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Wawrinka vs. Raonic: Die Analyse

“Better Fail“ gegen Raonic: Nicht alles war schlecht, Stan!

Stan Wawrinka konnte dem Achtelfinal am Australian Open gegen Milos Raonic für einmal nicht wie gewohnt den Stempel aufdrücken. Zum ersten Mal seit dem French Open 2014 verpasst er den Einzug in einen Grand-Slam-Viertelfinal.

Was waren die Gründe für das 4:6, 3:6, 7:5, 6:4, 3:6? SPORTAL mit der Analyse zum Spiel.

So kam es zum Ausscheiden

Wawrinka hat sich eigentlich wenig vorzuwerfen, traf er doch auf einen Gegner, dem an diesem Tag zumindest zu Beginn einfach kaum etwas entgegenzusetzen war. In den ersten beiden Sätzen spielte Raonic so dominant, dass es eine grosse Willensleistung brauchte, um den dritten Durchgang irgendwie für sich zu entscheiden. Wawrinkas Aussage vor dem Spiel, dass vor allem seine Leistung über Sieg und Niederlage entscheiden würde, stimmte diesmal also nur begrenzt.

Trotzdem: Das Momentum wäre im fünften Satz auf der Seite der Nummer 4 der Welt gewesen. Raonic, der in der Rod Laver Arena zuvor noch nie gewonnen hatte, zeigte Anflüge von Unsicherheit, die Stan nicht ausnutzen konnte. Ausserdem kamen auf der Vorhandseite zu viele Fehler beim Versuch, Raonic unter Druck zu setzen. Dasselbe gilt für den Aufschlag, produzierte Wawrinka doch ganze 8 Doppelfehler.

Das war der Knackpunkt im Spiel

Vielleicht hätte es nicht zu einem Drama im fünften Satz kommen müssen, hätte Wawrinka im zweiten Satz seine 2:0-Führung etwas länger halten können. Stattdessen setzte Raonic mit gütiger Mithilfe des Schweizers sogleich zum Rebreak an und ging mit einem weiteren Service-Durchbruch seinerseits in Führung.

Die Hypothek des 0:2-Satzrückstandes war letzten Endes zu hoch, da sich Stan in der Folge keine weitere Schwäche (wie im fünften Satz) hätte erlauben dürfen.

Die Statistiken

Wawrinka spielte eigentlich keine schlechte Partie, der stärkere Aufschlag des Kanadiers machte am Ende aber doch den Unterschied. Erstaunlicherweise machte Wawrinka auch nicht so viele Punkte wie erwartet, wenn der Ball einmal im Spiel war.

Deshalb muss Stan positiv bleiben

Klar, dieses Resultat hätte so niemand erwartet, besonders weil der Romand die ersten vier Partien gegen den Kanadier gewonnen hat. Dennoch: Jetzt alles schlechtzureden und Stan auch für die nächsten Turniere abzuschreiben, wäre fatal. Ausrutscher wie eine Niederlage gegen Raonic kann es immer wieder geben – Roger Federer, der im Final von Brisbane gegen ihn verlor, kann ein Lied davon singen.

Entscheidend ist, wie der Lausanner jetzt reagiert. Im März stehen mit den Turnieren in Indian Wells und Miami zwei Hartplatzturniere in den USA an, bevor es in die Sandplatzsaison geht. Bis dahin hat Stan nun die Möglichkeit, ohne grossen Medienrummel zu trainieren und sich für den intensiven Olympia-Sommer fit zu machen. Gut möglich, dass er davor noch eines oder zwei kleinere Turniere einstreuen wird.

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