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Diese 10 RSL-Jungtalente glänzten in der Hinrunde

Kometenhafte Aufstiege und Durchbrüche über Umwege

18 Runden sind gespielt in der Super League und damit ist die Hinrunde der Saison 2016/17 bereits wieder Geschichte. Wir durften Altbekannte, Neuverpflichtungen und Nachwuchstalente bestaunen und erlebten die torreichste Hinrunde aller Zeiten.

Die Schweiz ist eine Ausbildungsliga und die meisten Super-League-Vereine praktizieren diese Art von Geschäftsmodell. Junge Spieler fördern, in der ersten Mannschaft mit einbauen und dann gewinnbringend ins Ausland verkaufen. Durch dieses Modell sehen die meisten Kader von Jahr zu Jahr komplett neu aus und viele Vereine leiden an fehlender Konstanz, da man nach dem sommerlichen Ausverkauf das Team wieder neu aufbauen muss.

Der positive Aspekt ist, dass wir in jedem Jahr neue Gesichter in der Super League kennenlernen dürfen und uns die Jungtalente überraschen und begeistern können. Wir haben uns von jedem Team der RSL ein vielversprechender Spieler rausgesucht und stellen diese vor…

Name: Albian Ajeti
Alter: 19
Verein: FC St.Gallen
Position: Sturm

Albian Ajeti ist ein Spieler aus dem Nachwuchs des FC Basel und wurde in der Winterpause 2015/16 zum FC Augsburg transferiert. Das Sturmtalent konnte sich beim Bundesliga-Klub nicht durchsetzen und wechselte nach nur 22 Einsatzminuten in der höchsten deutschen Spielklasse in der Sommerpause auf Leihbasis zum FC St.Gallen. Bei den Espen kommt der Basler in jedem Spiel seit seiner Ankunft zum Zug und eroberte sich einen Stammplatz. Ajeti steht nun bei 13 Spielen für den FC St. Gallen, erzielte dabei sechs Treffer und legte einen weiteren vor.

Der Schweizer Junioren-Nationalspieler ist sehr talentiert, hat den berühmten Torriecher und ist ein grosser Kämpfer. Ajeti hat beim FC Augsburg noch einen Vertrag bis 2020 und wird im Sommer sicherlich zurück nach Deutschland wechseln. Die Frage wird sein, ob er sich in der Bundesliga und gegen die Konkurrenz durchsetzen kann. Schafft er es nicht oder hat Wechselabsichten, stehen die St.Galler und andere Schweizer Klubs bestimmt in den Startlöchern.

Name: Jan Bamert
Alter: 18
Verein: Grasshopper Club Zürich
Position: Verteidigung

Jan Bamert gehört wahrscheinlich zu den grössten Talenten im Schweizer Fussball und ist innerhalb eines Jahres vom Nachwuchsspieler zum gesetzten Stammspieler in der Verteidigung des Grasshopper Club Zürich aufgestiegen. Bamert ist vielseitig einsetzbar und zeigt bereits viel Reife auf dem Feld. Der 18-Jährige übernimmt viel Verantwortung in der Defensive der Zürcher und ist ein sicherer Wert in einer eher schwachen GC-Abwehr.

Das Defensivtalent bringt alles mit, er ist schnell, abgeklärt und besitzt ein gutes Kopfballspiel. Er hat sich in seinem ersten Jahr in der höchsten Spielklasse stark entwickelt, was sich auch auf die Nationalmannschaft auswirkt. In der U19-Auswahl der Schweiz ist Bamert stets in der Startformation und trägt sogar die Kapitänsbinde. 

Bei den Grasshoppers erhofft man sich, mit Bamert, Zesiger, Rhyner, Antonov und Lavanchy in der Zukunft eine starke Defensive zu besitzen, die nicht mehr so wackelig ist, wie diejenige der letzten zwei Jahre. Der Verein sollte jedoch darauf achten, die Talente noch nicht zu verheizen und ihnen auch nicht zu viel Verantwortung aufbürden.

