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Bald wieder Fussball in der Super League

GC: 10 heisse Fragen vor dem Rückrundenstart

Schon bald rollt das Leder in der Super League wieder – zum Glück. Wir machen den Countdown und nehmen vor dem Rückrundenstart jeden Verein unter die Lupe. Heute im Fokus: Der Grasshopper Club Zürich.

Was hat sich im Winter getan? Gibt es Sorgen? Was könnte gut kommen? SPORTAL stellt 10 entscheidende Fragen und wagt Prognosen.

Wird Pierluigi Tami bei Angeboten im Sommer gehen?

Nein. Tami hat sich mit einem langfristigen Vertrag (bis 2019) bis auf Weiteres zu GC bekannt. Von seiner Seite gibt es keine Abwanderungsgelüste, obwohl im Winter “konkrete Angebote“ vorlagen.

“Ich will die nächsten Jahre bei GC bleiben. Das Ziel muss es sein, sich in der ersten Hälfte der Tabelle zu etablieren“, sagte der Tessiner an der Pressekonferenz beim Trainingsstart.

Auch die Vereinsführung um Sportchef Manuel Huber betonte, man wolle auf Kontinuität setzen und gehe mit dem Vertrauensbeweis für Tami auch ein gewisses unternehmerisches Risiko ein. Nur: Solche Töne gab es in der Vergangenheit bei den Hoppers schon oft, ehe plötzlich wieder alles umgekrempelt wurde.

Kann Manuel Huber seine ''rollende Kaderplanung'' vorantreiben?

Manuel Huber kommt bei der sportlichen Weichenstellung für die Zukunft von GC eine Schlüsselrolle zu. Der CEO und Sportchef in Personalunion hat sich nach einem äusserst anstrengenden halben Jahr mit Paul Bollendorff einen neuen Chefscout ins Boot geholt, die Fäden laufen aber klar bei ihm zusammen.

“Rollende Kaderplanung“ ist einer der Lieblingsausdrücke des – das vergisst man oft – erst 28-jährigen starken Mannes. Ob er diese tatsächlich umsetzen kann, ist allerdings sehr fraglich, auch wenn der grosse Ausverkauf in der Winterpause bisher vermieden werden konnte. Sollte GC weiterhin erfolgreich sein, steht er allerdings im Sommer vor einer Herkulesaufgabe.

Es sei der Anspruch von GC, wieder regelmässig im europäischen Wettbewerbe vertreten zu sein, meinte Huber Anfang Januar. Sollten Erfolgswunsch und Ausbildungsgedanke miteinander kollidieren, wird das unter Umständen schwierig – vielleicht schon in der Rückrunde dieser Saison.

Wer wird den abgewanderten Yoric Ravet auf der rechten Seite ersetzen?

Vorerst wohl Mergim Brahimi, ein direkter Ersatz wurde nicht verpflichtet. Der 23-Jährige ist technisch mit Sicherheit auf dem gleichen Niveau wie der Franzose, wenn nicht sogar noch eine Spur beschlagener. Allerdings fehlt dem gelernten Mittelfeldregisseur auf der Seite etwas die Dynamik.

Nikola Gjorgjev, Sherko Kareem oder Semir Music könnten ebenfalls auf der rechten Angriffsseite spielen, sind aber in Sachen Super-League-Erfahrung noch etwas grün hinter den Ohren.

Dabbur-Wechsel: Wo liegt die GC-Schmerzgrenze?

Wie der Tages-Anzeiger berichtet, hat Red Bull Salzburg GC ein Angebot über 6 Millionen Franken für Munas Dabbur unterbreitet. Der Blick berichtet jedoch bereits wieder anderes: Es sei keine Offerte in dieser Grössenordnung eingegangen.

Klar ist: Der Israeli sieht seine Zukunft über kurz oder lang trotz des guten Teamgeists nicht bei GC, er würde lieber heute als morgen wechseln. Die Frage ist, wann GC nachgibt, respektive wie viel Geld man beim Verkauf verdienen will. Eine zweistellige Millionensumme ist wohl trotz der 11 Tore und 11 Assists in der Vorrunde eher unrealistisch.

Wer wird GC im Kampf um Platz 2 am gefährlichsten?

YB. Die Berner haben die Hoppers im Herbst zu Hause im Stade de Suisse dominiert und verfügen offensiv über ähnlich viel Potenzial wie die Zürcher. Ausserdem sind die Ansprüche bei den finanziell in einer anderen Liga spielenden Bundesstädtern deutlich höher. Dass Yoric Ravet ausgerechnet zu YB wechselte, ist sicher kein Zufall.

