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Krisengipfel Wolfsburg vs. Leverkusen

Wolfsburg in einer misslichen Lage

Wolfsburg war vor sieben Jahren Meister, Bayer Leverkusen ist oftmals Gast in der Champions League. Am Samstag allerdings ist Wolfsburg – Leverkusen das Spiel des 16. gegen den 11. in der Bundesliga.

Wolfsburg gegen Leverkusen ist nebenbei auch das Duell der Überflügelten. Nach dem derzeitigen Stand der Tabelle sind Mannschaften wie RB Leipzig, Hoffenheim, Freiburg und Mainz an ihnen vorbeigezogen – was noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Es sind Klubs, die in der Bundesliga nie grosse Erfolge feierten oder die nicht einmal über eine nennenswerte Tradition verfügen.

Keines der letzten sieben Spiele gewonnen

Geradezu gravierend ist die Lage von Wolfsburg. Vier der letzten fünf Meisterschaftsspiele gingen verloren, keines der letzten sieben wurde gewonnen. Ein Teil der Hoffnung ruht nun auf dem Franzosen Valérien Ismaël, dem früheren Verteidiger von Werder Bremen und Bayern München. Ismaël löste interimistisch Trainer Dieter Hecking ab, unter dem es zuletzt schier von Wochenende zu Wochenende bergab ging. Ismaël kann bei einem Sieg über Leverkusen darauf hoffen, von der Interims- zur Dauerlösung zu werden.

Vorderhand werden die Wolfsburger aber von Verletzungssorgen geplagt. Eine davon betrifft den jungen Schlüsselspieler Julian Draxler. Zuletzt hatte der deutsche Internationale beim Cupsieg in Heidenheim wegen einer Verletzung am Sprunggelenk pausiert. „Bei Julian müssen wir noch abwarten. Er braucht eigentlich Ruhe“, sagte Valérien Ismaël am Freitag.

Ismaël erstmals vor eigenem Anhang

Ismaël erhält im Duell der beiden Krisenklubs die dritte Bewährungschance, sich als dauerhafter Nachfolger von Hecking zu empfehlen. Erstmals tritt er vor eigenem Publikum auf. Das Verletzungspech bei Wolfsburg ist, wie erwähnt, weiterhin gross. Christian Träsch kehrte zwar am Freitag ins Training zurück, doch der gesperrte Jeffrey Bruma sowie die angeschlagenen Vieirinha, Bruno Henrique und Daniel Didavi fallen aus.

„Wichtig ist, dass wir uns gegen die Verletzungsmisere wehren“, sagte Ismaël. Seine Mannschaft hofft auf den ersten Heimsieg in dieser Saison. Der knappe 1:0-Sieg im Cup soll der verunsicherten Mannschaft Aufwind geben. „Wir müssen kleine Schritte nach vorne machen. Der Sieg in Heidenheim wirkt vielleicht befreiend“, sagte Manager Klaus Allofs.

Benaglio weiterhin nur Ersatz?

Dieter Hecking hatte auf der Goalieposition ausschliesslich auf den 24-jährigen Belgier Koen Casteels gesetzt, Ismaël bislang ebenfalls. Dadurch ist Diego Benaglio, mit 33 Jahren in einem guten Alter für Torhüter, zur Untätigkeit verurteilt. Man könnte spekulieren, dass die Wolfsburger mit dem früheren Schweizer Nationaltorhüter nicht in eine so missliche Lage geraten wären. Zumal Casteels in einigen Spielen nicht überzeugte. (Si)

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