Name: Nicolas Haas
Alter: 20
Verein: FC Luzern
Position: Mittelfeld

Nicolas Haas wechselte vor fast 2 Jahren innerhalb des FC Luzern aus der U21 in die 1. Mannschaft und hatte das grosse Ziel, dort Stammspieler zu werden. Der zentrale Mittelfeldspieler konnte seinen Trainer nach anfänglichen Schwierigkeiten von sich und seinen Qualitäten überzeugen und steht nach zwei Jahren bei 43 Einsätzen für den FCL. Der Innerschweizer war in dieser Saison meistens gesetzt, hatte jedoch Pech und verletzte sich am Fussgelenk. Die Zwangspause seit Ende November dauert sicherlich noch zwei bis drei Monate und es ist zu hoffen, dass er dann gesund bleibt und an seiner Entwicklung anknüpfen kann.

Der Luzerner hat grosses Potenzial, um durchzustarten und zum wichtigen Spieler des FCL zu werden. MIt Babbel hat Haas einen ambitionierten Förderer, der bereits gezeigt hat, dass er viel von Haas hält und auch gerne auf ihn und seine Qualitäten setzt.

Name: Sandro Lauper
Alter: 20
Verein: FC Thun
Position: Mittelfeld

Die Neu-Entdeckung der Saison im Berner Oberland ist Sandro Lauper. In der letzten Spielzeit noch bei überschaubaren 6 Einsätzen, kommt er in der Hinrunde 2016/17 bereits auf 12 Spiele. In 9 kam er sogar über die gesamte Spielzeit zum Zug und konnte die ausgedünnte Thuner Abwehr verstärken. Der junge Fussballer, der aus der Jugend von YB stammt, zeigte sich bereits mit einer unglaublichen Ruhe auf dem Platz und wurde von Saibene gelobt.

Für Lauper selbst war es eine ungewohnte Position, die er einnehmen musste, da er ein gelernter Mittelfeldspieler ist. Das Thun-Talent zeigte aber bereits Reife und absolvierte die Aufgabe sehr gut, auch dank seinen Mitspielern, die ihn leiteten und mitzogen. Sein Trainer kann froh sein, über einen solchen polyvalent einsetzbaren Spieler zu verfügen, der bereit ist, in diesem jungen Alter bereits Verantwortung zu übernehmen.

Name: Kevin Martin
Alter: 21
Verein: FC Lausanne-Sport
Position: Torwart

Kevin Martin ist der jüngste von drei Torhütern, die sich in Lausanne um den Platz in der Startformation streiten. Martin startete als dritter Goalie in die Saison und kämpfte sich Schritt für Schritt näher an die Spitzenposition. In der 9. Runde fiel sein Konkurrent Da SIlva verletzt aus und Kevin Martin sprang in die Bresche. Das Lausanner Eigengewächs zeigte eine starke Partie, durfte in den folgenden zwei Spielen aber nicht mehr ran. Am 12. Spieltag war Celestini wohl wieder überzeugt vom Jungtalent und er stellte ihn wieder auf.

Seitdem spielte Kevin Martin immer über die gesamten 90 Minuten und war oft der beste Spieler im Team. Er strahlt bereits eine enorme Ruhe aus, ist stark auf der Linie und zeigte unglaubliche Paraden. An der momentanen Krisensituation des FC Lausanne-Sport hat Martin keine Mitschuld.

Name: Anton Mitryushkin
Alter: 20
Verein: FC Sion
Position: Torwart

Christian Constantin gelang im im Winter 2016 ein weiterer seiner Transfercoups. Der Walliser zauberte das russische Torhütertalent Anton Mitryushkin aus dem Hut und brachte ihn nach Sion. Der Junioren-Nationaltorhüter wurde als Nachfolger für den lettischen Keeper Andris Vanins geholt, dessen Vertrag Ende Saison 2015/16 auslief. Mitryushkin wartete aber nicht einfach nur ab, sondern machte ordentlich Druck auf Vanins und drängte sich enorm auf. Als sich der Lette dann einige Patzer leistete, stand der junge Russe bereit, hütete am 30. Spieltag zum ersten Mal das Tor der Walliser und blieb auch bis heute die Nummer 1 – der Youngster kam sogar zu einem Assist. 

Der Russe ist für einen 20-Jährigen bereits sehr weit, unglaublich ruhig und besitzt viel Übersicht. Mitryushkin hat sicherlich grossen Anteil am Aufschwung der Sittener und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Angebote reinflattern, denen Constantin nicht mehr widerstehen kann.

