Achtelfinalqualifikation und tolle Serie

Bencic: “Mein Vater sagte, ich sei zu wenig fit“

Belinda Bencic hat sich am Australian Open in den Achtelfinal gespielt. Dass sie die ersten Runden gegen Alison Riske, Timea Babos und Kateryna Bondarenko überstehen würde, überrascht aufgrund ihrer hohen Setzung nicht – erstaunlich ist aber, wie souverän die 18-Jährige ihr Erstrundenout des letzten Jahres vergessen machen konnte.

Nicht unbedingt zufrieden mit ihrem Spiel, aber sehr erleichtert erschien Bencic nach dem 4:6, 6:3, 6:4 über Bondarenko an der Pressekonferenz. Zum ersten Mal hat sie es in Australien über die zweite Runde hinaus geschafft, nach dem US Open 2014, ihrem grossen Durchbruch auf Profi-Stufe ist es ihr bisher grösster Erfolg der Karriere.

Nach der Pflicht folgt die Kür

''Ich habe das Gefühl, dass ich mein Spiel noch um einiges verbessern kann. Dass ich trotzdem gewonnen habe, ist aber sehr positiv. Wenn ich beispielsweise mein bestes Tennis gespielt und 2:6 verloren hätte, wäre das weniger gut gewesen'', sagte Bencic, die vor zwölf Monaten in der ersten Runde noch sang- und klanglos gegen Julia Görges ausgeschieden war.

Im Wissen darum, dass sie jetzt von der Jägerin zur Gejagten wird, dürfte sie ab Sonntag unbeschwert aufspielen. Was jetzt noch kommt, ist reine Zugabe, schliesslich ist die Gegnerin im Achtelfinal Maria Sharapova – danach würde im Viertelfinal wohl Serena Williams warten, die Bencic Ende letzten Jahres in Toronto erstmals besiegt hatte.

Tolle Serie in Spielen über drei Sätze: ''Ich habe sehr viel Selbstvertrauen''

Nach einer beeindruckenden Serie von 14 gewonnenen Dreisatz-Partien in Folge seit Mai 2015 scheint die Ostschweizerin auch mental ein Level erreicht zu haben, das vielversprechend ist. Auch wenn es eng war, fand sie gegen Bondarenko nach dem verlorenen Startsatz einen Weg zum Sieg.

Wenn ich auf den Platz gehe, bin ich ruhiger und versuche mir zu überlegen, was ich wirklich tun muss

''Das ist gut. Früher habe ich solche Spiele nämlich oft verloren. Dann sagte mein Vater, ich sei zu wenig fit'', scherzte Bencic, auf die Stärke angesprochen. Etwas ernster fügte sie an, dass der Glaube, in den wichtigen Momenten am besten zu spielen, in den letzten Monaten gewachsen sei.

''Ich habe sehr viel Selbstvertrauen. Wenn ich auf den Platz gehe, bin ich ruhiger und versuche mir zu überlegen, was ich wirklich tun muss. Ausserdem ist mein Service besser geworden, was mir enorm hilft'', so Bencic.

Sharapova-Duell: ''Werde sicher sehr aufgeregt sein''

Vor ihrem Achtelfinal gegen Sharapova bestreitet sie am Samstag an der Seite ihrer slowakischen Partnerin Magdalena Rybarikova noch die zweite Runde im Doppel. Die Vorfreude auf das Kräftemessen mit der letztjährigen Australian-Open-Finalistin aus Russland konnte sie indes nicht verbergen. ''Für diese Partien spiele ich. Ich werde gut vorbereitet und sicher sehr aufgeregt sein.''

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