Der Punkterückstand von 5 Punkten ist aus Sicht der Gelb-Schwarzen zwar gross, aber durchaus aufzuholen. Gleich zum Rückrundenstart kommt es in Bern zum Gipfelkampf. Sollte YB gewinnen, wäre bereits alles wieder offen.

 

Auf welcher Position ist GC am schwächsten besetzt?

Auf derjenigen des Linksverteidigers. Benjamin Lüthi, der in der Hinrunde die meisten Partien absolvierte, offenbarte zum Teil eklatante Schwächen in seiner Defensivarbeit. Stellvertreter Nemanja Antonov hat noch zu wenig Gelegenheiten erhalten, sein Können zu zeigen.

Dass der U20-Weltmeister mit Serbien hinter Lüthi anstehen muss, spricht aber nicht unbedingt für ihn.

Wie sehr könnten Verletzungen den Lauf von GC bremsen?

Ziemlich. In der Vorrunde hatte das Team von Pierluigi Tami Glück, keiner der absoluten Leistungsträger war länger verletzt. Einer richtigen Belastungsprobe war man deshalb nicht ausgesetzt.

Da das Kader weiterhin dünn bleibt, bewegt man sich jedoch auf dünnem Eis. Fällt ein Spieler wie Captain Kim Källström aus, wird es eng.

Welche Rolle kommt Neuverpflichtung Haris Tabakovic zu?

Tabakovic zu holen, war wohl Pierluigi Tamis Idee, der den U21-Nationalspieler aus seiner früheren Tätigkeit gut kennt. Ob man damit bereits auf einen allfälligen Wechsel von Munas Dabbur reagiert hat?

Als starker Kopfballspieler kann der 21-Jährige für GC auch sonst durchaus ein Gewinn sein – schliesslich fehlt dieses Element bisher fast vollständig. Normalerweise hat Strafraumstürmer Dabbur aber lieber einen Wühler mit guter Technik wie Shani Tarashaj hinter sich. Dass Tabakovic zusammen mit dem Israeli angreifen wird (wie in den Testspielen gegen Greuther Fürth und Lilleström), ist also noch lange nicht sicher.

Vielleicht wird sich Tabakovic vorerst mit der Reservistenrolle anfreunden müssen und wie bei YB die Jokerrolle einnehmen.

Wer entwickelt sich zum Stammkeeper?

Nach seiner Hand- und Rippenverletzung ist Joël Mall wieder vollständig fit. Wird er Vaso Vasic erneut verdrängen, wie er es bereits in der Hinrunde tat?

Pierluigi Tami will sich noch nicht festlegen, stellte dem bisweilen fehlerhaften Vasic im Test gegen Greuther Fürth (1:2) aber ein gutes Zeugnis aus. Mall stand gegen Lilleström (3:3) im Tor. Auf Dauer wird der ehemalige Aarauer wohl die besseren Karten haben, Vasic aber könnte durchaus noch einmal eine Bewährungschance erhalten und am 7. Februar gegen YB das Tor hüten.

Welche GC-Küken treten in die Fussstapfen von Shani Tarashaj?

Nach nur einem halben Jahr als Stammspieler bei GC gelang Shani Tarashaj der Sprung in die Premier League. Der FC Everton sicherte sich die Dienste des knapp 21-Jährigen für viereinhalb Jahre, bis Ende Saison bleibt er jedoch leihweise bei seinem Ausbildungsverein.

Ein Weg wie derjenige Tarashajs dürfte die Spieler, die jetzt an der Schwelle zum Stammspieler stehen, zusätzlich motivieren – besonders wenn es noch zu Abgängen kommen sollte.

Wer könnte sich neu in der ersten Elf etablieren? Gute Anlagen besitzt Harun Alpsoy, der zentrale Mittelfeldspieler hat aber mit Kim Källström und Marko Basic gegenwärtig aber auch unüberwindbare Konkurrenz. Den nächsten Schritt erhofft sich Tami wohl auch von Nikola Gjorgjev, von dem er sehr viel hält, oder dem jungen Bosnier Semir Music.

In der Innenverteidigung ist Noah Loosli in Lauerstellung, sofern Levent Gülen, Alban Pnishi oder Alexandre Barthe ausfallen sollten.

 

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