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Das Emirates Team New Zealand holt den Pokel mit 7:1

America’s Cup geht klar an Neuseeland

Das Emirates Team New Zealand gewinnt in den Gewässern vor Bermuda das 35. Duell um den America's Cup. Die Neuseeländer entthronen den Titelverteidiger Oracle Team USA mit 7:1 Siegen.

Der Herausforderer nutzte gleich den ersten der sechs Matchpunkte, um die älteste Sporttrophäe der Welt, den „Auld Mug“, nach Neuseeland zu bringen. Der erst 26-jährige Skipper Peter Burling und seine Crew bezwangen die USA mit Jimmy Spitthill am Steuer in der 9. Regatta mit einem Vorsprung von 55 Sekunden. Die Kiwis flogen bei leichten Winden auf ihrem Katamaran zum wiederholten Mal davon. Der 49er-Olympiasieger Burling ist somit im America's Cup der jüngste Sieger am Steuer.

Mit Innovation zum Erfolg

Somit wiederholte sich die Geschichte nicht. 2013 hatte es bei der 34. Auflage vor San Francisco ebenfalls diese Konstellation gegeben. Damals lagen die USA in der Best-of-17-Serie sogar 1:8 zurück, gewann danach acht Rennen in Folge und schrieben eines der grössten Comebacks der Sportgeschichte. Nun geht die Trophäe zum dritten Mal nach 1995 und 2000 nach Neuseeland. Neben den Kiwis war auch Australien (1987) und zweimal die Schweiz mit Alinghi (2003 und 2007) im Besitz des silbernen Pokals.

Die USA scheiterten nicht nur an der Innovationskultur der Neuseeländer – beispielhaft waren die Radfahrer, die auf dem neuseeländischen Katamaran mit ihren Beinen Pedale bewegten und so die Hydrauliksysteme antrieben, während die Amerikaner auf die herkömmlichen Grinder mit Armkurbeln setzten – , sondern wohl auch am Wetter. Die Kiwis fanden mit leichten Winden um die 10 Knoten stets die von ihnen bevorzugten Verhältnisse vor.

Unter diesen Umständen konnte die USA auch den Vorteil nicht nutzen, dass Neuseeland mit minus einem Punkt in die Serie gestartet war, weil die USA die Round Robin im Challenge Cup zu ihren Gunsten entschieden hatte.

Gibt es ein Alinghi-Comeback?

Die Neuseeländer stehen nun unter einem gewissen Druck, obwohl ihnen das Regelwerk eine grosse Macht gibt. Die USA führten den America's Cup, der 1851 ins Leben gerufen wurde, mit den Foils – diese kleine Tragflächen wirken wie die Flügel bei einem Flugzeug, nur dass sie im Wasser arbeiten – in eine neue Dimension. Geschwindigkeiten um die 90 km/h waren zu bestaunen. Für die Segler und die Zuschauer ist nun schwer vorstellbar, dass wieder auf herkömmliche Segelschiffe gewechselt wird, die mit vielleicht 15 Stundenkilometer auf dem Wasser dümpeln.

Die Kiwis werden als Organisator des nächsten Cups wohl verlangen, dass nur noch ein kleiner Teil der Crew aus Ausländern bestehen darf. Die Oracle-Equipe vor Bermuda setzte vorwiegend aus Australiern zusammen. Ein Comeback von Alinghi dürfte trotz dieser Regel realistischer werden.

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