiger
Note: 5

Auch wenn die linke Seite der Schweizer nicht ganz so viel Torgefahr ausstrahlte, wie auf der anderen Seite das Duo Lichtsteiner/Shaqiri, konnte Moubandje dennoch weitere Pluspunkte sammeln. Der Aussenverteidiger von Toulouse schaltete sich immer wieder ins Angriffsspiel ein und erledigte seine Defensivpflichten makellos. Die zweiten 45 Minuten verbrachte der Mann von Toulouse dann eher etwas zurückgezogen und überliess die Offensivaktionen seinem “Vordermann“ Steven Zuber. Auch wenn gegen Portugal wohl wieder Ricardo Rodriguez zum Einsatz kommen wird, Moubandje verstärkt den Nati-Kader definitiv in der Tiefe! 

Name: Remo Freuler
Position: Defensiver Mittelfeldspieler
Note: 5

Der Mann von Atalanta war in jeglicher Hinsicht ein starker Ersatz für den verletzten Valon Behrami. Zusammen mit Xhaka beherrschte Freuler das Mittelfeld souverän und fungierte so wie ein Scheibenwischer vor der Abwehr. Sein gewonnener Zweikampf vor dem 3:0 leitete die Kombination zum dritten Treffer ein. Auch wenn er in der zweiten Halbzeit offensiv kaum in Erscheinung trat, so verrichtete Freuler doch wichtige Lauf-, und “Drecks“-Arbeit. Die Schlussminuten sah er sich dann von der Bank aus an. Für ihn ins Spiel kam Eren Derdiyok. 

Name: Granit Xhaka
Position: Defensiver Mittelfeldspieler
Note: 6

War von Beginn weg die Schaltzentrale im Schweizer Mittelfeld und verteilte die Bälle mit grosser Ruhe. In der 18. Minute war Xhaka dann Nutzniesser eines schlimmen Patzers von Ungarn-Keeper Peter Gulacsi. Am Mittelfeldmann vom FC Arsenal führte auch in der Defensive kein Weg vorbei. Der 25-jährige liess sich in den Zweikämpfen (fast) nie überlisten und überzeugte auch mit einem starken Stellungsspiel. Der Leitwolf ging über 90 Minuten mit gutem Beispiel vorweg und orchestrierte das Schweizer Spiel mit einer unglaublichen Abgeklärtheit. Seine mentale Stärke, seine Cleverness und seine Ruhe am Ball werden auch gegen Portugal von eminenter Wichtigkeit sein! 

Name: Xherdan Shaqiri
Position: Rechter Mittelfeldspieler
Note: 6

Der Zauberwürfel war von der ersten Minute an bemüht, über seine rechte Seite Druck aufzubauen. Ausser einigen eher harmlosen Weitschüssen wollte Shaqiri aber zunächst nicht allzu viel gelingen. Dann jedoch drehte der Mann von Stoke City auf und wäre beinahe zum Assistgeber zum 3:0 geworden – Es war nur eine von vielen gefährlichen Hereingaben, die Seferovic in dieser Szene nicht zu verwerten vermochte. Wenig später liess sich “Shaq“ dann doch einen Skorerpunkt gutschreiben, als Zuber zum 3:0 traf. Auch in der zweiten Halbzeit wirbelte er die ungarische Defensive durcheinander und schwang sich mit seinem zweiten, und herrlichen, Assist zum “Man of the Match“ auf. Zur Zeit ist Xherdan Shaqiri wirklich in absolut beneidenswerter Form! 