Name: Marvin Pfründer
Alter: 22
Verein: FC Vaduz
Position: Verteidigung

Marvin Pfründer spielt mit 22 Jahren seine erste Super-League-Saison beim FC Vaduz, obwohl er bereits weit rumgekommen ist. Der Defensivmann der Liechtensteiner kam vom FC Köniz und ist in der harten Welt des Profifussballs gelandet. In der Hinrunde kam der ehemalige GC- und Sampdoria-Jugendspieler zu lediglich 7 Einsätzen für den FC Vaduz, davon vier in der Liga. Dabei gelangen ihm zwei Assists, welche er beide beim 5:1 Sieg gegen den FC Lugano verbuchte und einer der auffälligsten Spieler auf dem Platz war. 

Pfründer ist ein schneller Verteidiger, der sich gerne in die Offensive mit einschaltet und für ordentlich Druck sorgen kann auf seiner rechten Seite. Der Thurgauer ist sicherlich eine gute Alternative im Team von Contini und wird sich aufdrängen wollen, um seine Chance endlich packen zu können.

Name: Mario Piccinocchi
Alter: 21
Verein: FC Lugano
Position: Mittelfeld

Mario Piccinocchi spielt seit Sommer 2015 leihweise vom italienischen Serie B Klub Vicenza Calcio beim FC Lugano. In den eineinhalb Jahren bei den Bianconeri kam der ehemalige italienische Nachwuchsinternationale zu 45 Einsätzen. Piccinocchi ist in der Startformation des FC Lugano gesetzt, wenn er fit ist und fühlt sich in dem jungen Team wohl. Der defensive Mittelfeldspieler ist enorm wichtig für das Spiel der Tessiner, denn er kann die Angriffe mit geschickten Pässen auslösen und schaltet sich gerne auch vorne mit ein.

Leider gehört Mario Piccinocchi nicht dem FC Lugano und am Ende der Leihe wird sich zeigen, wohin die Reise geht mit dem Italiener. Im nächsten Sommer wird er zurückkehren, ausser Lugano schafft es, die Mittel aufzubringen, Piccinocchi zu verpflichten. Doch der 21-Jährige hat bereits einen stolzen Preis. Im Sommer 2015 stand sein Marktwert bei 75 Tausend Euro und im Moment bewegt er sich schon im Bereich von 750 Tausend Euro. Vielleicht zu viel für Präsident Angelo Renzetti.

Name: Blas Riveros
Alter: 18
Verein: FC Basel
Position: Verteidigung

Blas Riveros ist ein paraguayischer Aussenverteidiger, das seit Sommer 2016 beim FC Basel unter Vertrag steht. Der Südamerikaner wurde als “Versprechen für die Zukunft“ angekündigt und soll Schritt für Schritt an die 1. Mannschaft herangeführt werden. Riveros gilt als schüchtern und wird oft von Matías Delgado begleitet und geleitet. In seiner ersten Hinrunde kam der “Roberto Carlos Paraguays“ nicht an Adama Traoré vorbei, obwohl dieser oft nur unterirdische Leistungen zeigte. Riveros kommt nur auf vier Einsätze in der Super League, jedoch bei jedem über die ganzen 90 Minuten.

Zuletzt durfte der Paraguayer zweimal hintereinander ran und es ist zu hoffen, dass ihn der Trainer Urs Fischer vermehrt berücksichtigt, auch wenn der FCB nicht mehr europäisch spielt. Das junge Talent braucht unbedingt Spielpraxis, damit er sich entwickeln kann. Dafür braucht es aber einen Trainer, der auf die Jungen setzt und diese weiterbringen will. Ob Fischer ein solcher Trainer ist, scheint eher fraglich.

Name: Denis Zakaria
Alter: 20
Verein: BSC Young Boys
Position: Mittelfeld

Denis Zakaria war in der letzten Saison einer der grössten Aufsteiger. Der Genfer wechselte 2015 ins Team der Berner Young Boys und mauserte sich in seiner Debütsaison in der Super League sofort zum Stammspieler und kam sogar schon zu drei Einsätzen mit der Schweizer Nationalmannschaft. In der laufenden Saison verpasste Zakaria den Start der Saison aufgrund von Trainingsrückstand und im Moment ist er wieder verletzt. 

Wenn der Mittelfeldspieler fit war, spielte er eigentlich immer durch. Denis Zakaria ist gesetzt, ein sicherer Wert im Spiel von YB und trotz seines jungen Alters zeigt er sich bereits sehr abgeklärt. Auch in der Schweizer Nati wird er sich in den nächsten Jahren weiter aufdrängen mit seinen Leistungen. 

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