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Ein Rücktritt, der den Meister schmerzt

Delgado stellt Basel vor Probleme

Es war, nein es ist immer noch ein Schock. Matías Delgado beendet seine Karriere und verlässt den FCB nach nur zwei Spieltagen. Eine Entscheidung, die ihn als Mensch noch sympathischer macht, aber auch eine, welche den FCB vor Probleme stellt. Ein Kommentar von Andreas Aeschbach.

Schöne Worte an der Pressekonferenz, Lobeshymnen in den Medien, Fans stürmen den Presseraum und Delgado weint mit seiner Familie bittere Tränen. Er weint nicht, weil er auf viel Geld verzichtet, sondern weil ihm der FCB so sehr am Herzen liegt. Er ist bereits eine Klublegende und die Basler haben im so viel zu verdanken. Aber, lassen wir die Emotionen beiseite und kümmern wir uns um die Fakten und um die Lücke, die Delgado im FCB-Mittelfeld hinterlässt. 

Der Abgang von Delgado ist nicht zu kompensieren

Bei allen Sympathien, die sich der Argentinier mit seinem Rücktritt sicherte, bei allen schönen Worten, stellt er den FCB trotzdem vor Probleme. Die erste Frage, welche sich mir stellte, war: Wer soll Delgado ersetzen?

Und auch nach einer Nacht darüber schlafen und diversen Namen im Kopf, habe ich immer noch dieselbe Frage… Basel hat kein Problem, wenn es darum geht Delgado auf der 6er Position zu ersetzen. Wo er im neuen 3-1-4-2-System von Raphael Wicky geplant war. Den Wadenbeisser, den Defensiv-Leader. Hierfür hat der FCB nicht nur die nötigen Qualitäten mit Spielern wie Serey Dié oder Alexander Fransson, sie haben auch die nötigen Identifikationsfiguren mit Taulant Xhaka und Luca Zuffi. 

Ist die Lücke, die Delgado hinterlässt also mit dem bestehenden Kader zu kompensieren? Nein, definitiv nicht, denn es fehlt der Delgado auf der 10er Position. Dominik Schmid, ein Eigengewächs, aber noch zu jung und ach ja, das war es eigentlich schon. Die weiteren Mittelfeldspieler sind mit dem Flügelspiel beschäftigt und verfügen nicht über die Qualitäten eines Matías Delgado.

Basel muss also auf dem Transfermarkt aktiv werden, ausser man würde voll auf Dominik Schmid setzen, was ich persönlich sehr interessant fände und den FCB in der bisherigen Strategie bestätigen würde. Trotzdem, Streller hat keine einfach erste Saison, er steht unter Druck und muss liefern. Keine leichte Aufgabe für den Neo-Sportchef.

Stocker wieder ein Thema?

Der erste Name, der mir in den Sinn kam, war Valentin Stocker. Bei Hertha wohl keine Zukunft, passt in die neue FCB-Strategie, Identifikationsfigur und könnte wieder ein Publikumsliebling werden. ABER, Stocker verfügt einfach nicht über die Qualitäten Delgados, Stocker ist für mich keine klassische Nummer 10, er hat nicht dieses Adlerauge wie Delgado, nicht diese Qualität am Ball und bei weitem nicht diese Freistösse, wie der Argentinier.

Stocker hat durchaus Qualitäten und erfüllt die Voraussetzungen für die Super League auch spielerisch diskussionslos, aber wir sprechen hier von einem gleichwertigen Ersatz für Matías Delgado! 

Streller auf die Probe gestellt

Jetzt wird Marco Streller und sein Team auf die erste, grosse Probe gestellt. Schafft es die Basler Führung einen zweiten Delgado einzukaufen oder innert kürzester Zeit auszubilden? Wo gibt es einen Spieler, welcher nicht nur seine Qualitäten aufweist, sondern auch noch bezahlbar ist? Ich sage – Nirgends!

Entweder Basel nimmt den Qualitätsverlust in Kauf und führt ein junges Talent wie Dominik Schmid heran, was ich empfehle, oder Basel nimmt viel Geld in die Hand und kauft sich die Qualität zurück. Die dritte Variante wäre noch ein Leihgeschäft mit Kaufoption. Egal wie sich Basel entscheidet, der Verlust Delgados schmerzt!

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