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Federer vs. Berdych: Die Analyse

Augen voll auf Halbfinal gerichtet – Djokovic wartet

Roger Federer bleibt seiner unglaublichen Konstanz an Grand-Slam-Turnieren treu und steht in Australien zum 12. Mal im Halbfinal.

Das 7:6, 6:2, 6:4 gegen Tomas Berdych war kein Gala-Auftritt wie noch gegen David Goffin im Achtelfinal – doch Federer führte gute Gründe dafür an. SPORTAL mit der Analyse zum Spiel.

Das macht uns Mut

Der geringe Kraftaufwand: Federer hat (im Gegensatz etwa zu Novak Djokovic) auf dem Weg in den Halbfinal nicht viele Kräfte verpufft. Erst einen Satz musste er abgeben und auch gegen Berdych spielte er in der heissen Day-Session ökonomisches Tennis, indem er die Punkte wenn immer möglich kurz hielt und in den entscheidenden Momenten den schnellen Abschluss suchte.

Die Fähigkeit zur Reaktion nach Rückständen: Sowohl im ersten, als auch im dritten Satz wurde Federer früh gebreakt. Beide Male jedoch gelang ihm darauf sogleich das Rebreak, womit er Berdych die neu geschöpfte Zuversicht gleich wieder wegnahm. Sein Killerinstinkt half ihm auch im Tiebreak des ersten Satzes, das für den weiteren Verlauf der Partie äusserst wichtig war.

Das bereitet uns Sorgen

Erneute Umstellung im Halbfinal: Die Bedingungen am Tag und in der Nacht in der Rod Laver Arena gleichen sich laut Federers Aussagen überhaupt nicht. Für den Halbfinal wird sich der Baselbieter erneut umstellen müssen, sein Gegner Novak Djokovic allerdings nicht, was ein kleiner Nachteil sein könnte.

Das sagte Federer…

… über das Spiel: “Es war durchgehend schwer, vor allem aber im ersten und dritten Satz, den zweiten hatte ich mehr unter Kontrolle. Es war wichtig, dass ich auf die Breaks gut reagieren konnte. Gegen Berdych ist es schwierig, wenn er hinter dem Ball steht, deshalb galt es, ihn in Bewegung zu bringen und genug flach zu spielen. Ich bin sehr zufrieden, wie das gelungen ist.“

… über die verschiedenen Verhältnisse bei Tag und Nacht: “Ich glaube, man spielt nie ganz so gut am Tag wie in der Nacht. Die Bälle fliegen einfach zu fest aus dem Schläger, das hat man auch beim Djokovic-Match gegen Gilles Simon gesehen, dort gab es sehr viele Fehler. In der Nacht ist der Ball viel ruhiger. Wenn es heiss ist, fliegt er viel mehr durch die Luft und ist schwieriger zu kontrollieren.“

… über den Halbfinal gegen Djokovic: “Gegen Djokovic muss ich schauen, dass genug Variation in meinem Spiel ist. Ich würde gerne viel aus meinem Gruppenspiel bei den ATP World Tour Finals mitnehmen. Das Problem war im Final, dass ich schon zu früh gegen ihn antrat und im Gruppenspiel etwas Neues versuchte, mit dem ich ihn danach nicht mehr überraschen konnte. Ich muss mir noch überlegen, wie ich das diesmal wieder ändern könnte.“

… über das bisherige Fehlen des “SABR“ in seinem Spiel: “Ich verspreche, dass ich mindestens einen davon im nächsten Match spielen werde (schmunzelt). Man muss dafür im richtigen Gemütszustand sein, viel Vertrauen haben. Nicht dass ich das nicht wäre, aber ich fühle es einfach noch nicht so…“

… über Severin Lüthi: “Er begleitet mich seit etwa neun Jahren und war sowohl in meiner Karriere als auch in meinem Leben sehr wichtig – als guter Freund, speziell aber als Coach. Er macht seine Sache sehr gut und ist immer da für mich. Er hat mir die besten Ratschläge gegeben und mich oft an erste Stelle gestellt – das schätze ich sehr.“

Die Statistiken

48 Winner bei 26 Fehlern – das kann sich sehen lassen. Die Quote nach erstem Aufschlag bleibt ausserdem hervorragend, nach zweitem besteht hingegen noch Steigerungspotenzial.

So geht es weiter

Am Donnerstag trifft Federer auf Novak Djokovic. Es ist der erste Halbfinal zwischen Federer und Djokovic seit Shanghai 2014. Die letzten 9 Partien zwischen den beiden waren bis auf das vom Schweizer angesprochene Duell in der Round Robin von London allesamt Finals, wobei die Bilanz mit 6:2 klar zugunsten Djokovics ausfällt. Insgesamt haben beide je 22 Duelle für sich entscheiden können. Der letzte Sieg Federers an einem Grand-Slam-Turnier war 2012 im Halbfinal von Wimbledon.

 

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