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Die Analyse zur CL-Auftaktniederlage des FCB gegen Manchester United

Positive Aspekte, die Schwachstelle in der FCB-Abwehr und die weitere Ausgangslage

Die Analyse zur 0:3-Auftaktniederlage des FC Basel gegen Manchester United.

Was hat uns im Spiel des FC Basel im Old Trafford gefallen, wo lagen die Schwachstellen im Team von Raphael Wicky? Wie waren die Reaktionen der beiden Trainer nach dem Spiel und wie sieht die Ausgangslage in der Gruppe A für den Schweizer Meister aus? Wir liefern die Antworten auf diese Fragen.

Das hat uns gefallen:

Trotz des hohen Tempos, dass Manchester United von Anfang an anschlug, blieben die FCB-Spieler ruhig und verteidigten mit viel Disziplin und Kampfgeist. In der ersten halben Stunde liess die Basler Defensive abgesehen vom Pfostenschuss von Henrik Mkhitaryan in der 22. Minute nur wenig zu. Drei Minuten vor dem ersten Tor von Manchester United durch Fellaini hatte Zuffi nach einer gelungen Kombination über Riveros und van Wolfswinkel sogar noch eine ziemlich gute Gelegenheit, den Meister in Führung zu bringen. 

Nach dem frühen zweiten Gegentor in der zweiten Halbzeit liess sich die Mannschaft von Raphael Wicky nicht verunsichern. Im Gegenteil, der FC Basel schaltete in dieser Phase einen Gang höher und spielte erstmals aktiv nach vorne, ohne dabei leichtsinnig in Konter der Red Devils zu laufen. 

Das hat uns nicht gefallen:

Die Verteidigung des FC Basel bei den stehenden Bällen und Flanken war ziemlich bescheiden. Zugegeben, mit Fellaini, Lukaku, Matic und Smalling haben die Red Devils einige Kopfballspezialisten in ihren Reihen, die allesamt über 1.90 Meter gross sind. Trotzdem holten sich die drei FCB-Innenverteidiger in den Luftduellen keine guten Noten ab. Bei den zwei Kopfballtoren durch Fellaini und Lukaku stiegen Suchy respektive Akanji kaum in die Höhe und machten es den United-Offensivspielern zu einfach. 

Vor allem in der ersten Halbzeit gaben die Basler die Kugel nach einem Ballgewinn viel zu einfach wieder her, statt den Ball in den eigenen Reihen laufen zu lassen und so den Druck des Gegners etwas zu mindern. So konnte Manchester United den FC Basel tief in der eigenen Hälfte einschnüren, die FCB-Spieler hatten nur wenig Zeit sich von den Angriffen zu erholen.  

Der Beste Basler: Mohamed Elyounoussi

Mohamed Elyounoussi arbeitete nicht nur defensiv enorm viel, sondern gehörte auch in der Offensive zu den Aktivposten. Zudem hatte er in der zweiten Halbzeit innert wenigen Minuten zwei sehr gute Chancen, den Anschlusstreffer zu markieren. Zuerst köpfte er nach einem Freistoss von Xhaka in die Hände von David de Gea, danach fand er seinen Meister erneut in de Gea, als er aus kurzer Distanz am spanischen Nationalkeeper scheiterte.

Die Schwachstelle: Die linke Abwehrseite um Blas Riveros

Der junge Verteidiger hatte wahrlich keinen einfachen Abend bei seinem Champions-League-Debüt. Das Spiel von Manchester United lief vor allem in der ersten Halbzeit fast nur über die rechte Angriffsseite. Ashley Young und Juan Mata beackerten den Paraguayaner im Minutentakt, was Riveros sichtlich Mühe bereitete. Vor dem 1:0 liess er sich von Ashley Young austanzen und konnte die anschliessende Flanke auf den Kopf von Fellaini nicht verhindern. Zuvor zog er im Duell mit Romelu Lukaku den Kürzeren und hatte Glück, dass Mkhitaryan den Ball an den Pfosten setzte. Der talentierte Aussenverteidiger wird allerdings auf jeden Fall viel aus diesem Spiel lernen und für zukünftige europäische Auftritte mitnehmen können.

Die Reaktionen von Raphael Wicky und Marco Streller:

Raphael Wicky: Der FCB-Coach zeigte sich nach seinem Debüt als Trainer in der Champions League „enttäuscht über das Resultat, aber nicht über die Leistung“. Er habe eine Mannschaft gesehen, die zusammen gelitten und gekämpft habe und die in einem schwierigen Spiel nicht auseinander gefallen sei.“Um gegen eine solche Mannschaft etwas zu holen, braucht es das perfekte Spiel“, sagte Wicky. 

Marco Streller: „Ich bin keiner, der Niederlagen schönredet, das habe ich noch nie gemacht. Aber es war eine ansprechende Leistung und ein Schritt in die richtige Richtung.“ Der FCB-Sportchef zeigte sich zufrieden mit dem ersten Basler Auftritt in der Königsklasse, obwohl der FCB gegen den vermeintlich klaren Favoriten der Gruppe A letztlich ohne Chance auf ein positives Resultat geblieben war.

 

Die Reaktion von José Mourinho:

Trotz des schlussendlich klaren Sieges zeigte sich José Mourinho unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Die Konzentration der Spieler habe in der zweiten Halbzeit nachgelassen: „Bis zum 2:0 waren wir sehr stabil, haben mit grossem Selbstvertrauen gespielt.“ Der Portugiese sah allerdings viel Verbesserungspotenzial: „Nach dem 2:0 hat sich alles geändert.“

Sein Team sei unkonzentriert gewesen: „Wir haben aufgehört zu spielen, aufgehört zu denken, seriös zu spielen, haben nicht mehr die richtigen Entscheidungen auf dem Platz getroffen.“ Trotzdem blieb der FC Basel ohne Treffer: „Wir hätten uns selbst in Bedrängnis bringen können.“ Doch selbst mit dem von Mourinho kritisierten „Playstation-Fussball“ gelang das alles entscheidende 3:0. Mourinho empörte sich dennoch: „Flicks und Tricks. Wenn wir aufhören, seriös zu spielen, als Team zu spielen, dann gefällt mir das nicht.“

 

Die Ausgangslage in der Gruppe A:

Nach dem doch recht überraschenden Sieg von ZSKA Moskau auswärts gegen Benfica Lissabon sieht die Ausgangslage für den FC Basel nicht gerade rosig aus. Benfica, das auf dem Papier zweitstärkste Team, steht nach dem ersten Spieltag ebenfalls noch ohne Punkte da, während ZSKA, mit hoher Wahrscheinlichkeit der Konkurrent um den 3. Platz, schon den ersten Dreier auf dem Konto hat. Es ist aber erst einer von sechs Spieltagen gespielt, noch ist alles möglich – auch für den FCB. 

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