Name: Fabian Frei
Position: Offensiver Mittelfeldspieler
Note: 5,5

Sein erster Startelfeinsatz seit 2011 wurde von einigen Fans doch eher kritisch beäugt. Dann aber kam die 20. Minute, in welcher Fabian Frei sich ein Herz fasste und mit einem abgefälschten Schlenzer für Begeisterung auf den Rängen sorgte. In der Angriffsauslösung mag der Mainzer nicht ganz so viel Kreativität auszustrahlen, wie Blerim Dzemaili. Dafür bestach er durch grosse Passsicherheit. Auf ein Sahne-Zuspiel von Shaqiri wäre dem Ex-Basler dann beinahe ein Traumtor sondergleichen gelungen. Sein Sprungvolley flog aber knapp über den Kasten. Seinen wohlverdienten Applaus an alter Wirkungsstätte holte er sich in der 73. Minute ab, als er für Denis Zakaria vom Feld genommen wurde. 

Name: Steven Zuber
Position: Linker Mittelfeldspieler
Note: 6

Zuber war auf links ein echter Aktivposten! Eine starke Flanke von ihm konnte der kleingewachsene Shaqiri nicht erreichen, dennoch war auch er auf seiner Seite ein steter Unruheherd. Die Belohnung für seinen engagierten Auftritt erhielt der gebürtige Winterthurer dann in der 43. Minute, als er im fünften Länderspiel sein erstes Tor im Nati-Dress erzielte. Und der Flügelflitzer der TSG Hoffenheim doppelte kurz nach Wiederbeginn nach – Gulacsi unterschätze seinen Direktschuss komplett und liess das Lächeln beim 25-jährigen noch breiter werden. Auch wenn ihm zum Ende hin etwas die Luft ausging, hat er sich zu einem ernsthaften Konkurrenten für Admir Mehmedi auf der linken Seite hochgearbeitet! Wir werden sehen, auf wen Petkovic gegen Portugal setzen wird… 

Name: Haris Seferovic
Position: Mittelstürmer
Note: 5

In der Startphase fiel der Mann aus Sursee vor allem durch zwei Abseitspositionen auf. Vor dem 2:0 durch Frei war es dann Seferovic, der sich den Ball vom Gegner holte und den Angriff überhaupt erst ins Rollen brachte. Kurz vor dem Seitenwechsel hatte der Stürmer dann das 3:0 auf dem Fuss, vergab jedoch aus knapp drei Metern. Auch ansonsten war es ein eher unglücklicher Abend für Seferovic, der zwar wie gewohnt viel lief und sich für die Mannschaft aufrieb. Auch wenn ein Stürmer natürlich lieber Tore schiesst, so wird es Seferovic dennoch trösten, dass er auch beim 4:0 durch Zuber entscheidende Vorarbeit leistete. In der 63. Minute durfte er dann Feierabend machen und wurde durch Breel Embolo ersetzt.

Name: Breel Embolo
Position: Mittelstürmer
Note: 4,5

Das Sturmjuwel des FC Schalke 04 feierte nach langer Verletzungspause in der 63. Minute sein Comeback in der Schweizer Nationalmannschaft. Der 20-jährige war zwar sofort ins Kombinationsspiel der Nati eingebunden, konnte sich aber keine eigenen Tormöglichkeiten erspielen. Nichtsdestotrotz sind wir zuversichtlich, dass Embolo bald wieder zu seiner alten Form zurückfindet. 

Name: Denis Zakaria
Position: Zentraler Mittelfeldspieler
Note: –

Der Mittelfeldmann betrat in der 73. Minute im Tausch mit dem starken Fabian Frei den Rasen. Kurz nach seiner Einwechslung zog der Senkrechtstarter aus der Distanz ab und verfehle das Tor von Keeper Gulacsi nur knapp. Weitere Offensivaktionen des Gladbachers blieben aus, dennoch liess Zakaria wieder einmal durchblicken, dass auch er für viel Stabilität im Schweizer Mittelfeld sorgen kann! Seine Einsatzzeit gerät etwas zu kurz für eine Benotung. 

Name: Eren Derdiyok
Position: Mittelstürmer
Note: –

Erst fünf Minuten vor Schluss wurde der Galatasaray-Stürmer für den starken Remo Freuler eingewechselt. Aufgrund dieser kurzen Einsatzzeit erlauben wir uns kein Urteil über seine Leistung. 

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