d5286f26a86b7d407a53a2c2a91969f6.jpg
Abgekartetes Spiel in der FIFA?

“Der Spiegel“ vermutet FIFA-Komplott gegen Sepp Blatter

Das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ macht eine brisante Enthüllung zu den Vorgängen rund um die FIFA vor gut zwei Jahren. Es wird von einem „Komplott gegen Sepp Blatter“ geschrieben.

Diese gipfelten Anfang Juni 2015 nach einer Reihe von Verhaftungen von FIFA-Funktionären im Zürcher Hotel Baur au Lac im Rücktritt des damaligen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter. Demnach könnten die Zugriffe der US-Behörden von längerer Hand geplant gewesen sein als bisher angenommen – womöglich sogar unterstützt von FIFA-internen Kreisen. Der Spiegel schreibt: „Enge Vertraute hatten offenbar einen Deal mit der Justiz abgeschlossen.“

Vertrag mit Anwaltskanzlei nährt die Spekulationen

Marco Villiger, heute noch Chef der FIFA-Rechtsabteilung, der damalige Generalsekretär Jérôme Valcke, wie Blatter von der FIFA-Ethikkommission längst suspendiert, sowie der ehemalige FIFA-Finanzchef Markus Kattner hatten im Januar 2015 mit einer weltweit renommierten amerikanischen Anwaltskanzlei einen Vertrag abgeschlossen, wonach diese die Interessen der FIFA gegenüber dem US-Justizministerium verteidigen sollte. Der Vertrag wurde unterzeichnet mehr als vier Monate, bevor die US-Fahnder in Zürich überhaupt zuschlugen.

Das nährt die Spekulation, wonach es tatsächlich ein internes Komplott gegen Blatter gegeben haben könnte. Denn gemäss dem „Spiegel“ hätten „der Präsident, das Exekutivkomitee sowie die Audit- und Compliance-Kommission informiert sein sollen“. Kattner gab gegenüber dem Nachrichtenmagazin an: „Warum das nicht geschehen ist, kann ich mir nicht erklären.“

Ich kann mir nichts Gescheiteres vorstellen, als dass man einen unbequemen Präsidenten loswerden wollte

Eine Erklärung liefert im Artikel dafür Blatter. „Ich kann mir nichts Gescheiteres vorstellen, als dass man einen unbequemen Präsidenten loswerden wollte“, wird der 81-jährige Walliser zitiert. „Villiger habe die Unterlagen zur Millionenzahlung an Platini, über die Blatter stürzte, an die Bundesanwaltschaft gegeben“, fasst das Nachrichtenmagazin Blatters Gedanken in Worte. „Die Eröffnung des Strafverfahrens gegen mich war mit den Amerikanern abgekartet“, so Blatter zum „Spiegel“.

Gegenüber der Nachrichtenagentur SDA meinte Blatter, man könne „das Rad der Zeit nicht zurückdrehen“. Er habe immer an ein Komplott geglaubt, „aber von aussen initiiert“. „Doch offenbar wurde ich von den eigenen FIFA-Leuten, denen ich mein Vertrauen geschenkt hatte, hintergangen.“ Er ist überzeugt: „Wenn ich gewusst hätte, dass Gefahr von der US-Justizbehörde im Anzug ist, hätten wir uns vorbereiten und besser verteidigen können. Dann würden die FIFA und ich heute in einem anderen Licht dastehen“, so Blatter zur SDA.

· ·


Related Articles & Comments

×